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Kuba-Brief Nr. 57 | September 2025

Kuba-Brief Nr. 57

Havanna, 28. September 2025


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kuba-Interessierte,

nichts Neues aus Havanna. Gerade ist bei mir im Viertel mal wieder der Strom ausgefallen. Das passiert mittlerweile fünf, sechs Stunden jeden Tag. Es mag blöd klingen: Aber man lernt, damit zu leben. Daran gewöhnen möchte ich mich aber trotzdem nicht. Trotz des raschen Baus neuer Solarparks mit chinesischer Hilfe hat sich das Stromdefizit in den vergangenen Wochen und Monaten weiter verschärft. Ständig gehen wegen Havarien Kraftwerke vom Netz, es fehlt an ausreichend Treibstoff für den Betrieb der dezentralen Diesel- und Heizölmotoren. Am 10. September war das fünfte Mal innerhalb eines Jahres das nationale Stromnetz landesweit vollständig zusammengebrochen, als das Wärmekraftwerk Antonio Guiteras, das wichtigste des Landes, unerwartet vom Netz ging und eine Kettenreaktion von Ausfällen auslöste, die das Netz vollständig destabilisierten. Nur wenige Tage zuvor war bereits der komplette Osten der Insel von einem vollständigen Stromausfall betroffen. Aber selbst an „normalen“ Tagen fehlte zuletzt oft mehr als die Hälfte der erforderlichen Strommenge. Experten haben berechnet, dass Kuba innerhalb eines Jahrzehnts zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar benötigt, um seinen Stromsektor zu sanieren. Unklar ist, wo das Geld herkommen sollen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Situation noch prekärer geworden. Auf Kuba gehen buchstäblich die Lichter aus.

Dazu sieht sich das Land mit der schwierigsten Wasserversorgungslage der letzten Jahre konfrontiert. Durchschnittlich drei Millionen Menschen – im Schnitt jeder dritte Haushalt – sind von Unterbrechungen der Wasserversorgung betroffen. Denn die Stromausfälle wirken sich direkt auf den Betrieb der Wasserpumpen- und -verteilungssysteme aus. Zudem wird das Land von einer der schwersten Dürren seiner jüngeren Geschichte geplagt. Und für die Beschaffung der erforderlichen Ressourcen und Technologien fehlen schlicht die Mittel. Auch hier gilt: Eine nachhaltige Lösung ist nicht in Sicht.

Die Liste ließe sich noch eine ganze Weile weiterführen: medizinische Versorgung, Ausstattung der Krankenhäuser, Schulen und Universitäten, Müllentsorgung, Bodegas, Altenheime … Es fehlt an allen Ecken und Enden. In vielen Bereichen, aus denen sich der Staat aufgrund fehlender Ressourcen zurückzieht, übernimmt wieder der Markt die Verteilung – mit den entsprechenden sozialen Konsequenzen: Die Ungleichheit wird immer größer und sichtbarer.

Dazu erhöhen die Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz im Karibischen Meer und den Druck auf Kubas engen Verbündeten Venezuela. Auch dies ist eine Entwicklung, die auf der Insel zunehmend Sorge bereitet.

Und auch die Hurrikansaison kommt langsam in Schwung. Am Wochenende suchte ein tropisches Tiefdruckgebiet mit starken Regenfällen den Osten Kubas heim und führte laut vorläufigen Berichten zu eingestürzten Häusern, Überschwemmungen, Erdrutschen und der Evakuierung mehrerer Tausend Menschen. Am stärksten betroffen sind die Provinzen Guantánamo und Santiago de Cuba, wo laut dem Institut für Meteorologie in mehreren Orten Niederschlagsmengen zwischen 200 und 300 Millimetern gefallen sind. Uns steht ein in vielerlei Hinsicht unruhiger Herbst bevor.

Ihnen jedoch eine ruhige Lektüre dieser neuen Ausgabe des Kuba-Briefs. Ich freue mich über Rückmeldungen, Anregungen und Kritik. Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

PS. Bedanken möchte ich mich bei all jenen, die an mich herangetreten sind, um den Kuba-Brief und meine Arbeit mit einer Geldspende zu unterstützen. Das weiß ich sehr zu schätzen. Vielen Dank!

PS2. Leiten Sie wie gehabt gern den Link zur Registrierung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) an Interessierte weiter.

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez (Foto: rubenluengas.com)

1. US-Kanonenbootpolitik in der Karibik. Kubas Außenminister Bruno Rodriguez hat die Vereinten Nationen aufgefordert, die Vereinigten Staaten daran zu hindern, einen Krieg in der Region zu beginnen. „Ich fordere die Generalversammlung und den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und ihre Befugnisse gemäß dem Mandat der Charta auszuüben, um den Frieden in unserer Region zu wahren“, sagte Rodriguez vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz in Havanna vor seiner Reise zur jährlichen stattfindenden UN-Generalversammlung in New York.

Rodríguez bezeichnete die Bekämpfung des Drogenhandels im Namen der nationalen Sicherheit der USA und die massive Verlegung von US-Truppen in die Karibik als „plumpen und lächerlichen Vorwand“ für Aggressionen. „Die Vereinigten Staaten sind heute das wichtigste Finanzzentrum und der Hauptumschlagplatz für Geldwäsche ausländischer Vermögenswerte, die aus der transnationalen organisierten Kriminalität, vor allem dem Drogenhandel, stammen“, so Rodríguez. Bereits Ende August beklagte das kubanische Außenministerium in einer Erklärung (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), die „militärische Präsenz der Vereinigten Staaten in der Karibik bedroht die Region mit absurden Vorwänden“.

