Welche FrĂŒhblĂŒher brauchen Hummeln, welche Pflanzen vertragen sich mit Ameisen â und wie werdet ihr SchildlĂ€use los? In der ersten Gartensprechstunde des Jahres geht es um naturnahes GĂ€rtnern: von der richtigen Erde fĂŒr GemĂŒse in Töpfen ĂŒber das Pflanzen von BĂ€umen bis hin zu insektenfreundlichen Hecken. Ich beantworte eure Fragen und freue mich, mit euch in die neue Gartensaison zu starten!

Willkommen zur ersten Gartensprechstunde! Ab jetzt gibt es sie jeden Monat â zusĂ€tzlich zu den regulĂ€ren Gartenthemen. Ich freue mich riesig ĂŒber das viele tolle Feedback, die spannenden Fragen und die wachsende Community hier. Bald knacken wir die 1000 Abonnent:innen â unglaublich, dass so viele von euch dabei sind! đ„°
Gleich vorweg: NatĂŒrlich kann ich nicht jede Frage beantworten. Manche sind sehr spezifisch, andere lassen sich aus der Ferne schwer beurteilen, und manchmal sind es einfach zu viele. Aber ich bemĂŒhe mich, möglichst viele relevante Themen aufzugreifen und Antworten zu liefern, die euch weiterhelfen. Am Ende des Monats werde ich immer ein Formular herumschicken, in das ihr eure Fragen eintragen könnt. Generelle Themenideen und -wĂŒnsche könnt ihr ĂŒber das Formular hier einreichen» (S'ouvre dans une nouvelle fenĂȘtre).
Also, legen wir los â hier kommen eure Fragen und meine Antworten fĂŒr den Februar!
Welche FrĂŒhblĂŒher brauchen die ersten Hummeln? Wo kann ich am besten FrĂŒhblĂŒher kaufen? Wann ist der beste Zeitpunkt um eine neue FlĂ€che mit FrĂŒhblĂŒhern zu versehen?
Die ersten Hummeln, die am Anfang des Jahres unterwegs sind, sind die Königinnen, die meist ab Februar oder MĂ€rz ausfliegen. Sie sind besonders auf FrĂŒhblĂŒher angewiesen, das stimmt!
Zu den hilfreichsten Zwiebelpflanzen gehören Krokusse, Schneeglöckchen â die auch bei Schmetterlingen sehr beliebt sind â, Winterlinge, Blausterne, Gelbsterne, Narzissen, Traubenhyazinthen, Tulpen, vor allem Wildtulpen, und verschiedene Zierlaucharten. Auch einige Wildstauden und FrĂŒhblĂŒher spielen eine groĂe Rolle, darunter Buschwindröschen, Scharbockskraut, Lerchensporn â einer meiner absoluten Favoriten â, verschiedene Primelarten, Lungenkraut und LeberblĂŒmchen. ZusĂ€tzlich gibt es Gehölze, die frĂŒh im Jahr Pollen liefern, allen voran die Hasel und die Sal-Weide.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um eine neue FlĂ€che mit FrĂŒhblĂŒhern zu versehen?
Zwiebelpflanzen solltet ihr im Herbst, also so zwischen September und November, setzen. Stauden könnt ihr â je nach Art â entweder im FrĂŒhjahr oder im Herbst pflanzen. Gehölze wie Weiden oder Haseln solltet ihr zwischen Oktober und MĂ€rz setzen, solange der Boden nicht gefroren ist.
Wo könnt ihr FrĂŒhblĂŒher kaufen?
Ich bestelle meine Pflanzen meistens im Internet, da da mehrere Fragen kamen, mache ich das direkt alles: Die Gehölze bei Baumschulen wie die Baumschule Horstmann, da hatte ich ausschlieĂlich positive Erfahrungen gemacht, und auch wenn mal was nicht okay ist, ist der Service makellos. Das kam aber erst einmal vor (habe da schon rund 30 Gehölze bestellt). Stauden und Ă€hnliches kaufe ich gern bei Lichtnelke Pflanzenversand, Zwiebeln gern bei GrĂ€fin von Zeppelin, die haben tolle Sorten, und bei Dutch Grown, Horstmann und manchmal bei Poetschke. Rosen gern ebenfalls der âGrĂ€finâ, bei Horstmann, aber auch beim Rosenhof Schultheis. Nein, das ist keine Werbung oder so ;). Your experiences may vary.
