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I Spit on Your Grave (2010)

Die attraktive Schriftstellerin Jennifer Hills zieht in ein abgelegenes Waldhaus in Louisiana, um dort einen Roman zu schreiben. Schon bald wird sie von vier primitiven Hinterwäldlern heimgesucht, die ihr Angst machen und sie sexuell misshandeln. Als sie fliehen kann und sich dem zuständigen Sheriff anvertraut, fängt ihre Tortur erst an, denn der Polizist steckt mit den Hinterwäldlern unter einer Decke. Die Männer vergewaltigen und schlagen Jennifer, bis sie von einer Brücke springt und verschwindet. Tage später taucht sie wieder auf und bricht wie ein Racheengel über die fünf Vergewaltiger herein.

I Spit on Your Grave ist ein US-amerikanischer Backwood-Terrorfilm aus dem Jahr 2010. Regie führte Steven R. Monroe. Die Hauptrollen sind mit Sarah Butler als Jennifer Hills, Jeff Branson als Johnny, Daniel Franzese als Stanley, Rodney Eastman als Andy, Chad Lindberg als Matthew und Andrew Howard als Sheriff Storch besetzt. Der Independentfilm ist ein Remake von Meir Zarchis Rape-and-Revenge-Klassiker Ich spuck' auf dein Grab (1978) und eröffnete die gleichnamige Filmreihe, zu der noch I Spit on Your Grave 2 (2013), I Spit on Your Grave III: Vengeance is Mine (2015) und I Spit on Your Grave (2019) gehören. Meir Zarchi übernahm beim Remake die Funktion eines Produzenten.

Das Werk wurde in Deutschland von der SPIO/JK zwar nicht als schwer jugendgefährdend befunden; die Urversion musste jedoch um vier Minuten geschnitten werden. Die FSK lehnte den Film insgesamt siebenmal ab, bis eine um vierzehn Minuten gekürzte Fassung das FSK-Label "keine Jugendfreigabe" erhielt. Somit war der Film seines eigentlichen Sinns und Zwecks beraubt. Eine Uncut-DVD-Fassung wurde 2012 indiziert und beschlagnahmt - und die um vier Minuten gekürzte Verleihfassung gleich mit. Die Beschlagnahmung wurde 2022 aufgehoben, indiziert ist I Spit on Your Grave jedoch bis heute.

Man sieht dem Film sein geringes Budget an, doch das stört bei einem so auf Realismus getrimmten Horror nicht wirklich, im Gegenteil: Es bringt eine gewisse Stimmung mit sich, die man als Kenner genießen kann. Auch wenn an einigen Stellen der Realismus etwas gedehnt wird - eine so dünne und kleine Frau könnte wahrscheinlich eher weniger einen ausgewachsenen Kerl alleine durch den Wald ziehen und auf die Foltervorrichtung hieven -, entschädigen die originellen Folterstrafen für die Vergewaltiger dafür ein bisschen. Vor allem aber sticht das intensive Spiel von Sarah Butler hervor. Mir hätte es noch besser gefallen, wenn der Film ihre Perspektive nach dem Sprung von der Brücke beibehalten hätte, sodass wir hätten sehen können, wie sie schwer verletzt über die Tage hinweg überlebt.

I Spit on Your Grave ist ein roher, gut gespielter und transgressiver Film, der mich in ein Wechselbad aus Erschütterung, Rache und Lust stürzte. Wer mehr über die transgressive Kraft des Terrorfilm-Genres wissen möchte, dem empfehle ich Marcus Stigleggers Buch "Terrorkino - Angst/Lust und Körperhorror".

https://www.imdb.com/de/title/tt1242432/ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
Sujet Film