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Der Weg führt nach Straubing – meine alte Heimat.

Fast vierzehn Jahre habe ich hier gelebt. Nicht als Besucherin, nicht auf Durchreise, sondern mittendrin. Diese Stadt erklärt sich mir nicht – sie gehört zu mir. Zu meinem Alltag von damals, zu meinem Heute, zu dem, was geblieben ist.

Ankommen hier ist kein großes Ereignis. Es ist eher ein leises Wiedererkennen. Die Straßen wissen noch, wie ich gehe, und ich weiß noch, wo der Blick automatisch hängen bleibt. Es ist dieses unaufgeregte Vertrautsein, das sich nicht anbiedert und nicht verabschiedet – es ist einfach da.

Wir sind mit Freunden unterwegs, und das allein färbt den Tag schon wärmer, als es jeder Schal vermöchte. Erste Station: ein rumänischer Christkindlmarkt. Und ja – meiii, war das schön. Nicht geschniegelt, nicht geschniegelt-heimelig, sondern lebendig. Es wurde getanzt. Wirklich getanzt. Nicht dieses symbolische Fußwippen aus Pflichtgefühl, sondern Bewegung aus Freude. Menschen, die lachen, essen, beisammenstehen. Ich mag diese Art von Festlichkeit, die keinen perfekten Rahmen braucht.

Die Düfte allerdings… ach, die Düfte.

Und hier betritt mein inneres Wiesel die Bühne.

Denn natürlich wollte es alles. Die komplette Karte. Rauf, runter, quer. Mici, bitte. Am besten frisch vom Grill, dampfend, würzig, sofort.

Mein Magen hingegen – noch tief beeindruckt von den weihnachtlichen Eskapaden der vergangenen Tage – verweigerte jede Kooperation. Kein Drama, eher ein stilles, sehr bestimmtes Nein. Also blieb ich standhaft, während das Wiesel mit leidender Miene zusah, roch, imaginär kaute und sich innerlich bereits Beschwerdebriefe an mein Verdauungssystem ausdachte.

Weiter ging es in die Stadt. Sonntagslogik griff: Der Krönner geschlossen. Also Plan B, der sich bewährt hat – ab ins Gasthaus Röhrl.

Auf den Tellern der anderen: Kaiserschmarrn, Spanferkel. Üppig, duftend, ein Gedicht. Ich blieb erneut Zuschauerin, mittlerweile routiniert. Aber: Cappuccino ging. Und wie er ging. Versöhnlich, warm, mit Milchschaum, der vom Wiesel Löffel für Löffel zelebriert wurde, als handele es sich um eine kleine kulinarische Wiedergutmachung des Universums.

Und dann – zwischen Markt, Stadt und Kaffee – passierte das, was diese Tage eigentlich ausmacht: Gespräche. Tiefe Gespräche. Keine Hast, kein Oberflächenglanz. Lachen, ehrliche Nähe, dieses stille Gefühl von „Wir sind gerade genau richtig hier“. Zeit verging, wie sie es immer tut, wenn sie es gut meint: viel zu schnell.

Am Abend trennten sich die Wege wieder. Heimfahrt. Müdigkeit, die nicht schwer ist, sondern satt. Und dieses unausgesprochene Versprechen, das man nicht festhalten muss, weil es sich von selbst merkt: Wir lassen nicht wieder so viel Zeit vergehen.

Straubing hat mich an diesem Tag

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