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Herrschaft in Permanenz: Der katechontische Impuls in der Politischen Theologie von Peter Thiel und Carl Schmitt

Eine kritische freimaurerische Analyse

Quelle: Die Zeit

1. Einleitung: Die Rückkehr der Politischen Theologie im Silicon Valley

In der aktuellen Diskussion über die Zukunft der westlichen Demokratie und die Rolle der Technologie gibt es eine interessante Entwicklung: Es entstehen gerade neue Denktraditionen, die an alte erinnern, die man vor einiger Zeit verdrängt hatte. Es ist schon ironisch, dass ausgerechnet im Silicon Valley, wo man lange Zeit von einem post-historischen, libertären Optimismus ausging, die dunkelsten und komplexesten Figuren der europäischen politischen Philosophie des 20. Jahrhunderts eine neue Heimat gefunden haben. Peter Thiel, der PayPal und Palantir mitgegründet hat, denkt da anders. Er lässt sich mehr von theologischen Fragen leiten als von den Möglichkeiten, die die Technik bietet. Um zu verstehen, was hinter Thiels Handeln steckt – von seiner Investitionsstrategie bis zu seinem politischen Einfluss – muss man tiefer gehen als die oberflächliche Tech-Berichterstattung. Man muss in die Tiefen der "Politischen Theologie" eintauchen.

Die vorliegende Analyse nimmt eine bestimmte analytische Position ein. Nämlich die eines politischen Philosophen, der sich mit den Symbolwelten, der Ethik und der Geschichte der Freimaurerei auskennt. Die Perspektive ist dabei nicht willkürlich gewählt. Die Freimaurerei, die ja aus der Aufklärung kommt und sich als Hüterin einer "Königlichen Kunst" der Selbstveredelung sieht, steht historisch und philosophisch in einem Spannungsverhältnis zu den autoritären und apokalyptischen Strömungen, die Thiel verwendet. Während der Maurer am "Tempel der Humanität" baut, der auf den Säulen von Weisheit, Stärke und Schönheit ruht und durch das Licht der Vernunft erhellt wird, denkt Thiels im Schatten des Katechon – jener biblischen Kraft, die das Ende der Welt nicht verhindert, sondern lediglich aufhält.

Sujet Philosophie

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