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Denn wohin wir auch gehen, wir gehen mit Flügeln

Rainer Maria Rilke

🎨 Jeden Dienstag wird Kunst lebendig. Durch eine sorgfältige Auswahl der Werken lernst du, mit anderen Augen zu sehen. Kunst gehört dem, der sich traut, sie zu fühlen.

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Liebe Kunstfreundin, lieber Kunstfreund,

Bilder von geflügelten Wesen faszinieren die Menschheit seit jeher. Sie tauchen in allen Kulturen auf und symbolisieren die Verbindung zwischen Menschlichem und Göttlichem, Sichtbarem und Unsichtbarem.

In der Antike gab es geflügelte Wesen wie Nike, die den Sieg symbolisierte, oder Eros, der die Liebe verkörperte. Auch Götter wie Hermes oder Iris haben Flügel und sind zu Boten geworden.

Mit dem Aufkommen des Christentums wurden diese Wesen „recycelt” und zu Engeln, die ebenfalls als Boten und Beschützer fungieren. Von der Romantik bis zur Moderne spiegeln geflügelte Wesen die Überzeugungen, Sorgen, Emotionen und Hoffnungen jeder Epoche wider.

Begib dich heute auf einen symbolischen Flug, der Mythen, Religionen und menschliche Erfahrungen verbindet.

Flügel für den Sieg

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Nike von Samothrake, 190 v. Chr., Louvre (Daru-Treppe).

In der griechischen Kunst war die hellenistische Zeit sehr dramatisch, dynamisch und emotional. In diese Zeit passt die Skulptur der Göttin Nike, auch Nike von Samothrake genannt, perfekt. Sie wurde offenbar angefertigt, um einen Seesieg zu feiern.

Auch die römische Kunst kopierte diese geflügelten Figuren, die Siege symbolisierten, und verwendete sie auf Münzen und zur Verzierung von Triumphbögen. Die Darstellung einer jungen Frau mit wohlproportioniertem Körper, die fliegen und sich zwischen Menschen niederlassen kann, symbolisiert sehr gut die Vorstellung von Bewegung und Macht.

Die griechische Siegesgöttin Nike steht auf einem Sockel in Form eines Schiffsbugs und streckt ihr rechtes Bein nach vorne, um die Bewegung zu betonen. Ihr nasses Kleid schmiegt sich an ihren Körper und betont ihre weiblichen Formen. Diese Technik wurde in der griechischen Bildhauerei verwendet, um Sinnlichkeit hervorzuheben. Das Werk wurde fragmentiert gefunden, doch Arme und Kopf sind nie aufgetaucht.

Du kannst die Göttin im Louvre bewundern. Da sie in beträchtlicher Höhe steht, empfindest du sie als unerreichbares Wesen, das sich auf halbem Weg zwischen dir und den Göttern befindet.

Flügel für den Krieg

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Pieter Bruegel der Ältere. Der Sturz der rebellierenden Engel. 117 × 162 cm. 1562, Königliche Museen, Brüssel.

Der niederländische Maler Pieter Brueghel (1526–1569) ließ sich bei diesem Werk, in dem monströse Wesen auftreten, von der Offenbarung des Johannes und Hieronymus Bosch inspirieren. Die dramatische biblische Erzählung berichtet von der großen Schlacht im Himmel, in der die Dämonen als gefallene Engel entstanden, da sie aufgrund ihrer Rebellion besiegt wurden.

Sujet Ikonografie - Mythologie

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