Die Spannungen zwischen Washington und Venezuela, Kubas wichtigstem politischen und wirtschaftlichen Verbündeten, haben seitdem weiter zugenommen. Das US-Militär hat in den vergangenen Wochen in der Karibik mindestens drei — mutmaßlich aus Venezuela kommende — Schnellboote angegriffen, die angeblich Drogen transportierten. Dabei gab es mehr als ein Dutzend Tote. „Das Abfangen und Zerstören von Booten, die außergerichtliche Tötung von Zivilisten, das Abfangen von Fischereibooten ... schaffen eine gefährliche Situation, die den Frieden und die Sicherheit bedroht“, sagte Rodriguez.

Mitte August hatten die Vereinigten Staaten die Entsendung von Luft- und Seestreitkräften in die südliche Karibik angeordnet, um gegen die Bedrohung durch lateinamerikanische Drogenkartelle vorzugehen. In der Vorwoche hatte US-Präsident Donald Trump eine geheime Exekutivorder unterzeichnet, die den Einsatz des US-Militärs gegen Drogenkartelle im Ausland erlaubt, die von der US-Regierung kurz nach Trumps Amtsantritt als terroristische Organisationen eingestuft wurden. Kürzlich hat die Regierung Trump zudem das Kopfgeld auf Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro auf 50 Millionen US-Dollar erhöht und angebliches Vermögen Maduros in den USA beschlagnahmt. Washington wirft Maduro vor, dem Kartell Los Soles vorzustehen. (19.09.2025)

Zum Weiterlesen:

Drohkulisse gegen Venezuela (nd) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Die USA haben Luft- und Seestreitkräfte in die südliche Karibik entsandt. Die Regierung in Washington begründet ihre Entscheidung mit einem Vorgehen gegen die Bedrohung durch lateinamerikanische Drogenkartelle.

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Kuba und China treffen Vereinbarungen zur „Umschuldung“ kubanischer Verbindlichkeiten. Beim Besuch des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel in China im Rahmen seiner Asien-Reise, die ihn Ende August/Anfang September zudem nach Vietnam und Laos führte, sind wichtige Fortschritte zur Erleichterung bilateraler Finanztransaktionen erzielt worden. Das erklärte Kubas Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva Fraga gegenüber staatlichen kubanischen Medien (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Kuba steht demnach kurz vor der Integration seiner Geschäftsbanken in das Cross-Border Interbank Payment System (CIPS), das von China als Alternative zu SWIFT für internationale Zahlungen in Renminbi (Yuan) entwickelt wurde. Die chinesische Plattform soll eine sicherere Abwicklung von Zahlungen ermöglichen und Kuba in eine „bessere Lage versetzen, Zahlungen ohne die Einmischung der Blockademaßnahmen der Vereinigten Staaten abzuwickeln“. Darüber hinaus sei vereinbart worden, „die Verwendung des Renminbi bei Handelsgeschäften und Zahlungen zwischen China und Kuba generell zu verstärken“, erklärte Pérez-Oliva. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Kubas und gilt als wichtiger strategischer Partner der Insel. Beide Regierungen hätten zudem Vereinbarungen zur „Umschuldung“ getroffen, erklärte der Minister. „Die Staatsschulden wurden bereits umgeschuldet, derzeit werden die letzten Details für die Unterzeichnung der Umschuldung der Bank- und Finanzschulden ausgearbeitet, und es wurden auch die Voraussetzungen geschaffen, um schrittweise mit der Umschuldung der Unternehmensschulden zu beginnen.“ Konkrete Zahlen zur Höhe der Staats- oder Unternehmensschulden nannte Pérez-Oliva nicht.

Kuba setzt künftig auch auf marktbasierte Klimaschutzinstrumente. Die kubanische Regierung hat den Weg für eine Beteiligung am globalen Kohlenstoffmarkt freigemacht. Mit der im Amtsblatt der Republik Nr. 77 vom 19. September (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (PDF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) veröffentlichten Resolution 106/2025 hat das Land einen Rechtsrahmen für die Teilnahme am weltweiten CO₂-Handel festgelegt. Dieser Schritt stehe im Einklang mit den nationalen Strategien zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Erfüllung der internationalen Umweltverpflichtungen Kubas, schreiben staatliche Medien (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).

Es ist zugleich ein weiterer kleiner Abschied von der Planwirtschaft hin zu mehr Markt. Denn Kohlenstoffmärkte sind marktbasierte Klimaschutzinstrumente. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Bilanzierung von CO₂. Jede Tonne ausgestoßenen Kohlendioxids wird zertifiziert und mit Kosten belegt, die gehandelt werden können. Ziel es ist es, wirtschaftliche Anreize zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zur Bekämpfung des Klimawandels zu schaffen. Diese Form des grünen Kapitalismus wird von Sozialwissenschaftlern durchaus kritisch gesehen. Sie verweisen darauf, dass Instrumente wie Emissionshandel, Nachhaltigkeitszertifikate oder umweltbewusster Konsum gegenüber dem Klimawandel weitgehend wirkungslos geblieben sind. Die weltweiten Emissionen sänken kaum oder stiegen sogar.

Die Resolution 106/2025 legt die Funktionsprinzipien des Kohlenstoffmarktes für Kuba fest, darunter die Souveränität des Staates über die natürlichen Ressourcen, Maßnahmen zur Kohlenstoffzertifizierung, Validierung und Überprüfung durch unabhängige Dritte sowie robuste Quantifizierung von Emissionsreduktionen. Zur Umsetzung dieses Rahmens werde eine dem Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Umwelt (CITMA) angegliederte Technische Einheit (Unidad Técnica) gegründet. Diese soll die Übereinstimmung der Initiativen und Projekte mit den nationalen Politiken sicherstellen, die Einhaltung internationaler Transparenzstandards gewährleisten, und dafür sorgen, dass die Projekte zu einer tatsächlichen Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen und zertifiziert werden.