Wichtig ist, dass ihr beachtet, dass es verboten ist, Schneeglöckchen oder andere Pflanzen in der Natur, in Parks usw. auszugraben und mitzunehmen. Macht das also bitte nicht. :)
Was kann man jetzt im Februar schon vorziehen?
Ich werde bald sowieso einen extra Artikel zu meiner Anzucht machen. Und es kommt sehr darauf an, welches Konzept ihr mit euren GĂ€rten/Balkonen verfolgt. Die Voranzucht kann beispielsweise im Februar bei Artischocken, Auberginen, Basilikum, Blumenkohl, Chili, FrĂŒhlingszwiebeln, Gurken, Kerbel, Knollenfenchel, Knollensellerie, Lauch, Majoran, Melonen, Paprika, Peperoni und Physalis losgehen. Im FrĂŒhbeet gehen im Februar schon frĂŒhe Kohlsorten, Kresse, Kohlrabi, Petersilie, Porree, Radieschen, Rettiche und einige Salate. Direkt ins Beet könnt ihr jetzt schon Spinat und Dicke Bohnen aussĂ€en, solange der Boden frostfrei ist. In geschĂŒtzten Lagen eignen sich auch Radieschen und frĂŒhe Rettichsorten fĂŒr die ersten Aussaaten direkt in den Boden!

Wie schaffe ich es, nicht andauernd Massen an Erde zu kaufen?
Ein eigener Komposthaufen ist der beste Weg, um dauerhaft Erde zu produzieren. Statt Erde zu kaufen, können organische Materialien wie KĂŒchenabfĂ€lle (Obst- und GemĂŒseschalen), Laub, Grasschnitt, Eierschalen, Kaffeesatz, Strauchschnitt und Pflanzenreste kompostiert werden. Mikroorganismen, Pilze und Bodenlebewesen wandeln diese Stoffe mit der Zeit in wertvollen Humus um, der als Erde oder zur Bodenverbesserung verwendet werden kann. Je nach Methode dauert das zwischen einigen Monaten und zwei Jahren. Pluspunkt bei der Sache: Die WasserhaltefĂ€higkeit verbessert sich dann auch im Boden! Wer wenig Platz hat, kann auch mit Wurmkompostern oder Bokashi-Eimern arbeiten, die schneller verwertbaren DĂŒnger und Humus liefern.
Wenn ihr Hochbeete oder KĂŒbel bepflanzen wollt, mĂŒsst ihr sie nicht komplett mit teurer Pflanzerde fĂŒllen. Stattdessen gibt es eine Schichtmethode, die Erde spart und gleichzeitig langfristig NĂ€hrstoffe liefert:
Unterste Schicht: Grobe Ăste, Zweige und Strauchschnitt â das sorgt fĂŒr eine gute DurchlĂŒftung und speichert Feuchtigkeit. Zudem haben die WĂŒrmer, Mikroorganismen und Pilze dann was zu knabbern.
Mittlere Schicht: Halbreifer Kompost, Grasschnitt, Laub oder Pflanzenreste â das zersetzt sich langsam und gibt nach und nach NĂ€hrstoffe ab.
Obere Schicht: Hochwertige Pflanzerde oder gut verrotteter Kompost â hier kommt das Saatgut rein oder die Pflanzen werden reingesetzt.
Diese Methode spart nicht nur Erde, sondern sorgt auch fĂŒr eine gute Drainage und langfristige Bodenfruchtbarkeit!

