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Türchen No 5 | Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist schon Tag Nummer 5 beim Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten. Meine kleine 24-Tage-Challenge soll ein wenig dabei unterstützen, die eigene Resilienz nicht aus dem Blick zu verlieren.

Heute dreht sich alles um das Thema Utopien!

Wenn Du die Übungen machst, kannst Du die auch gesammelt in ein kleines Heft schreiben. Dann kannst Du es immer herausholen, wenn die Zeiten gerade turbulent sind. In solchen Momenten vergessen wir nämlich schnell, welche Ressourcen wir eigentlich haben. Deswegen ist es gut, so etwas griffbereit zu haben.

Ich bastel mir gerne Hefte selbst, Du kannst aber auch einfach ein kleines Schulheft oder Notizbuch nehmen, das dich durch das nächste Jahr begleitet.

Denke Mini-Utopien

Gerade in solchen Zeiten wünschen sich viele Menschen, den Kopf in den Sand stecken zu können oder retten sich ins Private. So wichtig Ruhepausen sind: Gerade in solchen Zeiten ist aber genau das als langfristige Strategie fatal. Statt den Rückzug anzustreben, kann es helfen, den Blick auf die Zukunft zu richten. Manchmal hilft es, sich kleine Zukunftsbilder auszumalen, um überhaupt wieder Lust auf Veränderungen zu bekommen und das Gehirn aus seiner Schockstarre zu befreien.

Ein Resilienzfaktor ist die sogenannte Zukunftsorientierung. Sich mit der Frage zu beschäftigen „Wie wäre es, wenn es gut oder wenigstens besser wäre?” kann dabei helfen, auch herausfordernde Zeiten ein kleines bisschen besser zu überstehen und Handlungsoptionen aufzeigen, die wiederum sinnstiftend sein können. Utopien können helfen, Menschen zu motivieren, aktiv zu werden, weil sie eine bessere Gesellschaft als Ziel vor Augen haben.

Auch auf gesellschaftspolitischer Ebene sind Visionen notwendig. Eine Ausrichtung darauf, wie eine bessere Zukunft aussehen und wie man sie erreichen kann, hilft dabei, konstruktive Ideen zu entwickeln und politisches Handeln darauf auszurichten.

🦖 Deine Übung für Heute

Nimm Dir einen Moment Zeit, komme zur Ruhe. Mach Dir vielleicht eine Tasse Tee oder dein Lieblingssnack - und schreibe auf:

🖊️ Überlege dir deine persönliche Mini-Utopie.

Stell Dir vor, Du wachst morgen auf, und gesellschaftliche Probleme wären auf einmal wie durch eine ein Wunder verschwunden. Was hat sich verändert? Woran merkst Du, dass es gut ist? Was müsste passieren, damit dieser Zustand erreicht ist?

Ich freue mich, wenn Du mir erzählst, was Du dir überlegt hast.

Weiterführende Informationen

Die heutige Übung stammt aus der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie und heißt dort “Wunderfrage (Opens in a new window)”. Bei dieser Fragetechnik stellen sich Menschen vor, ihr Problem wäre über Nacht verschwunden. In einem nächsten Schritt sollen sie dann konkret benennen, was sich nun verändert hat. Durch diese Perspektive sollen Menschen sich vom reinen Fokus auf das Problem lösen und mehr über den Zustand nachdenken, den sie für wünschenswert halten. So lernen wir, was uns wirklich wichtig ist.

Ich wünsche Dir viel Spaß mit dem Kalender,

Deine

Pia Lamberty

Hintergrundinfos
Hintergrund: Was ist ein Resilienz-Adventskalender für belastende Zeiten?

Die Welt ist im Wandel – und das in einer Geschwindigkeit, die viele Menschen überfordert. Gewohnte Sicherheiten brechen weg, die psychischen Belastungen nehmen zu. Verschiedene Studien zeigen, dass globale Krisen erhebliche psychische Auswirkungen haben und viele an ihre Belastungsgrenze bringen.