Privates kubanisches Unternehmen wird französisches Bier der Marke OKA Beer herstellen und vertreiben. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen dem kubanischen Kleinunternehmen Sé S.R.L. und der französischen Marke OKA Beer ermöglicht die Produktion und den Vertrieb dieses Bieres auf der gesamten Insel. Angaben zu Produktionsmengen oder konkreten Vertriebsdaten wurden nicht gemacht. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen Sé S.R.L. hat seinen Sitz im Focsa-Gebäude in Havanna und betreibt eine kleine Fabrik in Güira de Melena in der Provinz Artemisa. OKA Beer wird in Champigneulles im Norden Frankreichs gebraut. Es wird als „ein dunkles und vollmundiges Bier“ mit einem „leicht süßlichen“ Nachgeschmack beschrieben.

Schadensersatzurteil in den USA gegen den Reiseanbieter Expedia aufgehoben. Das US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von Florida in Miami hat am 5. September ein Urteil in erster Instanz gegen Expedia aufgehoben, das den US-amerikanischen Touristikkonzern auf der Grundlage von Titel III des Libertad Acts zur Zahlung von 29,85 Millionen US-Dollar Schadensersatz an den Cubano-Amerikaner Mario Echevarría verurteilt hatte. Die beklagten Unternehmen Hotels.com LP, Hotels.com GP und Orbitz LLC, die zur Expedia-Gruppe gehören, „haben innerhalb der im Gesetz vorgesehenen Frist von 30 Tagen ihre Buchungen bei den Hotels, die sich auf dem von den Klägern geerbten Grundstück befinden, eingestellt und damit den Zweck des vom Kongress verabschiedeten und von Präsident Clinton unterzeichneten Gesetzes erfüllt“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Der Libertad Act, auch Helms-Burton-Gesetz genannt, ist eine 1996 vom US-Kongress verfügte Verschärfung der US-Blockadepolitik gegen Kuba. Anfang 2019 aktivierte Donald Trump als erster US-Präsident die Klauseln III und IV dieses Gesetzes und ebnete somit den Weg für Schadensersatzklagen vor US-Gerichten gegen Unternehmen, die nach der Revolution ohne Entschädigung verstaatlichten Besitz nutzen.

Am 18. April hatte eine Geschworenenjury am US-Bezirksgericht für Südflorida anerkannt, dass Hotels.com LP, Hotels.com GP und Orbitz LLC über ihre digitalen Plattformen „gewinnbringende Reservierungen“ in Hotels in Kuba vorgenommen haben, die auf verstaatlichtem Land gebaut wurden. Der Kläger Mario Echevarría beansprucht das Eigentum an einem Grundstück auf Cayo Coco, das seiner Familie während der Agrarreform von 1959 von der kubanischen Regierung ohne Entschädigung entzogen worden sei. Dort stehen heute die Hotels Iberostar Mojito, Iberostar Colonial und Pullman Cayo Coco. Die Geschworenen gaben Echevarría recht und verhängten Mitte April eine Entschädigungssumme von 9,95 Millionen US-Dollar für jedes Unternehmen, insgesamt also 29,85 Millionen US-Dollar. Die höhere Instanz hat dieses Urteil nun aufgehoben – durchaus überraschend.

Joint Venture BioCubaCafé investiert weiter in kubanischen Kaffee. Das kubanisch-italienische Gemeinschaftsunternehmen BioCubaCafé hat mit der Verteilung eines umfangreichen Pakets von Betriebsmitteln begonnen, das die Kaffee-Ernte 2025/26 im Osten Kubas stärken und sowohl die Menge als auch die Qualität der Bohnen gewährleisten soll. Laut der Zeitschrift Excelencias (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) umfasst die direkte Unterstützung der Produzenten wichtige Werkzeuge für die Ernte. „Für die Produzenten auf dem Feld stellt BioCubaCafé Macheten und Säcke aus Polypropylen zur Verfügung“, erklärte das Unternehmen auf seiner Facebook-Seite. Überdies wird ein direkter Anreiz geschaffen: Für jeweils zehn Dosen Kaffee erster Qualität können die Produzenten ein Lebensmittelpaket im Wert von 1.500 kubanischen Pesos (CUP) erwerben, das Reis, Bohnen, Zucker, Öl, Nudeln und Fleischkonserven enthält.

Die Arbeiter in den Entpulpungsfabriken, die für die Verarbeitung der Bohnen von zentraler Bedeutung sind, erhalten Unterstützung in Form von Arbeitskleidung und einem Lebensmittelbonus, dessen Höhe an die Menge des von ihnen verarbeiteten Kaffees gekoppelt ist. Für den optimalen Betrieb der Entpulpungsmaschinen, in denen das Entpulpen, Fermentieren und Waschen des Kaffees erfolgt, liefert BioCubaCafé Schmiermittel, Fett, Kieselgur – ein wesentlicher Bestandteil zum Schutz des geernteten Kaffees vor Schädlingen –, Sprührucksäcke, Säcke, Kraftstoff, Stromaggregate und Zement für Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Umberto Cerutti, Koordinator von BioCubaCafé räumte ein, dass der Zustand verschiedener Infrastrukturen noch nicht optimal sei. Sein Unternehmen liefere aber bereits Zement für die Reparatur von Trocknungsplätzen und Gärtanks und plane für das nächste Jahr eine gründlichere Instandhaltung. Auch der Diesel für den täglichen Transport des Kaffees sei garantiert, so Cerutti. „Die Lieferung umfasst einen 3.000-Liter-Tank für jedes kommunale Unternehmen sowie den für den gesamten Acopio-Prozess erforderlichen Kraftstoff.“ Acopio ist Kubas staatlicher Monopolist für Agrarprodukte. Um den häufigen Stromausfällen im Osten Kubas entgegenzuwirken, bestätigte Cerutti die Verteilung von Stromaggregaten, einschließlich des für deren kontinuierlichen Betrieb erforderlichen Kraftstoffs. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass die Verarbeitung in den Verarbeitungs- und Trocknungsanlagen ohne Unterbrechungen erfolgen kann.

