Skip to main content

Schnee. Wind. Hörlibert und ich.

Eine kleine Geschichte von Mützen, Meteorologie und akustischer Überforderung.

Der Schnee fiel nicht – er insistierte.

Horizontal, mit Nachdruck, beinahe persönlich.

Der Wind tat, was Wind eben tut, wenn er sich ernst genommen fühlen möchte: Er griff an. Nicht dramatisch, nicht heroisch, sondern kleinteilig, penetrant, überbordend. Eine meteorologische Dauerrede ohne Punkt und Komma.

Und mitten darin: Hörlibert und ich.

Zwei Wesen, die sich grundsätzlich mögen, aber bei widrigen Außenbedingungen gelegentlich an ihre kommunikativen Grenzen geraten.

Die Mütze – eigentlich als Akt der Fürsorge gedacht – entpuppte sich rasch als ambivalentes Konstrukt.

Zu dünn: Wind.

Zu dick: Reibung.

Zu nah am Mikrofon: ein infernalisches Rauschen, das klang, als hätte sich ein beleidigter Staubsauger mit einem Laubbläser verschworen.

Zu weit weg: akustische Exilierung meiner Umwelt. Ich sah den Schnee, ich sah den Mundbewegungen beim Grüßen zu – verstand aber ungefähr so viel wie bei einer dadaistischen Lesung in Orkanstärke.

Hörlibert tat sein Möglichstes.

Was ihm hoch anzurechnen ist.

Doch Technik bleibt Technik, und der Wind ist ein rhetorisch äußerst rücksichtsloser Gesprächspartner. Er kennt keine Pausen, keine Nuancen, keine soziale Kompetenz. Er rauscht, er pfeift, er insistiert – und hält sich dabei für elementar.

Ich stand also da, oszillierend zwischen stoischer Akzeptanz und leiser innerer Eskalation.

Das Wiesel in mir zog bereits imaginär an der Mütze, die Wasserbüffelin hingegen nickte wissend: „Du wolltest frische Luft.“

Am Ende blieb eine kleine Erkenntnis, still und schneeverhangen:

Nicht jeder Lärm ist Information.

Nicht jede Stille ist Mangel.

Und manche Winterspaziergänge sind

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of Frau_Kruemelkuchen, Diana - hört! Oder doch nicht? - and start the conversation.
Become a member