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Hillbilly-Elegie (2020)

Hillbilly-Elegie erzählt nichtlinear die Lebensgeschichte des 50. Vizepräsidenten der USA J.D. Vance. Der Jurastudent J.D. reflektiert über die Geschichte seines Lebens, seiner ursprünglich aus Kentucky stammenden Familie und die Hillbilly-Kultur. Diese Kultur bedeutet: es wird durchgehend gestritten, geschrien, gejammert und Gewalt gegen Gegenstände und Menschen ausgeübt.

Der berühmte Regisseur Ron Howard, der für Werke wie Willow (1988), Apollo 13 (1995), A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (2001), The Da Vinci Code Sakrileg (2006) und Solo: A Star Wars Story (2018) bekannt ist, präsentierte 2020 Hillbilly-Elegie. Das Sozialdrama basiert auf dem autobiografischen Buch "Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise" von J.D. Vance.

Handwerklich ist der Film gut gemacht und mit Glenn Close als Großmutter und Amy Adams als Mutter von J.D. Vance prominent besetzt. Gabriel Basso verkörpert die Rolle des jungen J.D., während die Popsängerin Sarah Hudson die Tante spielt.

Inhaltlich betrachtet ist Hillbilly-Elegie jedoch die immer gleiche US-amerikanische Aufstiegsgeschichte, die den Tellerwäscher-Mythos zementiert. Tausendmal gesehen und so klischeehaft, dass man streckenweise denkt, das Ganze sei fiktiv.

Das ständige Geschrei und der Streit, der bis zum Exzess gezeigt wird, ging mir nach einer halben Stunde bereits so auf die Nerven, dass ich ständig versucht war, abzuschalten. Durchdrungen vom Pathos einer Arbeiterklasse, die stolz darauf ist, sich ausbeuten zu lassen, ungebildet zu sein und ihre Kinder zu misshandeln, hat das Werk nicht viel Neues zu bieten. Das kennt man zur Genüge aus vielen anderen Filmen und der Realität, das hätte man nicht so schmerzhaft hervorheben müssen. So verstärkt der Film die Stereotypen, die er eigentlich beleuchten und dekonstruieren sollte.

Natürlich habe ich großteils mit dem jungen J.D. mitgefiebert, er hatte es nicht leicht im Leben, das erzeugt Empathie. Man muss auch nicht alles gut heißen, was dieser Mensch heute tut, seinen Lebensweg und seine Leistungen kann man aber durchaus anerkennen.

Letztendlich beweist Hillbilly-Elegie gut, dass die christlich-neoliberale Gehirnwäsche in den USA bestens funktioniert. Mir fällt es schwer, den Film nicht als Bestandteil der PR-Maschinerie von J.D. Vance zu sehen, der als jemand, der das Elend am eigenen Leibe erfahren haben will, nun genau gar nichts tut, um das Leben von Hillbillys und anderen armen Menschen zu verbessern.

https://www.imdb.com/de/title/tt6772802/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film