BioCubaCafé ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem die staatliche kubanische Unternehmensgruppe AgroForestal, die italienische Lavazza-Stiftung und das italienische Unternehmen HEI S.R.L. beteiligt sind. Das Unternehmen verfügt über Kaffeeplantagen in den Provinzen Granma, Santiago de Cuba und Guantánamo.

Kuba und Vietnam bauen ihre Kooperation im Agrarbereich weiter aus. Die staatliche Unternehmensgruppe Grupo Empresarial Agroforestal de Artemisa (GEAF) und das vietnamesische Unternehmen Viet Royal haben Mitte August eine Absichtserklärung über den Anbau und Export verschiedener landwirtschaftlicher Produkte in der Provinz Artemisa unterzeichnet. Wie die kubanische Tageszeitung Granma berichtete (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), sollen auf 2.000 Hektar brachliegenden Flächen in den Gemeinden Alquízar, San Antonio de los Baños und San Cristóbal Soja, grüne Bohnen, Erdnüsse, Malanga und Kartoffeln sowie Cashews angebaut werden. Das Soja und die Erdnüsse werden laut der lokalen Tageszeitung El Artemiseño (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) zur Gewinnung von Pflanzenöl für den Inlandsverbrauch und als Tierfutter verwendet, während die grünen Bohnen und Cashewnüsse für den Export bestimmt sind.

Die von Miguel Sánchez García, Präsident der GEAF, und Nguyen Khac Hoang, Direktor von Viet Royal, besiegelte Vereinbarung sieht vor, dass Kuba Ackerland, Infrastruktur, Treibstoff und Arbeitskräfte zur Verfügung stellt, während die vietnamesische Seite Maschinen, Betriebsmittel (Saatgut, Düngemittel), technisches Kapital und eine Anschubfinanzierung bereitstellt. Jorge Luis Oramas Vargas, Leiter der Abteilung Handel und Investitionen in der Provinz Artemisa, betonte, dass mit den geplanten Exporten „von für den lokalen Verbrauch nicht lebensnotwendigen Produkten“ Devisen erwirtschaftet würden, die für den Erwerb wichtiger Betriebsmittel wie Düngemittel und Maschinen zu Steigerung der Nahrungsmittelproduktion der Provinz gedacht sind. Laut kubanischen Medien verspricht die kubanisch-vietnamesische Allianz nicht nur eine Wiederbelebung der Landwirtschaft in Artemisa, sondern stellt auch ein Modell der internationalen Zusammenarbeit dar, das in anderen Sektoren repliziert werden kann.

Anfang dieses Jahres sorgte bereits ein anderes Projekt beider Länder für Aufmerksamkeit. Das vietnamesische Unternehmen Agri VMA baut in Las Palacios in der Provinz Pinar del Rio auf Flächen staatlicher Agrarbetriebe Reis an. Erstmals überließ die kubanische Regierung damit einem ausländischen Unternehmen Ackerland zur eigenständigen Bewirtschaftung. (siehe Kuba-Brief Nr. 56 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Kubanisch-vietnamesisches Joint Venture zur Medikamentenherstellung. Ein von Kuba und Vietnam gemeinsam gegründetes Pharmaunternehmen wird Hightech-Medikamente für beide Länder sowie für den Export herstellen. Das berichteten staatliche kubanische Medien Ende August (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Genfarma mit Firmensitz in Vietnam ist das Ergebnis einer Vereinbarung, die im Mai dieses Jahres zwischen dem kubanischen Unternehmen BCF S.A., das zur Unternehmensgruppe BioCubaFarma gehört, und dem vietnamesischen Unternehmen Genfarma Holdings unterzeichnet wurde. (siehe Kuba-Brief Nr. 55 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) Die Präsidentin von BioCubaFarma, Mayda Mauri, bezeichnete bei einem Besuch in Vietnam das Joint Venture als ein innovatives Modell der Süd-Süd-Zusammenarbeit im biopharmazeutischen Sektor mit „einer klaren internationalen Ausrichtung“, zu dessen Zielen der Transfer von modernster kubanischer Medizintechnik nach Vietnam gehört. Laut BioCubaFarma sollen die durch diese Initiative erzielten Einnahmen für die Entwicklung und die Herstellung von Medikamenten für die kubanische Bevölkerung verwendet werden.

Kuba und Vietnam unterhalten enge politische und wirtschaftliche Beziehungen, die zuletzt durch die Unterzeichnung von mehr als fünfzig Kooperationsabkommen in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, des Handels, der Investitionen und anderen Bereichen wie Bildung, Wissenschaft und Landwirtschaft intensiviert wurden. Vietnam ist Kubas zweitgrößter Handelspartner und wichtiger Investor auf der Insel.

Kuba und Moldawien unterzeichnen ein Memorandum zur Förderung der Handelsbeziehungen. Beide Länder haben Mitte August ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, um die Handelsbeziehungen in Bereichen wie Biotechnologie, Agrarindustrie, Pharmazie und Informationstechnologie zu „fördern“, wie das kubanische Außenministerium mitteilte. Das Dokument, das vom Präsidenten der kubanischen Handelskammer, Antonio Carricarte, und seinem moldawischen Amtskollegen Sergiu Harea unterzeichnet wurde, „eröffnet neue Möglichkeiten für die Förderung des Handels und der Investitionen zwischen beiden Ländern“, heißt es. Die kubanische Seite hob die „zunehmende industrielle Diversifizierung” Moldawiens und die „hohe Qualität” seiner landwirtschaftlichen Produktion (Obst, Wein und Getreide) sowie die Entwicklung der Informationstechnologien und von Branchen wie der Textil- und Automobilindustrie hervor. Kuba und Moldawien nahmen 1992 diplomatische Beziehungen auf. Zwei Jahre später unterzeichneten Havanna und Chisinau ein Abkommen über die Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaft.