Viele Menschen fühlen sich aufgrund der Krisenpermanenz und zunehmenden Bedrohungslage machtlos – doch sie sind es nicht. Menschen können die Welt verändern und haben mehr Einflussmöglichkeiten als ihnen bewusst wird. Um sich zu engagieren, benötigt es aber mentale Kapazitäten und Skills, um mit Stress umzugehen. Denn: Wer keine Ressourcen übrig hat, wird sich wahrscheinlich weniger einbringen können.

Anleitung: Wie funktioniert der Adventskalender?

Dieser Adventskalender hat 24 kleine Übungen, damit Du deine Resilienz jeden Tag ein bisschen stärken kannst. Jeden Tag geht es um ein anderes Thema, um besser durch turbulente Zeiten zu navigieren.

Du kannst die Ergebnisse deiner Übungen gerne aufschreiben und immer wieder mal anschauen. Das funktioniert in der Notizen-App in deinem Handy. Oder du bastelst dir ein kleines Resilienz-Tagebuch.

Es ist auch nicht schlimm, wenn Du nicht alles schaffst oder Du Übungen nicht magst. Das Ganze soll dich stärken und kein weiterer Stresspunkt werden.

Wenn Du aktuell in Psychotherapie bist, besprich vorher mit deinem bzw. deiner Therapeut*in, ob Du aktuell solche Übungen machen solltest.

Was ist Resilienz?

In der Psychologie beschreibt Resilienz die Fähigkeit von Menschen, sich von mentalen oder physischen Belastungen, Stress und Schwierigkeiten zu erholen, die psychische Gesundheit zu erhalten und aus den Herausforderungen gestärkt hervorzugehen.

Ist Resilienz nicht nur so ein komischer Internet-Trend?

Jein. Der Begriff wird gerade auf Social Media oder bei manchen Feel-Good-Seiten ganz schön überstrapaziert und oft sehr individualistisch betrachtet. Trotzdem beschreibt er eine reale Fähigkeit: gut mit Belastungen umgehen zu können. Und diese Kompetenz brauchen wir leider gerade recht häufig.

Mein Fokus liegt auf einer solidarischen Resilienz: Du stärkst dich selbst und kannst so auch weiterhin im sozialen und gesellschaftlichen Kontext aktiv bleiben.

Falls Du mich noch nicht kennst:

Ich bin Dr. Pia Lamberty und Psychologin. Mein Studium der Psychologie habe ich an der FernUniversität Hagen und der Universität Köln (Schwerpunkt Social Cognition und Medienpsychologie) absolviert. An verschiedenen Universitäten – in Köln, Mainz, Brüssel und Beer Sheva – habe ich mich intensiv mit Verschwörungsglauben beschäftigt. Darüber hinaus habe ich auch zu Erinnerungskultur, Antisemitismus und allgemeinen Vorurteilen geforscht. Wer sich für meine Forschung interessiert, kann gerne bei Google Scholar (Opens in a new window) vorbei schauen.

Im Jahr 2020 habe ich gemeinsam mit Katharina Nocun mein erstes Buch veröffentlich - “Fake Facts - Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen” -, das in der Coronapandemie zum Bestellter wurde. Ein Jahr später, 2021, erschien dann “True Facts - Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft” und 2023 der nächste Besteller: “Gefährlicher Glaube - Die radikale Welt der Esoterik”. Im Jahr 2021 habe ich mit anderen dann CeMAS (Opens in a new window)- Center für Monitoring, Analayse und Strategie gegründet und war dort bis Oktober 2025 aktiv.

Promoviert habe ich an der Sozial- und Rechtspsychologie der Universität Mainz - zur Rolle von Verschwörungserzählungen im Kontext von Gesundheitsthemen. Daneben habe ich mich durch die Deutsche Psychologenakademie zur Notfallpsychologin (Opens in a new window)weiterbilden lassen.

Topic ResilienzAdventskalender

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