Jean Jacques Rousseau
🎨 Jeden Dienstag wird Kunst lebendig. Durch eine sorgfältige Auswahl der Werken lernst du, mit anderen Augen zu sehen. Kunst gehört dem, der sich traut, sie zu fühlen.
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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,
anlässlich des Vatertags werfen wir diese Woche einen Blick auf die Figur der Künstlerväter. In vielen Fällen waren sie sowohl für den Lebensweg als auch für die künstlerische Ausbildung von grundlegender Bedeutung. Manchmal waren sie eine bedingungslose Stütze und ein Vorbild, manchmal ein Gegenspieler, gegen den sich die KünstlerInnen abgrenzten.
Diese Porträts sind einerseits Übungen in Zuneigung und andererseits visuelle Zeugnisse komplexer Beziehungen. Die gewählte Pose, die Umgebung, die Kleidung und die ausgewählten Objekte verraten die Werte des Künstlers. Selbstverständlich sind sie in jeder Epoche und in jedem Kontext unterschiedlich, aber im Allgemeinen erlauben sie uns, die Darstellung von Autorität, das familiäre Umfeld und das Erbe, das Künstler von ihren Eltern erhalten, zu untersuchen.
In dieser Ausgabe lade ich dich anhand der Beispiele von Albrecht Dürer, Constance Mayer, Paul Cézanne und Henri Rousseau ein, in ihr Universum der Zuneigung, der Erinnerungen und des Schweigens einzutauchen und den Spuren zu folgen, die die Eltern in den Herzen und Händen ihrer Künstlersöhne und -töchter hinterlassen haben.
Albrecht Dürer
(Opens in a new window)Albrecht Dürer. Der Vater des Künstlers. 47,5 × 39 cm. 1490, Galerie der Uffizien.
Mir sind nur zwei Porträts bekannt, die Albrecht Dürer (1471–1528) von seinem Vater gemalt hat. Dies ist das erste. Das zweite entstand 1497 (Opens in a new window), als sein Vater 70 Jahre alt war. Sein Vater war ein Goldschmied ungarischer Herkunft, der ihn stark beeinflusste, mehr durch seine ständige Ermutigung als durch seinen direkten Einfluss. Als er sich in Nürnberg niederließ, änderte er seinen Nachnamen Ajtósi in Dürer, um ihn deutscher klingen zu lassen. Das war zu dieser Zeit üblich.
Die Figur seines Vaters war für Albrecht von grundlegender Bedeutung, denn er vermittelte ihm die besten Lehrer, die ihm halfen, sich der Kunst zu widmen. Er sorgte aber auch dafür, dass er eine gute Allgemeinbildung erhielt, mit einem Schwerpunkt auf Mathematik und Geometrie. Zudem ermöglichte er ihm eine Reise nach Venedig, um die italienische Renaissance zu erleben.
Der Vater war mit Barbara Holper verheiratet und hatte mit ihr 18 Kinder, von denen jedoch nur drei überlebten. Albrecht war das dritte Kind, wurde aber der Älteste. Sein Bruder Hans war ebenfalls Maler, wenn auch nicht so talentiert. Der dritte Sohn, Endres, arbeitete als Goldschmied in der Familienwerkstatt. Auch Dürers Mutter war für den Künstler sehr wichtig und stand ihm immer zur Seite.
Dürer malte ein nüchternes Porträt seines Vaters, auf dem er sich auf dessen nachdenkliches Gesicht und die Hände, die einen Rosenkranz aus großen roten Perlen halten, konzentrierte. Dieser Rosenkranz wurde „Paternoster”1 genannt, da er zur Wiederholung des Vaterunsers verwendet wurde. Die Familie Dürer war für ihre Religiosität bekannt und der Maler wollte eine der alltäglichen Gesten seines Vaters verewigen.
Peter Mayer
(Opens in a new window)Constance Mayer. Selbstporträt mit ihrem Vater. 226 × 179 cm. 1801, Wadsworth Atheneum. Connectica
Constance Mayer (1774–1821) war eine französische Malerin, die vor allem Porträts und historische Szenen malte. Auf dem Bild porträtiert sie sich mit ihrem Vater, dem deutschstämmigen Maler Peter Mayer, der eine entscheidende Figur in ihrem Leben war. Er war stets ihr Mentor und darauf bedacht, seiner Tochter eine gute künstlerische Ausbildung zu ermöglichen.