Nach dem Eklat hat Kuba einen neuen Arbeitsminister. Mitte August hat Kubas Staatsrat Jesús Otamendiz Campos zum neuen Minister für Arbeit und Soziales ernannt. Der 50-Jährige, der einen Abschluss in Rechtswissenschaften und einen Doktortitel in Pädagogik hat, war zuletzt Vizegouverneur der Provinz Havanna, hatte jedoch in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Ämter im Arbeitsministerium inne, darunter das des Vizeministers und des ersten Vizeministers. Otamendiz wird Nachfolger von Marta Elena Feitó Cabrera. Diese war Mitte Juli nach umstrittenen Äußerungen, in denen sie die Existenz von Bettlern in Kuba geleugnet hatte, und nach einer Welle der Empörung in der Bevölkerung von ihrem Amt zurückgetreten. (siehe Kuba-Brief Nr. 56 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

USA verhängen Visabeschränkungen wegen Kubas Ärztebrigaden. US-Außenminister Marco Rubio hat am 13. August Schritte unternommen, US-Visa für einige Beamte Brasiliens sowie afrikanischer und karibischer Staaten zu widerrufen oder einzuschränken, denen Washington Verbindungen zu kubanischen Ärztemissionen vorwirft. So hob das US-Außenministerium u. a. die Visa des brasilianischen Gesundheitsministers Mozart Julio Tabosa Sales und des ehemaligen Beamten der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation PAHO, Alberto Kleiman, auf. Die kubanische Regierung bezeichnete den Schritt als zynischen Vorwand, um Kubas Deviseneinnahmen anzugreifen.

Für Kuba ist die Entsendung von Ärzten und medizinischem Personal in die ganze Welt eine bedeutende Deviseneinnahmequelle. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump und seines kubanisch-stämmigen Außenministers Marco Rubio hat die US-Regierung den Druck auf Länder, die kubanische Ärzte beschäftigen, enorm erhöht, um so die Finanzierungsquellen Havannas trockenzulegen. Rubio wirft Beamten, die an Kubas Ärztemissionen beteiligt sind, vor, in Menschenhandel und Arbeitsausbeutung verwickelt zu sein. Diese Anschuldigungen werden von Havanna und vielen führenden Politikern der Karibik zurückgewiesen.

Neues Joint Venture zwischen Kuba und der Slowakei. In Havanna ist Mitte August das Gemeinschaftsunternehmen Baracocoa S.A. gegründet worden. Partner des Projekts, mit dem die einst von Che Guevara gegründete Schokoladenfabrik in Baracoa in der Provinz Guantánamo im Osten Kubas wiederbelebt werden soll, sind das staatliche kubanische Unternehmen Alimentos y Bebidas S.A. (Alimcor S.A.) und die slowakische Firma Proxenta a.s. Hauptgeschäftszweck des neuen Unternehmens ist die Verarbeitung, Herstellung und Vermarktung von Schokolade und Kakaoprodukten. Ziel ist es, „mit rund 7.000 Tonnen Kakao den Bedarf der nationalen Industrie zu decken, was zur Herstellung von Mischungen, Pasten, Schokoladen ... sowohl für Kuba als auch für den internationalen Markt führen wird“, sagte Alimcor-Präsident Dariel Lamadrid gegenüber der Tageszeitung Granma (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Außerdem sei die technologische Modernisierung mit erneuerbaren Energiequellen sowie die Anschaffung von Möbeln und Kühlfahrzeugen für den effizienten Vertrieb der Produkte vorgesehen, fügte er hinzu. Das kubanisch-slowakische Joint Venture ist das sechste Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischen Partnern, das in den vergangenen Monaten von den kubanischen Behörden genehmigt wurde.

Ab Dezember gibt es wieder eine direkte Flugverbindung zwischen Deutschland und Kuba. Kubas staatliche Airline Cubana de Aviación wird ab dem 3. Dezember zweimal wöchentlich Frankfurt/M. mit Havanna und Holguín verbinden. Der Hinflug nach Havanna mittwochs und der Rückflug aus Havanna samstags stoppen jeweils in Holguín im Osten des Landes. Das kündigte die GSA Friends Touristik Marketing (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) aus Frankfurt/M. Mitte August an. Die Strecke bedienen wird ein von der spanischen Fluggesellschaft Plusultra geleaster moderner Airbus A330-200, der 287 Passagieren Platz bietet. Der erste Flug startet am 3. Dezember um 16.50 Uhr MEZ von Frankfurt/M. über Holguin nach Havanna.

Die Wiederaufnahme von Cubana-Flügen nach Deutschland erfolgt, nachdem die deutsche Fluglinie Condor ihre Kuba-Verbindungen ab Frankfurt/M. gestrichen hat. Sie begründete dies mit wirtschaftlichen Erwägungen. Nachfrage und Buchungszahlen dürften aufgrund der Wirtschafts- und Versorgungskrise auf der Karibikinsel zurückgegangen sein. In der ersten Hälfte dieses Jahres erlebte der kubanische Tourismussektor einen starken Einbruch der Besucherzahlen. Die letzten Condor-Flüge fanden Anfang Mai statt. Derzeit gibt es von Deutschland nach Kuba nur Umsteigeverbindungen über Amsterdam, Paris oder Madrid. Condor wird auch im Winter die Insel nicht wieder anfliegen. Die Schweizer Fluglinie Edelweiss, eine Tochter von Swiss Air, hat ihre Verbindungen von Zürich nach Havanna ebenfalls aus dem Programm genommen.