Auch im Gartenbeet könnt ihr das stĂ€ndige Ausbringen neuer Erde vermeiden, indem ihr den vorhandenen Boden gesund haltet. Eine einfache und wirkungsvolle Methode ist das Mulchen: Eine Schicht aus Laub, Grasschnitt, Stroh oder HolzhĂ€cksel auf den Beeten schĂŒtzt den Boden vor Austrocknung und Erosion, wĂ€hrend sie sich langsam zersetzt und neue NĂ€hrstoffe liefert. Auch GrĂŒndĂŒngung, also der Anbau von Pflanzen wie Klee oder Senf, verbessert die Bodenstruktur und erspart den Zukauf von Erde. Dazu werde ich auch noch ausfĂŒhrlichere BeitrĂ€ge bringen!
Insektenfreundliche Hecke, was kann ich da pflanzen?
Eine insektenfreundliche Hecke ist wirklich so viel toller als eine Standardhecke. Wichtig ist natĂŒrlich, einheimische StrĂ€ucher zu wĂ€hlen, die BlĂŒten haben, mit denen unsere heimischen Insekten auch was anfangen können. FrĂŒhblĂŒher wie Kornelkirsche, Schlehe und WeiĂdorn versorgen Wildbienen und Hummelköniginnen im FrĂŒhjahr. SpĂ€ter folgen Holunder, PfaffenhĂŒtchen, Berberitze und Schneeball, die neben BlĂŒten auch Beeren fĂŒr Vögel bieten. Win-Win! FĂŒr eine lange BlĂŒtezeit eignen sich Felsenbirne, Sanddorn und Johannisbeere. Sie locken mit nektarreichen BlĂŒten Schmetterlinge und Bienen an und tragen spĂ€ter FrĂŒchte, was natĂŒrlich doppelt toll ist. Ich finde, alle Leute sollten zumindest Teile ihrer Hecke durch eine Naschhecke auflockern.

Wichtig ist bei der Sache natĂŒrlich, die Hecke nicht zu hĂ€ufig und radikal zu schneiden, damit BlĂŒten und Beeren sich ĂŒberhaupt bilden können. Wer Platz hat, kann eine mehrreihige Struktur anlegen â streng geschnitten an der GrundstĂŒcksgrenze, und innen lockere BĂŒsche, die natĂŒrlich wachsen. so entsteht ein naturnaher Lebensraum fĂŒr Insekten und Vögel!
Wann pflanze ich am besten BĂ€ume?
Die beste Pflanzzeit fĂŒr BĂ€ume mit nackten Wurzeln ist der Herbst oder das zeitige FrĂŒhjahr. Im Herbst, etwa von Oktober bis Dezember, können die Wurzeln vor dem Winter noch gut anwachsen, wĂ€hrend die Krone kaum Wasser verdunstet. Dadurch startet euer Baum im FrĂŒhjahr mit einem Wachstumsvorsprung. Falls ihr im Herbst nicht pflanzen könnt, eignet sich auch das frĂŒhe FrĂŒhjahr (Februar bis April), bevor die Vegetationsperiode beginnt. Wichtig ist, dass der Boden nicht gefroren ist und der Baum genĂŒgend Zeit hat, Wurzeln zu bilden, bevor es heiĂ und trocken wird! So kann die ganze Energie ins Wurzelwachstum flieĂen, bevor BlĂ€tter und Co. an ihm zehren. ContainerbĂ€ume (also BĂ€ume im Topf) könnt ihr theoretisch das ganze Jahr ĂŒber pflanzen, aber auch hier sind Herbst und FrĂŒhjahr besser. Im Sommer wird es gegebenenfalls schwieriger, da ihr mehr gieĂen mĂŒsst und der Baum dann vielleicht schlechter anwĂ€chst. Das hĂ€ngt aber auch sehr davon ab, was fĂŒr ein Standort es ist. Ich habe letztes Jahr rund 30 Gehölze gepflanzt, und alle zwischen Februar und Dezember. Ich habe in meinen beiden GĂ€rten eher feuchten Boden und das Jahr war auch recht nass bei uns, da gab es keine Probleme!
Welche Pflanzen vertragen sich gut mit Ameisen, und warum siedeln sie sich in meinem Garten so stark an?
