
Stuttgart - Ost . Heute Abend, also Mittwoch, 20. Mai, tagt der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost wieder. Hauptthema der öffentlichen Sitzung wird das seit Jahren leerstehende EnBW-Areal zwischen Hackstraße, Schwarenbergstraße, Metzstraße, Stöckachstraße und Heinrich-Baumann-Straße im Stadtteil Stöckach sein. Hier die komplette Tagesordnung:

Bezirksbeirat – Was ist das?
Der Bezirksbeirat ist sozusagen der Gemeinderat im Kleinformat für Stuttgart-Ost. Sie sollen das Bindeglied zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern des Stadtbezirks, der Stadtverwaltung und dem eigentlichen Gemeinderat der Stadt sein. Der Unterschied: Bezirksbeiräte sind lediglich beratende Gremien und geben Empfehlungen zum Beispiel für Bauvorhaben ab, die Entscheidung selbst trifft der Gemeinderat. Die Zahl der Mitglieder hängt von der Einwohnerzahl des jeweiligen Stadtbezirks ab. Die Bezirksbeiräte werden nicht direkt gewählt. Die Zahl der Sitze für die einzelnen Parteien und Wählervereinigungen wird aus dem Wahlergebnis errechnet, die Parteien schlagen dann Kandidatinnen und Kandidaten dafür vor, der Oberbürgermeister bestellt sie. Mehr Infos dazu sind hier zu finden:
https://www.stuttgart.de/rathaus/bezirksbeiraete/ (Opens in a new window)Unabhängiger Lokaljournalismus wie hier auf „Gaisburger Marsch” sollte zwar für alle kostenlos sein – braucht dafür aber Unterstützerinnen und Unterstützer, die das gerne auch langfristig ermöglichen. Ab 3,50 € pro Monat (monatlich kündbar) kann jede und jeder mithelfen, einfach oben auf den Button klicken. Der Newsletter in der Regel montags und freitags kann über den Button unten bezogen werden.
Dem Bezirksbeirat Stuttgart-Ost gehören 16 ordentliche Mitglieder und ihre Stellvertreterinnen und Stellvertreter an. Die aktuelle Sitzverteilung:
CDU und Bündnis 90/Die Grünen jeweils 4 Sitze
SPD 2 Sitze
AfD, Freie Wähler, FDP, Die Linke, SÖS, Volt jeweils 1 Sitz
Wer im einzelnen dazu gehört, ist hier zu finden:
https://allris.stuttgart.de/gr020?GRLFDNR=129 (Opens in a new window)Die Tagesordnung vom 20. Mai 2026
Fragen und Anregungen aus der Bürgerschaft
Fester Bestandteil der Tagesordnungen des Bezirksbeirats ist am Anfang immer der Punkt „Fragen und Anregungen aus der Bürgerschaft”. Hier kann sich jede und jeder in der öffentlichen Sitzung Anwesende zu einem Thema aus dem Stadtbezirk zu Wort melden. Oft wird das im Vorfeld mit dem Bezirksvorsteher beispielsweise in dessen Sprechstunde immer dienstags besprochen, man kann sich aber auch spontan melden.
Der „neue Stöckach”
Der von der EnBW einst so genannte „neue Stöckach” sieht inzwischen ganz schön alt aus, steht das wirklich große innerstädtische Areal doch seit geraumer Zeit leer. Der gewaltige Leerstand ist rundum abgesperrt und wird auch rundum videoüberwacht. Überwachte Leere also dort, wo einst ein Vorzeigeprojekt der IBA’27 entstehen sollte. Jetzt verhandeln Stadt und EnBW über ein neues Vorgehen, damit auf dem Areal wirklich irgendwann einmal Wohnungen und unter anderem auch eine Grundschule entstehen können.
Zur Erinnerung hier der Artikel von mir, der im Dezember 2019 in der Stuttgarter Zeitung erschienen ist:
EnBW-Gelände in Stuttgart-Ost700 neue Wohnungen auf dem Stöckach-Areal

Der städtebauliche Wettbewerb für das Stuttgarter Stöckach-Areal ist entschieden, ein junges Team mit Sitz in Frankfurt, Hanoi und Remseck hat den besten Entwurf geliefert. Baubeginn könnte 2022 sein. Die EnBW investiert weit mehr als 100 Millionen Euro.