US-Fluggesellschaften ziehen sich aus dem Kuba-Geschäft zurück. Delta Airlines wird ab Oktober seine Linienflüge nach Kuba einstellen. Laut Caribbean News Digital ist diese Entscheidung auf die mangelnde Rentabilität und operative Schwierigkeiten zurückzuführen. Delta hatte im Dezember 2016 nach mehr als einem halben Jahrhundert Unterbrechung im Rahmen der von der US-Regierung Barack Obamas vorangetriebenen diplomatischen Annäherung zwischen den USA und Kuba seinen Flugbetrieb nach Havanna wieder aufgenommen. In den vergangenen Monaten hatte das Unternehmen jedoch aufgrund sinkender Nachfrage und steigender Betriebskosten bereits die Flugfrequenzen reduziert. American Airlines und Southwest Airlines kündigten ebenfalls Flugkürzungen an.

United Airlines wiederum stellte Anfang September ihre einzige regelmäßige Flugverbindung nach Kuba, die Strecke Houston-Havanna, ein. Die Airline begründete die Entscheidung mit „geringer Nachfrage“ und „regulatorischen Änderungen“. Diese Verbindung, die 2016 während des diplomatischen Tauwetters zwischen den USA und Kuba genehmigt wurde, war die einzig verbliebene Direktverbindung zwischen Kuba und einer US-amerikanischen Stadt außerhalb Floridas. Washington hatte im Juni die Beschränkungen für touristische Reisen nach Kuba verschärft und die Visaerteilung für kubanische Beamte eingeschränkt.

Das Handelsregister führt eine neue digitale Plattform ein. Das kubanische Handelsregister (Registro Central Comercial, RCC) hat eine neue digitale Plattform aktiviert, die es allen staatlichen und privaten Wirtschaftsakteuren ermöglicht, die obligatorische Gewerbeanmeldung online durchzuführen. Das berichten staatliche Medien (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre), ohne jedoch Angaben zur Online-Adresse des neuen Tools zu machen. Die Registrierung beim RCC ist für alle natürlichen und juristischen Personen, die gewerbliche Tätigkeiten ausüben, obligatorisch. Das Fehlen dieser Lizenz oder die Nichtdurchführung des Registrierungsverfahrens kann zu Geldstrafen, zur Schließung von Betrieben oder zum Entzug der Genehmigungen zur Ausübung gewerblicher Tätigkeiten führen. Die neue Plattform soll die Übermittlung der erforderlichen Daten erleichtern, um die für den legalen Betrieb erforderliche Gewerbeberechtigung zu erhalten. Um ihre Registrierung zu formalisieren, müssen Wirtschaftsakteure zwei grundlegende technische Anforderungen erfüllen: Sie müssen ihr Steuerkonto aktivieren und bestimmte QR-Codes mit diesem Konto verknüpfen. Für jede ausgeübte wirtschaftliche Tätigkeit ist eine Gebühr von 510 kubanischen Pesos (CUP) zu entrichten. Diejenigen, die mehrere Tätigkeiten ausüben, müssen für jede einzelne Tätigkeit eine separate Zahlung leisten.

Meliã übernimmt die Verwaltung des Gran Hotels Bristol in Havanna. Die spanische Hotelkette Meliã Hotels International hat seit Juli die Verwaltung des Gran Hotels Bristol in Havannas Altstadt übernommen, das bisher von Kempinski betrieben wurde. Das Hotel in der Nähe des Kapitols verfügt über 162 Zimmer. Es war seit 2020 das zweite kubanische Hotel, das von Kempinski Hotels in Kuba betrieben wurde. Drei Jahre zuvor eröffnete das luxuriöse Gran Hotel Manzana Kempinski mit 246 Zimmern und Suiten am Parque Central, nur einen Steinwurf vom Gran Hotel Bristol entfernt.

Mit der Übernahme des Gran Hotel Bristol steigt die Zahl der von Meliã in Havanna betriebenen Hotels auf sechs – landesweit sind es 33. Meliã verstärkt also sein Engagement auf Kuba, trotz der komplexen Situation, in der sich das Land seit einigen Jahren befindet. In einem Halbjahresbericht bezeichnete das Unternehmen die Lage auf der Insel erneut als „herausfordernd“. Es Verzeichnete einen signifikanten Rückgang der Buchungen und der Gewinne auf der Insel. In seiner Bilanz zum Ende März (siehe Kuba-Brief Nr. 54 (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) bestätigte das Unternehmen einen Rückgang in Kuba um 8,3 Prozent beim durchschnittlichen Zimmerpreis und um 20,8 Prozent beim Umsatz pro verfügbarem Zimmer.

Kuba fördert den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Angesichts der Ressourcenknappheit, der Verschlechterung der Böden und der Auswirkungen des Klimawandels sind gentechnisch veränderte Pflanzen eine notwendige Alternative, um die Nahrungsmittelproduktion in Kuba zu steigern. Das erklärte Dr. Mario Pablo Estrada García, Direktor für Agrarforschung am Zentrum für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB), gegenüber der Tageszeitung Granma (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Angesichts der dringenden Notwendigkeit, Mais und Soja zu produzieren – wichtige Futtermittel für Tiere –, räumt Kuba diesen transgenen Kulturen Priorität ein. Nach 25 Jahren Forschung strebt das Land laut Granma nun die kommerzielle Freigabe unter Sicherheitsvorschriften an. Eine nationale Kommission mit Vertretern der Ministerien für Wissenschaft, Landwirtschaft und Gesundheit überwacht den Prozess.