Ameisen sind ein natĂŒrlicher Bestandteil des Gartenökosystems, aber wenn sie sich in Massen ansiedeln, kann es ungemĂŒtlich werden, I know. Warum sie sich bei dir so wohl fĂŒhlen, ist aus der Ferne schwer zu sagen â oft spielen trockener, warmer Boden, ungestörte NistplĂ€tze und ein reiches Nahrungsangebot eine Rolle. Besonders BlattlĂ€use ziehen Ameisen an, weil sie den sĂŒĂen Honigtau âmelkenâ und die LĂ€use vor Fressfeinden schĂŒtzen. Hast du davon viel in der NĂ€he? Einige Pflanzen profitieren sogar von Ameisen, z. B. Ackerbohnen und Erbsen, die die kleinen Racker mit ihren NektardrĂŒsen anlocken, die dann Pflanzenfresser vertreiben. Auch KirschbĂ€ume locken mit Nektar Ameisen als âWĂ€chterâ an, um Schmetterlingsraupen und andere Larven loszuwerden. Felsenbirne, Sanddorn und Johannisbeere werden oft problemlos in ameisenreichen GĂ€rten angebaut. KrĂ€uter wie Thymian, Lavendel und Minze werden dagegen von Ameisen eher gemieden, das ist dann vielleicht was fĂŒr dich?

Um die Ameisenpopulation zu regulieren, gibt es generell sanfte Methoden: Feuchtigkeit erhöhen (Ameisen meiden dauerhaft feuchte Standorte), Nester stören (regelmĂ€Ăiges Harken oder Umgraben kann sie vertreiben) und natĂŒrliche Feinde fördern. GrĂŒnspechte sind bereits aktiv, das ist gut â auch Kröten, Eidechsen und MarienkĂ€fer (auch dadurch, dass sie BlattlĂ€use fressen) helfen, die Ameisen in Schach zu halten! Auch Nematoden können eingesetzt werden. Sie befallen die Larven und veranlassen die Kolonie zum Umzug.
Lasst uns aber auch nicht vergessen, dass Ameisen im Gartenökosystem eine wichtige Rolle spielen. Sie belĂŒften den Boden, indem sie mit ihren Tunneln fĂŒr eine bessere Durchmischung sorgen und Wasser sowie Sauerstoff in tiefere Bodenschichten eindringen lassen. Sie rĂ€umen auf, indem sie tote Insekten und organisches Material zersetzen und so zur NĂ€hrstoffrĂŒckfĂŒhrung beitragen â NĂ€hrstoffe fĂŒr eure Pflanzen, yeah! Sie halten bestimmte Insektenpopulationen in Schach, indem sie Eier, Larven oder geschwĂ€chte Tiere fressen. Sie verteilen Samen vieler Pflanzen, besonders von Wildblumen wie Veilchen oder Lerchensporn. Diese Pflanzen haben an ihren Samen sogenannte Elaiosomen â nĂ€hrstoffreiche AnhĂ€ngsel, die Ameisen fressen, wĂ€hrend sie den eigentlichen Samen unbeschĂ€digt an einen neuen Ort tragen. Dadurch verbreiten sich die Pflanzen ganz ohne Wind oder Vögel! Ameisen selbst dienen wiederum als Nahrung fĂŒr viele Gartentiere wie Vögel â zum Beispiel den oben erwĂ€hnten GrĂŒnspecht â, Kröten oder Eidechsen und sind damit ein wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes eurer GĂ€rten. Sie helfen beim Abbau von Pflanzenresten, indem sie Pilze und Mikroorganismen fördern, die organisches Material zersetzen. Einige Pflanzen profitieren wie oben beschrieben sogar direkt von ihnen, indem sie Ameisen mit sĂŒĂen DrĂŒsensekreten anlocken, die dann andere Insekten vertreiben.
Haben sie mir mal eine komplette Kartoffelernte in einem Beet ruiniert, weil sie dort alle Knollen ausgehöhlt und Eier reingelegt haben? Ja. Liebe ich sie dennoch? Auch ja. :)
Wann kann man frĂŒhestens trockene Stauden abschneiden?