Jürgen Brand
S-Ost (Opens in a new window) - Wohnen und arbeiten, sozial gut durchmischt, verkehrsberuhigt, viel Grün, gute Vernetzung zum Beispiel an den Park der Villa Berg, möglichst geringer CO2-Ausstoß beim Bau und auch nach der Fertigstellung – so könnte das neue Stöckach-Areal beschrieben werden, das sich das Büro tong+ mit Sitz in Frankfurt am Main und Hanoi ausgedacht hat. Dem Preisgericht des städtebaulichen Wettbewerbs gefiel dieser Entwurf des jungen Architekten Tuang Tong und des Landschaftsarchitekten Hannes Hörr aus Remseck am besten unter allen 83 eingereichten Arbeiten. Der jetzt vorgestellte Siegerentwurf sieht in seiner aktuellen Version 674 Wohnungen auf dem Areal, das der Energie Baden-Württemberg (EnBW (Opens in a new window)) gehört, vor, außerdem Arbeitsmöglichkeiten zu ganz unterschiedlichen Themen und Branchen in sogenannten Hubs.
Im Jahr 2020 wird das Areal geräumt
Das EnBW-Gelände zwischen Hack-, Metz- und Stöckachstraße im Stuttgarter Osten war 70 Jahre das regionale Verwaltungszentrum der Energieversorgungsunternehmen in Stuttgart, von den Technischen Werken Stuttgart (TWS) über Neckarwerke und EnBW bis hin zur Stuttgart Netze. Im kommenden Jahr endet diese Ära, dann wird der letzte dort tätige EnBW-Mitarbeiter das Gelände verlassen. Die Stuttgart Netze wird dann in ein Interimsquartier möglicherweise am Gaskessel umziehen.
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Aus dem Stöckach-Areal will die EnBW „ein Musterquartier mit den Schwerpunkten Wohnen und Nachhaltigkeit“ machen, sagte der EnBW-Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux bei der Vorstellung des Siegerentwurfs am Donnerstag. Das neue Quartier solle sich „auf Augenhöhe mit den architektonischen Highlights der Stadt“ bewegen. Die EnBW wolle so etwas „für das gute Zusammenleben der Menschen“ tun – wie sie es auch schon bei zehn anderen Projekten mit mehr als 1900 Wohneinheiten in ganz Baden-Württemberg mache.
40 Prozent sozial geförderte Wohungen
Oberbürgermeister Fritz Kuhn hob bei der Pressekonferenz hervor, dass von den jetzt geplanten 674 Wohnungen – es können bei der Weiterentwicklung des Entwurfs auch noch mehr werden – 40 Prozent sozial gefördert seien. Das sei das Ergebnis intensiver Gespräche zwischen der Stadt und der EnBW. Und das sei der Beweis dafür, dass Stadt und Energiekonzern hervorragend zusammenarbeiteten, auch wenn man manchmal den Eindruck bekomme, dass es vor allem Differenzen gebe. Kuhn sagte, das Stöckach-Areal könne „ein Brückenprojekt für noch größere gemeinsame Projekte“ sein. Näher erläutern wollte er das nicht, könnte dabei aber die künftige Entwicklung der riesigen EnBW-Areale am Neckar im Blick gehabt haben.
Auch bei einer anderen wichtigen Frage zum Stöckach-Areal herrscht Einigkeit: „Wir werden für mindestens 20 Jahre die Mehrheit an diesem Gelände haben, entweder selbst oder ein anderer öffentlicher Träger“, sagte der EnBW-Generalbevollmächtigte Frank Heberger bei der Pressekonferenz. Auch das sei das Ergebnis sehr „vertrauensvoller Gespräche“, sagte Kuhn.
Während das Büro tong+ seinen Entwurf in den kommenden Monaten weiter verfeinern muss – das Preisgericht regte unter anderem an, über den Standort des geplanten Hochhauses noch einmal nachzudenken – beginnt in der Stadtverwaltung die Arbeit an dem neuen Bebauungsplan für das Gelände. Bis dieser steht, werden rund zwei Jahre vergehen. Baubeginn für das neue Stöckach-Areal, auf dem etliche bestehende Gebäude – darunter auch die Sporthalle – erhalten werden, könnte dann im Jahr 2022 sein. In die Umgestaltung des Areals in ein neues Vorzeige-Wohnquartier wird die EnBW einen dreistelligen Millionenbetrag investieren.
Die übrigen Tagesordnungspunkte (siehe oben) erklären sich selbst.
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