Derzeit werden 5.608 Hektar gentechnisch veränderter Soja für den Tierverzehr und 300 Hektar für Saatgut angebaut. Bei gentechnisch verändertem Mais – mit einem Potenzial von neun Tonnen pro Hektar – werden 150 Hektar für Saatgut und acht Hektar reine Linien (líneas puras) angebaut. Die Prognosen für 2026 sehen 25.000 Hektar gentechnisch veränderten Mais (geschätzte 125.000 Tonnen) und 4.500 Hektar Soja pro Provinz vor. „Das Programm für gentechnisch verändertes Saatgut ist ein wesentlicher Pfeiler für die Ernährungssicherheit in Kuba“, sagte Estrada. „Die bemerkenswertesten Vorteile sind höhere Erträge durch höhere Produktionen pro Hektar, geringere Verluste durch Schädlinge und Krankheiten, eine effizientere Nutzung von Wasser und Düngemitteln sowie eine bessere Verfügbarkeit von Lebensmitteln.“ Alle Anbauflächen befänden sich in Produktionszentren, die von der Behörde für Umweltregulierung und -sicherheit (ORSA) genehmigt wurden. Seit 2020 führt Kuba ein vom Globalen Umweltfonds (umgesetzt vom UNEP) finanziertes internationales Projekt zur Stärkung der Biosicherheit durch. Zu den Bedenken gegenüber Gentechnik liest man in dem Granma-Artikel nichts.

Zuckerproduktion weiter im Sinkflug. Die Zuckerernte 2024/2025 in Kuba dürfte 150.000 Tonnen nicht überschreiten. Das hat die spanische Nachrichtenagentur EFE anhand offizieller Quellen ausgerechnet. Sollten sich die Zahl bestätigen, wäre es das schlechteste Ergebnis seit mehr als einem Jahrhundert und entspräche weniger als der Hälfte der Ernte des Vorjahres. Der ohnehin bescheidene staatliche Plan für die diesjährige Zuckerproduktion würde gerade mal zu etwas mehr als 50 Prozent erfüllt. Zucker war jahrzehntelang eine Säule der kubanischen Wirtschaft und das wichtigste Exportgut des Landes. Experten warnen, dass diese Menge für den internen Bedarf des Landes nicht ausreicht, die kubanische Rumindustrie (für die der nationale Zucker ein unverzichtbarer Bestandteil ist) in Schwierigkeiten bringt und Havanna erneut daran hindert, seine Lieferabkommen mit China zu erfüllen.

Mangels umfassender Informationen von offizieller Seite wurde die Berechnung von EFE auf der Grundlage von etwa dreißig Teilberichten offizieller, nationaler und regionaler Medien erstellt. EFE weist darauf hin, dass verschiedene offizielle Medien separat die Produktionszahlen von zehn der in dieser Erntezeit in Betrieb befindlichen fünfzehn Zuckerfabriken (darunter Antonio Guiteras in Las Tunas und Ciro Redondo in Ciego de Ávila) veröffentlicht haben. Zu den anderen fünf Fabriken sind keine öffentlichen Informationen zu finden. Einige Zuckerfabriken haben laut den offiziellen Berichten sehr schlechte Ergebnisse erzielt. Dos Ríos in Santiago de Cuba erreichte nur 2.700 Tonnen von den geplanten 20.811 Tonnen (13 %), und Antonio Guiteras kam auf 7.200 Tonnen von den vorgesehenen 45.000 Tonnen (16 %). Wenn, wie von der Parteizeitung Granma veröffentlicht, nur eine der fünfzehn Fabriken – Melanio Hernández – ihr Ziel erreicht hat, dann kann man laut der spanischen Nachrichtenagentur davon ausgehen, dass die Ernte 2024/2025 150.000 Tonnen nicht überschritten hat. Zum Vergleich: Im Jahr 1989 erreichte Kuba acht Millionen Tonnen. Das Land war einmal der weltweit führende Zuckerexporteur und verfügte über bis zu 160 Zuckerfabriken.

Kuba steigert seine Tabakproduktion im Jahr 2025. Kuba hat seine Tabakproduktion im ersten Halbjahr 2025 gesteigert. Bei gedrehtem Tabak für den Export wurden mehr als 90 Prozent des Plans erreicht; der Plan für Zigaretten für den Binnenmarkt wurde mit 103,4 Prozent übererfüllt. Die Produktion von gedrehtem Tabak für den Export sei im Vergleich zu 2024 um sechs Millionen Einheiten gestiegen, erklärte Odelbis Carrazana Lorenzo, Direktor für Logistik und Industrie bei Tabacuba, gegenüber der kubanischen Nachrichtenagentur ACN (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). Damit konnte 90 Prozent der geplanten Menge an den Mischkonzern Habanos S.A. geliefert werden, der 27 Marken kubanischer Zigarren weltweit vertreibt. Habanos S.A. ist ein Joint Venture des kubanischen Staatsunternehmen Cubatabaco und der spanischen Tabacalera SLU, die zu einem Investorenkonsortium namens Allied Cigar Corporation gehört. Die Herstellung von Zigaretten für den Binnenmarkt erreichte laut Carranza 201 Millionen Packungen, nachdem die Fabrik von BrasCuba in der Sonderentwicklungszone Mariel (ZEDM) wieder in Betrieb genommen wurde und nun mit voller Kapazität arbeite.

In der für den Tabakanbau wichtigsten Provinz Pinar del Río verzeichnen die vom Hurrikan Ian im Jahr 2022 betroffenen Flächen einen Anstieg der Produktion gegenüber dem Vorjahr. Nach offiziellen Angaben waren etwa 10.000 der rund 12.000 natürlichen Trocknungshäuser in der Provinz durch Hurrikan Ian beschädigt worden. Die maschinelle Tabakproduktion erreichte demnach 80 Prozent der Prognosen. Die Regierung erwartet, dass sich das Defizit bis zum Jahresende weiter verringern wird.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Prensa Latina (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) „hat das von der kubanischen Regierung genehmigte Devisensystem der Unternehmensgruppe [Tabacuba] die notwendigen Ressourcen für die Produktion zur Verfügung gestellt“. Der Präsident von Tabacuba, Marino Murillo, erklärte: „Der Treibstoff und andere für die landwirtschaftlichen Maßnahmen benötigte Betriebsmittel sind gesichert und werden planmäßig geliefert.“