Trockene Stauden lasse ich meist bis Mai stehen, damit die ĂŒberwinternden Insekten genĂŒgend Zeit zum SchlĂŒpfen haben. Wenn es frĂŒher nötig ist, sie zu entfernen, solltet ihr sie vorsichtig unten abschneiden, ohne die hohlen StĂ€ngel zu quetschen. Statt sie direkt zu entsorgen, könnt ihr sie gebĂŒndelt in eine geschĂŒtzte Ecke legen, zum Beispiel an eine Hecke oder in eine ruhige Gartenecke â so haben die restlichen Larven noch die Chance zu schlĂŒpfen.
Der frĂŒheste Schnittzeitpunkt hĂ€ngt von der Witterung ab. Ab MĂ€rz oder April werden die ersten Insekten aktiv, an sonnigen Tagen kann man oft beobachten, ob noch Wildbienen oder andere Insekten aus den StĂ€ngeln krabbeln. Solange das der Fall ist, lohnt es sich zu warten. Wer besonders naturnah gĂ€rtnern möchte, kann einige StĂ€ngel als dauerhafte natĂŒrliche Nisthilfe stehen lassen.

Welche Erde bzw. Erden soll ich am besten fĂŒr GemĂŒse, dass ich in Töpfen anpflanze, nehmen? Bei mir will alles nicht so recht wachsen âŠ
FĂŒr GemĂŒse in Töpfen ist nicht nur die richtige Erde entscheidend, sondern auch die GröĂe der Töpfe! Sie sollten wirklich groĂzĂŒgig gewĂ€hlt werden â zu kleine GefĂ€Ăe trocknen schneller aus, bieten zu wenig Platz fĂŒr die Wurzeln und können NĂ€hrstoffmangel verursachen. Dadurch wachsen die Pflanzen schlechter oder kĂŒmmern von Anfang an. Weiter oben habe ich beschrieben, wie man Töpfe richtig schichtet, um StaunĂ€sse zu vermeiden und eine gute NĂ€hrstoffversorgung zu gewĂ€hrleisten. Diese Schichtung hilft, den Boden stabil und durchlĂ€ssig zu halten.
Und fĂŒr jede Pflanze braucht ihr du natĂŒrlich auch die passende Erde. Heidelbeeren beispielsweise brauchen sauren Boden, also spezielle Rhododendron- oder Moorbeeterde (torffrei!). Mit normaler Gartenerde wachsen sie nicht gut. Tomaten, Paprika und Gurken bevorzugen dagegen humusreiche, lockere Erde mit guter WasserhaltefĂ€higkeit, also hochwertige GemĂŒseerde oder Komposterde mit Sandanteil zur besseren DurchlĂŒftung. KrĂ€uter wie Thymian oder Lavendel brauchen eher karge, durchlĂ€ssige Erde, also eher eine Mischung mit Sand und etwas Kies. AuĂerdem muss man wissen, ob es sich um Starkzehrer oder Schwachzehrer handelt. Starkzehrer wie KĂŒrbis, Zucchini oder Knoblauch brauchen besonders nĂ€hrstoffreiche Erde mit gutem Kompostanteil und mĂŒssen regelmĂ€Ăig nachgeâfĂŒttertâ werden, da sie dem Boden viel NĂ€hrstoff entziehen. Schwachzehrer wie Feldsalat, Erbsen oder Radieschen kommen dagegen mit wenig NĂ€hrstoffen aus. Wenn ihr hier zu viel DĂŒnger verwendet, kann das zu kĂŒmmerlichem Wachstum fĂŒhren. Daher sollte die Erde immer an die jeweilige Pflanze angepasst werden.
Neben der Erde ist auch der richtige Standort wichtig. Clematis zum Beispiel vertragen keine direkte Sonneneinstrahlung auf den Wurzelbereich â die unteren 15â20 cm mĂŒssen im Schatten liegen, etwa durch Mulch oder Bodendecker. Auch Heidelbeeren bekommen in voller Mittagssonne oft Hitzestress und wachsen besser im lichten Halbschatten. Salate schieĂen bei zu viel Hitze schnell in die Höhe, wĂ€hrend Tomaten es warm, aber regengeschĂŒtzt brauchen.
