Skip to main content

Inklusion: Nicht weniger erwarten – sondern mehr.

Liebe Freund*innen der sozialen Gerechtigkeit,

nach wie vor werde ich oft gefragt: „Herr Krauthausen, was ist eigentlich Inklusion?“ Ehrlich gesagt frage ich mich manchmal, wie es sein kann, dass ich das im Jahr 2025 immer noch ständig erkläre. Die „Barrieren in den Köpfen“ scheinen irgendwie nicht zu schrumpfen – zumindest nicht in den Köpfen, die darüber zu entscheiden haben, ob reale Barrieren fallen oder nicht. Aber anstatt Barrieren abzubauen, wird in diesen Tagen am Sozialstaat gesägt und völlig ungeniert über die mögliche Abschaffung elementarer Lebensgrundlagen diskutiert. Aktuell besorgniserregendes Beispiel: Die Abschaffung des Pflegegrads 1 (Opens in a new window).

Anscheinend ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem wir den Verantwortlichen klarmachen müssen (Opens in a new window), dass wir auch im Angesicht solch existenzieller Drohkulissen (Opens in a new window) unsere Erwartungen in Bezug auf gleichberechtigte Teilhabe nicht zurückschrauben werden. Was das Thema Inklusion betrifft, ist es schon lange an der Zeit, nicht weniger, sondern mehr zu erwarten. Wie kann es etwa sein, dass wir uns 2025 immer noch abfeiern, weil wir es hinbekommen haben, ein paar Stationen einigermaßen barrierefrei zu machen?

(Opens in a new window)

Diese Frage habe ich in dieser Woche beim Mobilitätskongress in Bad Homburg (Opens in a new window) gestellt. Außerdem habe ich mir mal wieder eine neue Antwort auf die alte Frage überlegt, was Inklusion bedeutet – und was nicht: Inklusion heißt nicht „Platz machen“ für Menschen mit Behinderung, sondern Räume und Prozesse so gestalten, dass sie für alle passen. Und ja, 2025 dürfen wir mehr erwarten als eine vage, mentale Bereitschaft dazu.

Liebe Grüße
Euer Raul

Dir gefällt dieser Newsletter? Hinterlasse gerne einen Kommentar:

⭐Aus meiner Welt

Podcast: Menschen mit Behinderung in Haft (Opens in a new window)

Zwei Verkehrsschilder. In der einen Richtung geht es zur Pflegeabteilung. In der anderen Richtung geht es zur Zentrale der Jugendstrafanstalt. (Opens in a new window)

In Folge 67 unseres Bayern 2-Podcasts machen wir mal etwas anderes: Wir nehmen Euch mit an einen Ort, über den selten in Bezug auf Inklusion und Barrierefreiheit gesprochen wird: das Gefängnis. Genauer gesagt, in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Hövelhof in Nordrhein-Westfalen, eine der wenigen Einrichtungen im deutschen Justizsystem, in der Menschen mit Behinderungen mit Pflegebedarf inhaftiert werden können. Wir sprechen mit einem Inhaftierten, dem Pflegeleiter der JVA, Dirk Rautenberg, und der Anwältin Pamela Pabst darüber, was passiert, wenn jemand mit Behinderung im Strafvollzug landet. Gibt es barrierefreie Zellen, Pflege/Assistenz und Dolmetscher*innen? Und wie viel Teilhabe und Inklusion darf und soll es in einer JVA überhaupt geben?

Das System der Werkstätten für behinderte Menschen: Fünf Schritte in die Zukunft (Opens in a new window)

Eine Person hält seine ausgestreckte Hand in Richtung Kamera. (Opens in a new window)

Das System der Werkstätten für behinderte Menschen muss sich verändern. Neben der Forderung nach einem Mindestlohn für die Beschäftigten, gibt es noch viele weitere wichtige Punkte, die umgesetzt werden müssten. Wir bieten fünf Schritte in die Veränderung an, die alle Akteur*innen einbeziehen.

Schichtwechsel in Berlin-Karlshorst: Begegnung statt Barrieren? (Opens in a new window)

Eine Beschäftigte und die Senatorin stehen in einer Pferdebox und unterhalten sich, die Senatorin mit einer Mistgabel in der Hand. (Opens in a new window)

Ein Aktionstag, der Türen öffnen soll: Senatorin Cansel Kiziltepe besucht das inklusive Pferdesport- und Reittherapiezentrum Karlshorst und erlebt den Alltag von Werkstattbeschäftigten auf ihrem Außenarbeitsplatz. Unsere Redakteurin Carolin Schmidt hat sie begleitet. Zwischen Stallarbeit, Begegnungen und politischen Fragen zeigt sich: Inklusion braucht mehr als Symbolik und die derzeitigen Strukturen festigen immer noch die Trennung von Menschen mit und ohne Behinderung in der Arbeitswelt – aber jeder Schritt bringt Sichtbarkeit.

