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Versöhnt mit der Busreise – Zwischen Begegnung, Geräusch und Gemeinschaft

Ich glaube, ich wurde tatsächlich mit Busreisen versöhnt.

Prag war das Ziel – und der ausführliche Bericht über diese prachtvolle Stadt folgt bald –, doch heute möchte ich euch teilhaben lassen an etwas, das ich nicht erwartet hatte: meiner sanften, fast zärtlichen Versöhnung mit einer Reiseform, die ich bislang irgendwo zwischen Kindheitstrauma, Thermoskannengeruch und Heizdeckenverkauf verortet hatte.

Keine Kaffeefahrt, kein 60-teiliges Tafelservice, kein verschmitzter Moderator mit Mikrofon und Sektprobe.

Nur ein gemeinsames Hinkommen – und, was viel kostbarer ist – ein gemeinsames Ankommen.

Schon im Bus spürte ich: Hier reisen Menschen, nicht bloß Sitzplatznummern.

Ein freundliches Lächeln, eine geteilte Thermosflasche, leises Raunen zwischen den Reihen.

Es dauerte nicht lange, bis sich kleine Grüppchen bildeten – wie zufällig und doch unausweichlich.

Man lachte, man plauderte, man entdeckte Parallelen.

Und ehe ich mich versah, war ich Teil dieser temporären Reisegemeinschaft, in der man sich gegenseitig die Armlehne reichte und Anekdoten austauschte, als kenne man sich schon länger, als nur seit der Raststätte kurz nach Winterberg.

Die Stadtführungen waren – um es höflich zu sagen – ein kleines Spektakel.

In meiner Gruppe war alles vertreten: die lebensfrohe Dame, die früher Schreibkraft bei der Polizei war, der humorvolle Herr mit Faible für Geschichte, ein Ehepaar erzählte die goldene Hochzeit in Prag feiern zu wollen – und ich, vermutlich die Jüngste, die mit Karte, Kamera und Koffeinpegel Deluxe, durch die Altstadt wuselte.

Es war ein Kaleidoskop an Persönlichkeiten, Altersstufen, Dialekten und Geschichten.

Und doch waren wir, trotz aller Verschiedenheit, eine Einheit – für diesen Moment, für diese Reise.

Wir verbrachten den Abend freiwillig miteinander, suchten gemeinsam ein tschechisches Lokal, diskutierten die Speisekarte (die in ihrer Übersetzungskreativität fast literarisch anmutete), lachten, kosteten, erzählten.

Es war leicht, mühelos, menschlich.

Eine jener Abende, an denen man das Gefühl hat, mitten im Leben zu sitzen – zwischen Knödel, Kultur und Konversation.

Natürlich wurde auch fleißig geknipst: Gruppenfotos, Einzelfotos, spontane Momentaufnahmen zwischen Gulasch und gotischem Gemäuer.

Der ganze Ausflug, die Stadtführung, ja selbst der Abend wurden digital verewigt – ein kollektives „Bitte lächeln“, das sich nicht nur auf der Speicherkarte, sondern auch im Gedächtnis eingebrannt hat.

Mein Wieselsinn war selig.

Er freute sich über den Anschluss, über die Menschen, die er kennenlernen durfte – während meine innere Wasserbevölkerung, diese gelassene, weise Büffelin, wohlig im Strom der Gespräche dahintrieb.

Wir sprachen über Bücher, über die Lust am Lesen, über Lieblingsautorinnen und jene Sätze, die man nie vergisst.

Ich lernte Menschen kennen, die diese Liebe teilen – die mit leuchtenden Augen von Romanen erzählten, die ihr Leben geprägt hatten.

Andere sprachen über Kochen, über gesunde Ernährung, über kleine Einschränkungen, die man kreativ in Lebenskunst verwandeln kann.

Ich begegnete Berufstätigen und Pensionisten. Verbrachte Zeit mit Hörenden und Menschen die sich mit den unterschiedlichen Behinderungen durchs Leben kämpfen. Ich begegnete stillen und sehr geselligen Charakteren. Kurz um, wundervollen Menschen.

Manche sagten lachend, sie hätten „ihre Hörner behalten“ – und ich fand: Ja. Diese Menschen tragen sie mit Stolz.

Es war also eine sehr schöne, ja erstaunlich leichte Zeit.

Und doch – so leicht das Herz auch wurde – war der erste Tag für mich ein akustischer Marathon, der bisweilen mit einem Folterkammer-Charakter aufwartete.

Die Geräuschkulisse im Bus, in den Straßen, auf den Plätzen, Restaurants – all das prasselte auf mich ein, als wolle die Welt in einem einzigen Tag alles nachholen, was sie mir einst an Stille geschenkt hatte.

Ich fühlte mich zeitweise erschlagen, mein inneres Wiesel suchte fieberhaft nach Rückzugswinkeln, während die Wasserbüffelin tief durchatmete und mich erinnerte: Pausen sind kein Versagen, sie sind Fürsorge.

Also schaltete ich zwischendurch meine Technik aus, nahm mir kurze Momente der Ruhe, atmete.

Und genau das war der Schlüssel.

Denn Teilhabe bedeutet nicht, alles auszuhalten, sondern das Maß zu finden, in dem man wirklich da sein kann.

Am zweiten Tag fiel alles leichter.

Man kannte sich, man wusste um Eigenheiten, Witz und

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