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Ep. 274: DOGVILLE - Warum der Film kein Abbild der Realität sein sollte - Kritik & Analyse

Lars von Trier gehört zweifellos zu den größten Filmemachern der Gegenwart. Er setzt sich nicht nur mit intrikaten Fragen mit ungeheurer Radikalität auseinander, sondern auch mit dem Medium Film an sich. Während das Dogma-Manifest das Kino revolutionieren sollte, ist „Dogville“ aus dem Jahr 2003 trotz der experimentellen Form in erster Linie eine Verneigung vor Hollywood und seinen Stars – wie Lauren Bacall, Nicole Kidman und James Caan. „Dogville“ knüpft an die ⁠#Filmnoir⁠ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)-Tradition der 1940er-Jahre an, doch zugleich verunreinigt Lars von Trier diese produktiv, indem er sich dezidiert auf ⁠#BertoltBrecht⁠ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), dessen Theatertheorie und das Lied der Seeräuber-Jenny aus der „Dreigroschenoper“ bezieht. Keineswegs haben wir es bei diesem Film nur mit abgefilmtem Theater zu tun – was viele Theaterregisseure offenbar nicht begreifen wollen, wenn sie diesen Film wiederum für die Bühne adaptieren. Vielmehr ist „Dogville“ ein Film, der uns anzeigt, wo wir als Zuschauer stehen, wenn wir das Kino genießen und uns einer Illusion hingegeben, an die wir nicht glauben können, aber glauben wollen. Mehr dazu von Wolfgang M. Schmitt im Video!

Literatur: Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper, Suhrkamp. Bertolt Brecht: Schriften zum Theater 3, Suhrkamp.

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