Kurz gesagt: Achtet auf groĂe Töpfe, die richtige Schichtung, standortgerechte Erde und den passenden Platz. Wenn ihr die BedĂŒrfnisse eurer Pflanzen beachtet, klappt es mit dem Anbau!
Was kann man im Bereich unter einem Walnussbaum anpflanzen?
Unter einem Walnussbaum etwas anzupflanzen, ist nicht ganz einfach, da der Baum Juglon absondert. Das ist ein Stoff, der das Wachstum vieler Pflanzen hemmt, und das ist so ein bisschen trial and error damit. Schwierige Kiste, ich hab im Waldgarten auch so eine Situation mit Eichen, die alles verdunkeln und den Boden mit dem Laub versauern. An solchen Standorten ist es zudem oft schattig und trocken, was viele Pflanzen nicht vertragen. Trotzdem gibt es ein paar heimische Pflanzen, die mit diesen Bedingungen klarkommen und euch eine schöne, natĂŒrliche Unterpflanzung ermöglichen.

Bodendecker wie Waldmeister breiten sich gut aus und bilden dichte Teppiche, wĂ€hrend Waldveilchen mit ihrem robusten Wuchs auch eine schöne ErgĂ€nzung sind. Das bringt auch ein bisschen Farbe im FrĂŒhjahr rein. Auch Knoblauchsrauke, die essbar ist und Schmetterlingsraupen anzieht, sowie die Goldnessel, die Trockenheit aushĂ€lt und leuchtend gelb blĂŒht, sind eine gute Wahl. Wenn ihr winterliche BlĂŒten mögt, könnt ihr Christrosen (Helleborus) pflanzen, die auch tiefen Schatten vertragen. FĂŒr eine strukturierte Unterpflanzung eignen sich auĂerdem einige heimische GrĂ€ser und Farne â Letztere sind natĂŒrlich meine Favoriten. Schwingelarten, insbesondere trockenheitsvertrĂ€gliche heimische Sorten, wachsen zuverlĂ€ssig unter BĂ€umen. Wurmfarn kommt mit Schatten gut zurecht, wĂ€hrend die Waldsegge sich an schwierige Standorte anpasst. Man muss da ein paar Sachen ausprobieren.
Damit sich eure Pflanzen gegen die Konkurrenz des Walnussbaums behaupten können, solltet ihr den Boden mit Mulch (z.B. Laub) feucht halten und den Pflanzen Zeit zum Einwurzeln geben.
Ich weiĂ ja, dass ich mit dem StaudenrĂŒckschnitt noch warten kann/soll. Aber ab wann kann ich denn anfangen, das sich im Beet ausbreitende Gras vorsichtig rauszuholen (will ja keine groĂe Unruhe ins Erdreich bringen), bevor es die Weltherrschaft anstrebt?
Ihr könnt jetzt im Februar loslegen, solange der Boden nicht gefroren ist. Wenn ihr das Gras entfernt, wĂŒhlt ihr spĂ€ter nicht so viel im Beet herum. Am besten zieht ihr es vorsichtig per Hand oder mit einer kleinen Harke heraus, um das Bodenleben zu schonen. Falls ihr dabei Larven entdeckt, legt sie einfach wieder zurĂŒck, bedeckt sie sanft mit Erde und mulcht die Stelle etwas. So bleibt das Gleichgewicht im Boden erhalten und das Gras kann sich nicht so stark ausbreiten.
Wie werde ich SchildlĂ€use los und warum bekommen alle meine Pflanzen (drinnen und drauĂen) immer SchĂ€dlinge?
