Liebe Leser:innen,
diese Ausgabe des Mini-Newsletters erreicht euch kurz vor knapp. Als ich im Herbst 2022 (wow und danke an dieser Stelle für euren jahrelangen Support💖) die Beschreibung für meine Steady-Seite schrieb, schrieb ich, dieser Newsletter sei unregelmäßig. Das Gegenteil ist der Fall! Seitdem ist kein Monat ohne Ausgabe vergangen.
Aber dieses Mal ist es ein wenig anders. Ich hatte zwei Ideen, keine wollte so richtig funktionieren. Das eine war eine “Cosmic Horror Masterclass” am Beispiel von Look Outside — einem Spiel, das ich sehr liebe, obwohl es erst kürzlich erschien. Das andere war eine Art Tagebuch über meinen Selbstversuch, weniger am Telefon zu sein. Stand heute ist der erste Versuch gescheitert. Vielleicht wann anders.
Manchmal habe ich eine Idee für eine Ausgabe und verschwinde in meiner nächsten freien Minute in einem rabbit hole. Dann fließt alles, ich finde tausend Dinge, die ich teilen möchte und alles ist schön. Manchmal geht der Text in eine ganz andere Richtung als gedacht. Auch dann fließt alles und alles ist schön.
Diesen Monat floss nichts.
Das liegt an einer Erkältung, der erdrückenden Belanglosigkeit von Lohnarbeit und wenig Freizeit. Aber ich mag mich nicht beschweren und euch stattdessen ein paar Dinge zeigen, an denen ich stattdessen gearbeitet habe. Dazu einige schöne Dinge von klugen und kreativen Menschen.
Superlevel kommt zurück!
Daniel und Florian haben vor einigen Jahren Superlevel gestartet. Neu gestartet, denn viele Jahre galt der Blog als DIE Anlaufstelle für höchst kreative Texte und Podcasts über höchst kreative Spiele. Ich war so unglaublich stolz, als ich dazu kommen durfte. Allein schon, weil mein Probetext mit mehr roten Korrekturen als Originaltext zurückkam. Aber man lernt ja nie aus und ich durfte von Menschen lernen, deren Texte ich bis heute bewundere.
Das hielt aber nicht lange, denn schon wenige Monate später kam das Ende. Daraus gründeten wir Lost Levels. Erst als Blog, mittlerweile sind wir ein Podcast, den ihr aber auch bei Youtube gucken könnt.
Und nun sind wir beim Neustart mit Florian und Daniel: Superlevel macht Journalismus über Spiele und die Kultur drumrum. Die Autor:innen werden von dem Geld bezahlt, das Unterstützer:innen über Steady und Co. geben. Letztes Jahr habe ich die beiden immer mal wieder im Redaktionsprozess unterstützt. Bis es für uns alle zu viel wurde und wir neben unserer eigentlichen Arbeit keine Zeit für diese unbezahlte Arbeit finden konnten.
Wir haben uns also etwas Neues ausgedacht und hinter den Kulissen wird fleißig geplant und organisiert! Die erste, neue Ausgabe erscheint am 1. August 2025. ✨
Hier anmelden und ab der 1. Ausgabe dabei sein <3 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
50 Abos bei Youtube
Nicht, dass ich jetzt noch eine Youtube-Karriere anstrebe. Aber ein paar Leute mögen meine Videos und das freut mich. Let’s Plays sind gering im Aufwand (zumindest so, wie ich sie mache), deshalb gibt es viele davon. Nach Dino Crisis 2 läuft aktuell Blue Prince. Und die Demo von CloverPit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) hat sich auch dazwischen gemogelt. :)
https://youtu.be/2nHdW62GEQ8 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Wie wir gesellschaftliche Debatten spielen
Das ist der Untertitel meines Seminars, das ich an der Uni Hamburg gebe. Als Lehrbeauftragte, also ein Job, den man nicht fürs Geld macht (100€ pro Sitzung, falls es interessiert, Vor- und Nachbereitung, Prüfungen und Korrekturen sind da schon drin).
Aber ich mach es gerne! Ich freu mich jede Woche drauf, weil ich klugscheißen kann, aber auch immer eine Diskussion entsteht und ich etwas lerne. Diese Woche sprachen wir über DEN Text von Laura Mulvey (Visual Pleasure and Narrative Cinema) und wie wir die formalen und narrativen Aspekte, mit denen im klassischen Hollywood-Kino patriarchale Strukturen reproduziert und verstärkt werden, auf Videospiele anwenden können. Die spannendere Frage ist dann allerdings, was wir mit unseren Erkenntnissen machen und zu was sie uns führen.
“Arbeit” Arbeit
Die führt mich nächsten Monat zu dieser (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Veranstaltung. Das Mediensymposium organisiere ich seit Jahren mit und habe bisher immer was gelernt.
