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Give it to me, girl!

Wisst ihr, was richtig toll daran ist, einen feministischen Podcast zu machen? Die vielen Menschen und Projekte, die wir durch unsere Arbeit kennenlernen dürfen. Jeden Tag landen neue Ideen, Stimmen und Impulse in unserem Postfach. Und wir lernen dabei so viel!

Ich habe zum Beispiel noch nie den Ausdruck Giving Circle gehört. Dabei steckt dahinter eine jahrhundertealte Kulturpraxis, die unter anderem in Westafrika, Mexiko oder Indonesien weit verbreitet ist. (🔗 Times Magazine (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Eine Hand überreicht einer anderen Hand ein schwarzes Herz.
Foto: Kelly Sikkem/unsplash.com

Die Idee ist einfach:
Menschen legen (z. B.) Geld zusammen und bewirken gemeinsam etwas, was sie alleine nicht geschafft hätten. Gerade feministische Projekte und Initiativen sind chronisch unterfinanziert. Trotz ihrer Bedeutung für die Gesamtgesellschaft fließt das „ganz große Geld” eher woandershin. Anna Poeschel hat deswegen die Women*s Society Berlin gegründet und möchte das Konzept der Giving Circles auch in Deutschland bekannter machen. Ihr Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, um gemeinschaftlich für gemeinnützige Organisationen und Projekte zu spenden, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und den Abbau struktureller Ungleichheiten einsetzen. Ich finde das ziemlich toll und mir machen solche Beispiele Mut. (🔗 womenssociety.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre))

Feminismus braucht Finanzierung

Und wo wir gerade beim Thema sind, erlaube ich mir, den obligatorischen Abschluss eines jeden Newsletters nach oben zu ziehen: Wir brauchen euch! Ihr, unsere Hörer*innen, seid unser Giving Circle. Auch (oder gerade?) in der Medienbranche fließt das „große Geld“ nicht gerade in Strömen in feministische Projekte. Anders ausgedrückt: Feministischer Journalismus ist chronisch unterfinanziert. Für die allermeisten Menschen in der Medienbranche dürfte allein der Ausdruck feministischer Journalismus schon eine Contradictio in adiecto sein, ein Widerspruch in der Beifügung – so wie heißer Schnee oder rundes Viereck. Uns gelingt trotzdem irgendwie immer die Quadratur des Kreises, aber: Es ist verdammt mühsam. Damit es diesen Newsletter und den Lila Podcast weiterhin geben kann – und damit wir auch kosten- und zeitintensive Features produzieren können – brauchen wir Geld. Hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) erfahrt ihr, wie ihr unterstützen könnt.

Seit wann gibt es eigentlich die deutsche Frauenbewegung? Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber in mir ploppen manchmal solche Fragen auf und dann möchte ich es ganz genau wissen. Tu ich jetzt und ihr gleich auch: seit dem 18. Oktober 1865.

https://open.spotify.com/episode/5vKzrVWDkDsitgNtcuXH7x?si=Pz81gfblS2S7_WCp5VjfhQ (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Gelernt habe ich das bei Bianca Walther. Noch so eine tolle Frau, deren Name eines Tages im Postfach auftauchte. Bianca macht den Podcast Frauen von damals und hat einen gleichnamigen Instagram-Account. Die Historikerin ist spezialisiert auf Frauengeschichte und queere Geschichte und hat kürzlich das Buch „Die Vorkämpferinnen – Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde” veröffentlicht. Und, was soll ich sagen? Das Buch ist ein Pageturner! Bianca nimmt uns mit auf eine Reise zu den Anfängen der Frauenbewegung. Also zu Louise Otto zum Beispiel, nach der ein eigenes, unrühmliches Gesetz benannt wurde, das Frauen verbot, Zeitschriften zu verlegen: die Lex Otto. Otto war Herausgeberin der Frauen-Zeitung, die den Behörden schnell zum Dorn im Auge wurde. Otto (bzw. Otto-Peters, wie sie nach der Hochzeit hieß) war aber auch Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins, der am 18. Oktober 1865 gegründet wurde. Diese Gründung gilt „ (…) nach übereinstimmender Meinung der Forschung als der Zeitpunkt, ab dem in Deutschland von einer Frauenbewegung gesprochen werden kann”, schreibt Bianca Walther.

Ich liebe das ja, wenn Geschichte so aufbereitet wird, dass die historischen Personen fassbar werden wie die Figuren in einer guten Netflix-Serie. Und das ist Bianca Walther definitiv gelungen. Ich sehe die Serie beim Lesen praktisch schon vor mir! Ihr Buch wäre dann quasi die Vorlage für die erste Staffel dieses Serien-Erfolges, denn es endet mit der ersten Rede einer Frau vor einem deutschen Parlament und der Einführung des Wahlrechts für Frauen. Also ich hoffe auf eine Fortsetzung und möchte von Bianca Walther noch viel mehr über die Geschichte des Feminismus lesen.

Ihre aktuelle Podcastfolge kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen. Darin zeigt sie auf, WIE lange Frauen schon nett und höflich versuchen, ihre Anliegen vorzutragen. Spoiler: länger als es die Frauenbewegung gibt. Bianca Walther erklärt, warum Argumente allein nicht ausreichen und warum Wut mehr als berechtigt ist.

Solidarische Grüße

💜

Laura

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