Erstens: Ich mag das Wort âSchĂ€dlingâ nicht. In einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte wurde es benutzt, um Menschen zu entmenschlichen, und dieser Beigeschmack lĂ€sst sich fĂŒr mich nicht von dem Begriff trennen. Aber auch darĂŒber hinaus stört mich die ganze Denkweise dahinter. Die Natur kennt keine Kategorien wie ânĂŒtzlichâ oder âschĂ€dlichâ â das sind rein menschliche Wertungen, die nur unsere eigene Perspektive widerspiegeln (=Anthropozentrismus). Dieses Denken, dass alles, was uns nicht unmittelbar dient, entweder bedeutungslos ist oder beseitigt werden muss, ist zutiefst problematisch. Jedes Lebewesen hat eine Rolle im Ăkosystem, unabhĂ€ngig davon, ob wir sie verstehen oder angenehm finden. Wir mĂŒssen aufhören, die Natur nach unserem Nutzen zu sortieren. Also halten wir fest: Es gibt keine âSchĂ€dlingeâ. Ist eine gute Möglichkeit, das direkt aus dem Wortschatz zu streichen! :)
So, zweitens. SchildlĂ€use machen keinen SpaĂ â der Zitronenbaum meiner Mutter hat die auch immer mal wieder. Leider gibt es kein Wundermittel, aber eine Kombination aus mechanischer Entfernung, biologischen Mitteln und guter Pflanzenpflege funktioniert am besten. Wenn der Befall noch gering ist, könnt ihr die LĂ€use mit einem Lappen, einer ZahnbĂŒrste oder einem HolzstĂ€bchen vorsichtig abreiben. Bei stĂ€rkeren Befall hilft es, betroffene Triebe abzuschneiden. Schmierseife mit Alkohol löst den Schutzschild der LĂ€use auf, Neemöl unterbricht ihre Nahrungsaufnahme und wirkt besonders nachhaltig. DrauĂen erledigen MarienkĂ€fer, Schlupfwespen und OhrwĂŒrmer einen GroĂteil der Arbeit â sie snacken die SchildlĂ€use und halten dadurch die Population in Schach, sodass sie nicht ĂŒberhand nimmt.

Wenn Pflanzen immer wieder stark befallen werden, liegt das meist an ungĂŒnstigen Bedingungen, die sie schwĂ€chen. Trockene Heizungsluft im Winter macht âHauspflanzenâ anfĂ€lliger, wĂ€hrend drauĂen NĂ€hrstoffmangel, ĂberdĂŒngung oder Trockenstress ihre Widerstandskraft verringern. Auch zu wenig Licht oder stĂ€ndige Zugluft setzen ihnen zu. HĂ€ufig kommen die LĂ€use mit neuen Pflanzen oder mit den KĂŒbelpflanzen ins Haus, die im Herbst zum Ăberwintern reingeholt werden.
Gesunde Pflanzen sind generell weniger gefĂ€hrdet. Wenn ihr fĂŒr die richtigen Bedingungen sorgt, beugt ihr Problemen vor. Eine gute Wasserversorgung, passende Erde und regelmĂ€Ăige Kontrollen helfen, gröĂere Probleme zu vermeiden. SchildlĂ€use lieben trockene Luft â wenn ihr die Luftfeuchtigkeit erhöht, erschwert ihr ihnen die Ausbreitung. Im Garten halten NĂŒtzlinge wie MarienkĂ€fer oder Schlupfwespen den Befall in Grenzen. Mit etwas Aufmerksamkeit und gezieltem Eingreifen verhindert ihr, dass sich SchildlĂ€use dauerhaft in solchen Massen ansiedeln, dass sie der Pflanze wirklich schaden. Das ist vielleicht auch noch wichtig: Nur weil 10 SchildlĂ€use auf eurem Zitronenbaum herumkriechen, muss es noch kein Problem geben. Erst, wenn es wirklich viele werden, kann es die Pflanze schwĂ€chen.
Das war es fĂŒr den Februar â aber das Hortarium steht erst am Anfang! In den kommenden Monaten werden wir viele spannende Themen vertiefen: Kompost, Bodenleben, Pflanz- und Beetplanung, natĂŒrliche KreislĂ€ufe und alles, was einen lebendigen, nachhaltigen Garten ausmacht. Es gibt so viel zu entdecken! Der Garten wĂ€chst â und das Hortarium mit ihm. Ich freu mich so! :) Gegen Ende Februar schicke ich wieder eine Umfrage rum, ĂŒber die ihr Fragen fĂŒr die Gartensprechstunde im MĂ€rz stellen könnt.
Bis dann!
Jasmin
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