Technologie, die weh tut
Den Newsletter von Rachel Kowert, Psychgeist (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), lese ich (zugegebenermaßen) nicht sehr aufmerksam. Folgende Studie fand ich jedoch spannend:
https://www.cam.ac.uk/research/news/harmful-effects-of-digital-tech-the-science-needs-fixing-experts-argue?utm_campaign=research&utm_medium=social&utm_source=linkedin (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Sie trifft bei mir einen Nerv. Seit einigen Monaten beobachte ich bei mir, dass Social Media schädlich ist. Unterschwellig und klammheimlich. Es fängt damit an, wessen Körper und Lifestyle ich sehe. Inszeniert, ich weiß. Aber ich kann nicht umhin mich zu vergleichen und immer schlechter dazustehen. Ganz unterbewusst.
Es macht auch süchtig, die kurzen Videos mit Pointe und winziger Katharsis zu konsumieren (wobei es einen kleinen Trend gibt, in dem dieser erlösende Moment nicht kommt und Nutzer:innen vergeblich auf einen Sinn im Video hoffen).
Ganz zu schweigen davon, dass wir immer weniger in der Lage sind a) komplexe Antworten zu verstehen, b) zuzulassen und c) zu formulieren. Alles muss schnell gehen, Erklärungen leicht bekömmlich sein, nach 3 Sekunden ist die Aufmerksamkeit weg. Dass das schädlich für eine Gesellschaft ist, die sich zunehmend dringender fragen muss, wie sie Faschismus und Klimakatastrophe bekämpfen will, muss ich euch nicht sagen.
“We must urgently fix this science and policy ecosystem so we can better understand and manage the potential risks posed by our evolving digital society,” said Orben.
Hinzu kommen ökonomische Fragen, die doch immer wieder bei der großen Frage enden: Wie wichtig ist uns Demokratie? Lokaljournalismus (der zuerst, mittlerweile sind alle von der Transformation betroffen) sieht sich in der Enge, ehemalige Kund:innen schalten ihre Anzeigen lieber bei Meta und Co. Dazu kommt immer weniger Vertrauen in die Medien.
Technologie, die überraschenderweise nicht weh tut
Kennt ihr das? Im Augenwinkel nehmt ihr eine Reflektion wahr und der nächste Gedanke gilt dem Telefon: Was ist passiert, wer will was? Dabei muss Technologie gar nicht die Sinne fluten. Und blaues LED-Licht ist gar nicht schädlich?
https://t3n.de/news/calm-tech-institute-digitale-achtsamkeit-1674484/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Popkultur eingeordnet
Wer Lisa Ludwig nicht kennt, kennt sich in Deutschland nicht mit Medien und Popkultur aus. Ich finde ihren Newsletter erfrischend kurz. Aber dabei nicht weniger erkenntnisreich. Wenn es gerade etwas gibt, über das das ganze Internet redet und ihr eine einordnende Perspektive braucht — bitte sehr. Hier zum Beispiel über das Vergewaltigungsspiel, das sich selbst aus Steam gelöscht hat.
https://lisaludwig.substack.com/p/vergewaltigungsspiel-no-mercy-fans (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Wie man einen Roman analysiert
Das erklärt Jessie Lethaby in einer Reihe ihres Substacks. Ich weiß das schon, deshalb interessiert mich eher ihre Leseliste und die schönen Besprechungen, die sie dazu verfasst. Man merkt, sie liebt Bücher und Geschichten. Und so eine Liebe (dare I say, Passion) für etwas zu haben, finde ich prinzipiell wunderschön und erstrebenswert.
https://jesslethaby.substack.com/p/march-books (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Book Club Radio
Jojo und Tinzo sind Geschwister aus Brooklyn, die ihre Hauspartys zu einer extrem erfolgreichen Sache gemacht haben. Die Policy ihres Book Club Radio ist: Nicht den DJ ansehen, neue Musik fühlen, tanzen. In diesem Podcast (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) sprechen sie darüber und werden mit dem Boiler Room verglichen.
Ich habe in den letzten Wochen dieses Set von Halloween rauf und runter gehört. Ich liebe es!
https://youtu.be/2AwmwORrepc (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Meme der Woche
https://www.youtube.com/watch?v=WEE9hRTzHgk&ab_channel=Punchy2nd (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Ich liebe das Internet 🤍
Danke
Danke, dass du diesen Mini-Newsletter gelesen hast. Ich hoffe, es geht Dir gut (viele leiden ja aktuell unter Pollen) und du bist froher Dinge. Ich muss sagen, ich bin slightly negativ in diese Ausgabe gestartet, jetzt geht’s mir besser.
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Ciaoi
Christina