Kuba verlängert abermals die zollfreie Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten. Angesichts der anhaltend schwierigen Versorgungslage setzt die kubanische Regierung die Erhebung von Zöllen auf die Einfuhr von Lebensmitteln, Toilettenartikeln, Medikamenten und medizinischem Bedarf durch natürliche Personen bis zum 31. Januar 2026 weiter aus. Die Mitte September in der außerordentlichen Ausgabe Nr. 459 des Amtsblatts der Republik (PDF (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) veröffentlichten Resolutionen 286 und 287 regeln die zollfreie Einfuhr der genannten Artikel zu nicht kommerziellen Zwecken durch Passagiere als begleitetes Gepäck ohne Begrenzung des Einfuhrwerts über Ende September hinaus für weitere vier Monate. Die Verlängerung gilt auch für die Einfuhr von Stromaggregaten und originalverpackten Medikamenten und medizinischen Verbrauchsmaterialien. Darüber hinaus bleiben die Zollvergünstigungen für Luft-, See- und Postsendungen mit einer Wertobergrenze von 200 US-Dollar und einem Gewicht von bis zu 20 kg bestehen. Die Vergünstigungen gelten unter der Bedingung, dass die als Lebensmittel oder Toilettenartikel eingestuften Waren sowie die als Arzneimittel und medizinisches Material gekennzeichneten Gegenstände im Gepäck des Reisenden dem Zoll in von den übrigen Waren getrennten Paketen vorgelegt werden.

Kubas stellvertretender Ministerpräsident Ricardo Cabrisas Ruiz ist am 16. September im Alter von 88 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. International wahrgenommen wurde Cabrisas vor allem als Chefunterhändler der kubanischen Auslandsschulden. Von 1980 bis 1999 sowie von April 2023 bis Mai 2024 war er Minister für Außenhandel. Cabrisas galt als effizienter Kader. Er leitete mehrere Ministerien im Wirtschaftsbereich, vertrat Kuba auf internationaler Ebene, war Co-Vorsitzender der zwischenstaatlichen Kommissionen für Wirtschafts- und Finanzbeziehungen mit verschiedenen Ländern; darüber hinaus Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei sowie Abgeordneter der Nationalversammlung. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez würdigte Cabrisas als „einen vorbildlichen Mann, der sein gesamtes Leben der Revolution gewidmet hat“.

Assata Shakur, eine Ikone der schwarzen Befreiungsbewegung in den USA, stirbt im Alter von 78 Jahren im kubanischen Exil. Am 25. September ist Assata Shakur, früheres Mitglied der Black Liberation Army, im Alter von 78 Jahren in Havanna gestorben, wie das kubanische Außenministerium in einer kurzen Note (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) mitteilte. Als Todesursache wurde ihr hohes Alter und ihr Gesundheitszustand angegeben. „Am 25. September um etwa 13:15 Uhr hat meine Mutter, Assata Shakur, ihren letzten Atemzug getan“, schrieb ihre Tochter Kakuya Shakur in den sozialen Netzwerken (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre). „Worte können die Tiefe meiner Trauer in diesem Moment nicht beschreiben.“

Assata Shakur verbrachte mehrere Jahrzehnte im Exil in Kuba, nachdem sie 1977 wegen Mordes an einem Polizisten aus New Jersey verurteilt worden und aus dem Gefängnis geflohen war. Geboren als JoAnne Deborah Byron am 16. Juli 1947 in Queens, New York, wuchs sie in Wilmington, North Carolina, in einer Zeit der Rassentrennung auf. Sie brach die Highschool ab und zog zurück nach New York, um dort einen schlecht bezahlten Job anzunehmen. In den 1960er Jahren besuchte sie das Borough of Manhattan Community College und anschließend das City College of New York und engagierte sich in der schwarzen Aktivistengruppe Golden Drums Society. 1967 heiratete sie ihren Kommilitonen und Mitaktivisten Louis Chesimard, von dem sie sich 1970 scheiden ließ – im selben Jahr, in dem sie der Black Panther Party beitrat. 1971 änderte sie ihren Namen in Assata Olugbala Shakur, um ihre Identität als afrikanischstämmige Frau besser zum Ausdruck zu bringen. Shakur verließ die Black Panther Party kurz nach ihrem Beitritt; später schloss sie sich der Black Liberation Army (BLA) an, einer marxistisch-leninistischen schwarzen nationalistischen Gruppe, die mit Waffengewalt für die Freiheit der Schwarzen kämpfte. Von 1971 bis 1973 wurde sie zusammen mit anderen Mitgliedern wegen mehrfacher Verbrechen angeklagt, darunter Banküberfälle und der Mord an einem Drogendealer, die jedoch alle freigesprochen oder abgewiesen wurden.

Am 2. Mai 1973 hielt ein Polizist namens James Harper das Auto, in dem sie saß, wegen eines defekten Rücklichts an, zusammen mit einem weiteren Polizisten namens Werner Foerster, der in einem zweiten Streifenwagen saß. Nach einem Schusswechsel starben das Mitglied der Black Liberation Army, Zayd Malik Shakur, und Foerster. Shakur wurde 1977 wegen Mordes an Foerster zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Zwei Jahre später halfen ihr BLA-Mitglieder, die sich als Besucher getarnt hatten, bei der Flucht aus der Clinton Correctional Facility for Women in New Jersey. Später tauchte Assata Shakur in Kuba auf, wo ihr die kubanische Regierung von Fidel Castro 1984 politisches Asyl gewährte. Im Jahr 2013 wurde Shakur ausgerechnet von der Obama-Regierung als erste Frau auf die Liste der meistgesuchten Terroristen des FBI gesetzt. Assata Shakurs Asyl in Kuba diente der US-Regierung Donald Trump u. a. als Begründung für Kubas Wiederaufnahme auf die Liste Terrorismus unterstützender Staaten, die mit zahlreichen Sanktionen verbunden ist.

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