Liebe Politikinteressierte
Am Donnerstagabend hat die SP Stadt Zürich ihre Kandidierenden für die Stadtratswahlen 2026 nominiert. Mandy Abou Shoak hat es – ebenso wie Gabriela Rothenfluh – nicht aufs Ticket geschafft. Insbesondere bei Abou Shoak überrascht der Entscheid der SP-Delegierten durchaus. Die Kantonsrätin bewarb sich für die Nachfolge von Corine Mauch als Stadtpräsidentin und hätte frischen Wind ins Stadthaus gebracht, wie auch aus ihrem Interview mit Rathuus klar wurde (Opens in a new window). Doch die SP ging auf Nummer sicher und gab Sozialvorsteher Raphael Golta den Vorzug.
Insbesondere die SP-Frauen und die Jungsozialistinnen sowie Jungsozialisten dürften enttäuscht sein, dass die Überraschungskandidatin Abou Shoak nicht einmal für den Stadtrat nominiert worden ist. Aufgestellt haben die Delegierten neben Simone Brander, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, hingegen den Kantonsrat Tobias Langenegger und die Nationalrätin Céline Widmer.
Statt einer Senkrechtstarterin eine Chance zu geben, setzt die SP auch bei ihren neuen Kandidierenden auf altgediente Parteigrössen.
Zudem hat die Mitte entschieden, dass sie mit Gemeinderätin Karin Weyermann ins Rennen um einen Stadtratssitz steigt. Es dürfte allerdings schwierig werden, wieder einen Platz in der Exekutive zu erobern. Gerold Lauber war der letzte Vertreter der Partei im Stadtrat. Er gehörte von 2006 bis 2018 der Regierung an. Damals hiess die Mitte noch CVP.
Und was sonst noch passierte
Auch Michael Schmid von der AL hat mit einem Job als Stadtrat geflirtet. Er verlor allerdings die interne Ausmarchung der Alternativen Liste gegen Tanja Maag. Der Gemeinderat hat unseren Rathuus-Fragebogen mit einer Prise Humor ausgefüllt und hofft auf möglichst viele Zuschriften von Leserinnen und Lesern. Zumindest kann man so seine Antwort auf unsere Frage nach seinem grössten politischen Fauxpas interpretieren: “Es fällt mir gerade keiner ein. Aber ich bin gespannt, welche E-Mails in meinem Postfach landen, nachdem dieser Fragebogen erschienen ist.” Hier geht es zum Artikel. (Opens in a new window)
Lorenz Steinmann wollte es wieder mal genauer wissen und hat sich einem komplizierten Thema gewidmet. Dieses Mal geht es um die insgesamt 25 Stadtzürcher Quartiervereine, die zukünftig gut eine halbe Million Franken vom Staat erhalten sollen. Das ist zwar viel mehr Geld als bisher – doch dafür will die Verwaltung auch mehr Kontrolle ausüben. Wenig überraschend sorgt das für Zoff. Wer hier klickt, gelangt direkt zum Text. (Opens in a new window)
Pascal Turin wiederum hat einen Kommentar zu unserem Bildungssystem geschrieben. Im Kantonsrat wurde nämlich über die Abschaffung des Langzeitgymnasiums diskutiert. Was für manche im Mitte-Rechts-Lager eine Provokation darstellt, ist für AL-Kantonsrätin Judith Stofer ein Weg zu einer chancengerechteren Volksschule. Aus Sicht von Pascal ist es Zeit, über eine unbequeme Wahrheit zu sprechen. Den Kommentar findest du hier. (Opens in a new window)
Wir wünschen viel Spass beim Lesen.
Lorenz Steinmann und Pascal Turin