
Ohne ihn ist ein Drehwochenende nicht vollständig. Er gibt keine Widerworte und auf ihn ist immer Verlass, denn die Aufgabe, die er bekommt, übernimmt er, ohne mit der Wimper zu zucken. Denn er hat gar keine Wimpern. Dafür hat er einen stabilen Rücken und Beine, die ihn leider in Mannheim nicht von alleine ins Auto der Dice Actors getragen haben. Die Rede ist: ihr ahnt es schon, vom einzig wahren … Tapeziertisch.
Tathergang
Also, das war so: Wir haben für die Zeit der Live-Spielrunde auf der AnimagiC eine Garderobe zugeteilt bekommen. Dort konnten wir ab 17 Uhr alle Sachen zwischenlagern, was den Aufbau erleichtern sollte. Der Tapeziertisch, der in Berlin als Kamera-Aufstell- und genereller Abstelltisch dient, gehörte zum Equipment und wurde sorgsam vom Auto in die Garderobe getragen. Allerdings blieb er, bedingt durch ein überschaubares Platzangebot, zusammengefaltet dort stehen und hatte keinen aktiven Einsatz. Es ist durchaus möglich, dass ihn dieser Umstand beleidigt gestimmt hat.

Während die Dice Actors nach der Liveshow die Zeit mit den Diceys vor der Bühne genossen, begannen wir (Fallen, Stephie, Franzi und ich (Aylin)), das Hab und Gut aus der Garderobe zu räumen, denn sie musste flott geräumt werden.
Wir vergewisserten uns, dass wir alles beisammen hatten, ich gab das Go und Raum Nummer 3 wurde abgeschlossen.
Tisch wooooooo?!
Er hätte ja wenigstens einen Mucks von sich geben können! Aber nein. Der beleidigte Tisch schwieg. So fuhr die Kolonne montags ohne ihn nach Hause. Carina und Rieke fiel erst beim Ausladen auf, dass er fehlte. Ausgerechnet DER Tapeziertisch! Mich erreichte die Vermisstenmeldung am Dienstag. Ich ließ sofort alles stehen und liegen und schrieb meine Kontakte an: Ging es dem Tisch gut? War er noch vor Ort? Oder wurde er weggeräumt, immerhin blockierte er den ganzen Sonntag die Garderobe? Wir konnten zum Glück schnell aufatmen. Man fand ihn einsam und allein in der Garderobe und brachte ihn zum Empfang. Dort sollte er auf die Abholung warten.
Ich kramte in meinem Gedächtnis nach Personen, die in der Nähe von Mannheim wohnten. Im Zweifelsfall wäre ich nochmal losgefahren, doch ich war nach der Con zeitlich ziemlich eingespannt.
Passenderweise schrieb mich Manul an und bedankte sich für die Zeit auf der Messe. Wir hatten uns beim Figuya-Tag im Februar darüber unterhalten, wie verrückt er war, für diesen einen Tag vom Süden Deutschlands nach Berlin zu fahren und er hatte seine Hilfe angeboten, da er in der Nähe von Mannheim lebt. HA!
Ein paar kleine Absprachen später war alles eingetütet.

Manul, der Tischbringer – oder auch „die Übergabe“
Am 07.08. um 09:11 Uhr wussten wir, dass der Tisch in guten Händen war. Manul nahm ihn zu sich und die beiden hatten eine unfassbar gute Zeit zusammen. Ich bekam regelmäßige Updates. Eigentlich sollte der Tisch im Keller leben, doch irgendwie überzeugte er Manul davon, ihm sogar seine tägliche Dosis Dice Actors zu gönnen.

Der Abschied fiel den beiden sichtlich schwer. Das Schicksal wollte es, dass ich ein Pferd in Baden-Baden abholte und sich somit die perfekte Gelegenheit zur Übergabe bot. Man gönnt sich ja sonst nichts – an einem Dienstag um 08:40 Uhr, auf einer Autobahnraststätte.

Nachdem der Tisch in meinem Kofferraum verstaut war, drückte mir Manul einen Koffeinbooster in die Hand. An dieser Stelle auch dafür nochmal ein großes Dankeschön!
Könnt ihr euch vorstellen, wie groß die Freude war, den Tapeziertisch endlich wiederzusehen?

Seine Reise ist noch nicht vorbei. Die nächste Etappe ist Eschbach – Berlin, damit er seine Arbeit am Drehwochenende wieder verrichten kann. Ob es der Tisch schafft, just in time im Studio anzukommen? Wir werden sehen. Ob andere Tapeziertische neidisch auf ihn sind? Ganz bestimmt! Seine Erlebnisse werden gewiss ab dem heutigen Tage von Generation zu Generation weitererzählt. Von Tapeziertisch zu Tapeziertisch. Auf dass das Ziel eines jeden Tisches ist, eingepackt in eine Decke bei Kerzenschein die neueste Folge Dice Actors mit Manul zusammen zu gucken.
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