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#24 | Januar 26: Das ist keine Venus

👋 Hallo ihr Lieben,

Ich wünsche euch ein widerständiges neues Jahr.

Im vergangenen Jahr sind über 1.800 Hörer_innen dazu gekommen. Insgesamt wurde der Podcast 47.000 Mal geklickt und 14.000 Stunden gehört. Das crazy! (Opens in a new window) 🎉Danke an alle meine Hörer_innen und besonders meinen Unterstützer_innen.
Die am meisten gehörten Folgen 2025 waren:

📢 Welche war deine Lieblingsfolge und wovon wünschst du dir noch mehr im kommenden Jahr? Schreib mir gern an: verbittert-mail@web.de (Opens in a new window)

🎁 📕 Buchverlosung: In der kommenden Folge geht es um den Roman „Gym“ (Opens in a new window). Ich habe vom Hanserverlag Berlin netterweise ein Rezensionsexemplar bekommen, das ich nun unter meinen Mitgliedern und Newsletter-Abonnent_innen verlosen möchte. 🎉 Mit einer einfachen Nachricht per Mail landet dein Name im Lostopf. Viel Glück! 🍀 📅 Einsendeschluss ist der 31. Januar 2026

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Hier sind meine FLINTA-Empfehlungen:

01

Weibliche Frühgeschichte als Comic

Die gängige Erzählung von „Jägern und Sammlerinnen“ wird bis heute genutzt, um überholte Rollenklischees zu legitimieren. Eine längst widerlegte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in der Frühgeschichte wird immer noch als Argument für eine angeblich „natürliche“ Differenz zwischen Männern und Frauen herangezogen – und hält damit Ungleichheit am Leben.

Die Illustratorin Ulli Lust (Opens in a new window)beleuchtet in ihrem Comic die Rolle von Weiblichkeit in der Menschheitsgeschichte und zeigt, wie männlich dominierte Forschung weibliche Geschichte verzerrt. Sie macht sichtbar, wie weibliche Skelette als „männlich“ eingeordnet wurden, wenn sie kräftige Schulterpartien hatten oder mit wertvollen Grabbeigaben bestattet waren – weil Stärke und Status nicht mit Weiblichkeit gedacht wurden.

Sie zeigt, wie wissenschaftliche Narrative „männliche“ Werte wie Konkurrenz, Leistung und Dominanz höher bewerten als Kooperation, Sorge und Gemeinschaft – und dies als evolutionär „natürliche“ Ordnung verkaufen.

Ein weiteres Beispiel ist die sog. „Venus von Willendorf“: Schon ihre Benennung verrät den männlichen Blick. „Venus“ verweist nicht auf weibliche Erfahrung, sondern auf sexualisierte Vorstellungen und männliches Begehren. Unsere Kulturgeschichte hat keine Worte für weibliche, rituelle Figuren, die möglicherweise von Frauen für Frauen geschaffen wurden – also wird weibliche Geschichte einfach in männliche Begriffe gepresst.

Ich lese den Comic gerade mit meinem Kind (7 Jahre). Es ist total fasziniert – und ich hoffe sehr, dass sich diese männlich interpretierte Frühgeschichte endlich überschreibt.

02
Petra Kelly - Act Now! - Die ganze Doku | ARTE

Eine berührende und inspirierende Doku

Petra Kelly war Mitbegründerin der Grünen. Sie kämpfte international um Klimaschutz, Gleichberechtigung und Gewaltfreiheit. Wenn man diese Aufnhamen aus den 80er Jahren sieht, werden feministische Kontinuitäten sichtbar, aber auch die bis heute anhaltende patriarchale Verweigerung und Leugnung grundlegender Menschenrechte.

Die Doku portraitiert Petra Kellys Werdegang. Sie zeigt eine erschöpfte und doch kämpferische, wortgewandte und idealistische Frau in der Politik.

Leider ist sie viel zu jung unter ungeklärten Umständen gestorben. Sie wurde mutmaßlich von ihrem Partner ermordet und ist tragischerweise zum Opfer der patriarchalen Gewalt geworden, die sie selbst versuchte zu bekämpfen.

03
Kristen Stewart Thinks Hollywood Is Stuck in ‘Capitalist Hell’ | The  Interview

„Kennst du eine Schauspielerin, die für Method-Acting bekannt ist?“

Kristen Stewart hat der New York Times ein ungewöhnlich offenes Interview gegeben. Sie spricht über Misogynie in Hollywood und die zerknirschenden Umstände in der Filmindustrie („capitalist hell“).

Sie erzählt, dass sie durch die Twilight-Reihe so viel Geld verdient hat, dass sie sich den Studios abwenden und Indie-Produktionen unterstützen oder inzwischen sogar eigene Filme machen kann („The Chronology of Water“) (Opens in a new window).

Besonders stark fand ich ihre Kritik am Mysthos des männlichen Schauspiel-Genies (ab 00:14:00) als der Interviewer sie zu Marlon Brando fragt.

Stewart sagt: Schauspielerei hat viel mit Verletzlichkeit zu tun – etwas, das im Männlichkeitsideal von Dominanz keinen Platz hat. Männer, die sich am Set danebenbenehmen, Anweisungen ignorieren oder exzentrische Rituale brauchen, werden als Genies gefeiert. Frauen würden für dasselbe Verhalten kritisiert. Für sie ist dieses „Genie“-Narrativ oft eine Kompensation fragiler Männlichkeit und bringt es mit einer Formel auf den Punkt:

„Kennst du eine Schauspielerin, die für Method-Acting bekannt ist?“

🎧 Das ganze Interview (Opens in a new window) gibt’s auf YouTube oder als Podcast.

Übrigens gibt es auch von Demi Moore ein spannendes Interview (Opens in a new window) im Podcast der New York Times, das ich bereits im Newsletter empfohlen hatte.

👉 Und falls du Lust hast: Auf dem Verbittert Talentlos YouTube-Kanal sammle ich feministische Serientipps, Interviews, Debatten & feministische Filmkritik in Playlists (Opens in a new window).

Bonus-Tipp

In Folge 49 (Opens in a new window)ging es um den Film Vena – eine ambivalente Protagonistin und die erschütternden Umstände von schwangeren und gebärenden Menschen in Haft.

Nun gibt es den Film endlich als Stream in der ARD Mediathek (Opens in a new window)(Verfügbar bis 26.2.26)

Bleibt unbequem. Eure Susi!

Alle Folgen nach dem Thema in Spotify-Playlists sortiert zum orientieren, weiterleiten und empfehlen 👉

🎙️ Wut & Widerstand (Opens in a new window)

🎙️ Care-Arbeit & Mutterschaft (Opens in a new window)

🎙️ Popkultur & Patriarchat (Opens in a new window)

🎙️ Toxische Männlichkeit (Opens in a new window)

🎧 Die nächste Folge von VERBITTERT TALENTLOS erscheint am Do 15. Januar | 55. weibliche Muskeln und Dominanz im Roman „Gym“ mit Christina vom Podcast DIE LESERINNEN (Opens in a new window)

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