„Die Kräfte von Behinderung“ mit Raul Krauthausen (Opens in a new window)

(Opens in a new window)

Am 13. Oktober um 15 Uhr: Viele Menschen denken: Behinderung bedeutet nur Schwäche. Aber das stimmt nicht. Menschen mit Behinderung haben viele Stärken: Sie sehen die Welt oft auf eine besondere Weise. Sie haben neue Ideen und haben wichtige Erfindungen möglich gemacht. Gemeinsam sind sie eine große Gruppe mit viel Kraft. Darüber sprechen wir in diesem Vortrag. Danach gibt es Zeit für Fragen und Austausch

Das Logo vom Die Neue Norm Newsletter. Daneben der Hinweis "jetzt abonnieren!" (Opens in a new window)

Du willst mehr über die SOZIALHELD*INNEN erfahren?
Hier geht's zum SOZIALHELD*INNEN-Newsletter (Opens in a new window).

🔗 Links

Inklusion in den Medien – der Wochenüberblick

Die wichtigsten Meldungen zum Thema Inklusion, wie immer handgepflückt in der deutschsprachigen Medienlandschaft.

Aktuell

Müllers AfD-Unterstützung aufdecken – Jetzt Sticker bestellen! (Opens in a new window) (aktion.campact.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Wer zu Müller-Produkten greift, finanziert einen Milliardär, der die rechtsextreme AfD unterstützt. Auf diese unappetitliche Tatsache können Kund*innen im Supermarkt jetzt mit einem kostenlosen Stickerpaket aufmerksam machen.

Bildung und Arbeit

Inklusionsklasse: Warum hier die wahren Held*innen sitzen (Opens in a new window) (inclusion24.com (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Das Potenzial inklusiver Klassen zeigt sich auch in der Wissenschaft: So konnten etwa Forschungen belegen, dass Kinder in Inklusionsklassen verstärkt soziale Fähigkeiten entwickeln.

Politik

CDU plant Sanktionen. Aber geht das, ohne das Existenzminimum zu unterschreiten? (Opens in a new window) (freitag.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Das Bürgergeld darf das Existenzminimum nicht unterschreiten – so das Bundesverfassungsgericht 2010. Auch heute stellt sich die Frage: Wie viel kostet ein würdiges Leben?

Menschen

In Einfacher Sprache: Mariya Menner spielt im Kino-Film (Opens in a new window) (Opens in a new window)Wenn du Angst hast, nimmst du dein Herz in den Mund und lächelst (Opens in a new window) (Opens in a new window) (andererseits.org (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Mariya Menner ist die erste taube Person, die eine Haupt-Rolle in einem österreichischen Kino-Film spielt. Wie ist das gelungen?

Gesellschaft

Soziale Mobilität: Mehr Chancengleichheit – Das sind wir der jungen Generation schuldig (Opens in a new window) (zeit.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Wer etwas werden will, hat in Deutschland auffallend schlechte Aussichten. Das ist ungerecht, bremst die Wirtschaft und gefährdet die Demokratie. Das muss sich ändern.

Gesundheit

EU-Kommission lässt erstes Medikament gegen Wochenbettdepressionen zu (Opens in a new window) (aerzteblatt.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Für Frauen mit postpartaler Depression steht künftig ein neues Medikament zur Verfügung: Die Europäische Kommission hat Zuranolon die EU-weite Marktzulassung erteilt.

Innovation

Doktor KI: Laut Studie kann sie vorhersagen, wann wir krank werden (Opens in a new window) (mdr.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

In den Gesundheitsdaten von Patient*innen lesen und Krankheiten voraussagen, lange bevor sie ausbrechen: Das ist einem Modell Künstlicher Intelligenz nun in einem europäischen Forschungsprojekt gelungen.

Kultur und Medien

Kübra Sekin über die Besetzung von behinderten Menschen bei Film und Theater: „Die Verantwortlichen sind nicht mutig genug“ (Opens in a new window) (fr.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Die Künstlerin Kübra Sekin spricht im Interview über die Diskriminierung von behinderten Menschen bei Film und Theater und erklärt, warum sie nicht das Opfer oder die Heldin spielen will. 

Leben

Barrierefreie Clubs (Opens in a new window) (Opens in a new window) Wie Inklusion auf der Tanzfläche gelingen kann (Opens in a new window) (deutschlandfunkkultur.de (Opens in a new window))

(Opens in a new window)

Techno-Influencerin Felize Fiedler ist Rollstuhlnutzerin und fordert mehr Inklusion in der Clubszene. Denn oft fehlen Rampen und Aufzüge.

❤️‍🔥Unterstützen

Nur mit Eurer Unterstützung kann ich meine Inhalte unabhängig produzieren und kostenlos zur Verfügung stellen:

Ihr könnt diesen 📨 Newsletter (Opens in a new window) weiterempfehlen (🇬🇧english version) (Opens in a new window),
meine Arbeit auf #️⃣Social Media (Opens in a new window)
oder 📱WhatsApp (Opens in a new window) folgen,

🎁 mich bei Steady finanziell unterstützen (Opens in a new window),

📚 Bücher von mir kaufen

Raul Krauthausens geschriebene Bücher (Opens in a new window)

📅 und meine Lesungen und Veranstaltungen besuchen:

👋 Bis bald!

Mehr über meine Arbeit und mich erfahrt Ihr auf raul.de (Opens in a new window)

Raul Krauthausen
Aktivist (Opens in a new window)
Topic Newsletter

0 comments

Would you like to be the first to write a comment?
Become a member of Raul Krauthausen | Sent from my wheelchair and start the conversation.
Become a member