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Meer-Montag #29 - Allokelping

Sie sind die monochromen Spitzenprädatoren unserer Meere und wir haben uns bereits am Meer-Montag #14 detailliert angeschaut, weshalb Orcas unglaublich cool sind. Vor Kurzem haben Forschende eine neue Entdeckung gemacht, die die Meereswelt wie eine Welle durchspülte. Mitarbeitende des “Centre for Whale Research” in Friday Harbor, USA (auf einer Insel südlich von Vancouver) haben per Drohne beobachtet, die Orcas Kelp pflückten, die Blätter zwischen sich und ein weiteres Familienmitglied positionierten und es dann hin- und her rollten. Es handelt sich hierbei um die Population der Southern Resident Orcas. Ich hatte euch ja bereits beschrieben, dass sich die Tiere weltweit in ihren unterschiedlichen Habitaten von völlig verschiedenen Nahrungsquellen ernähren und auseinander entwickeln. Es könnte sein, dass wir noch miterleben, wie verschiedene Orca-Arten definiert werden. Denn schon jetzt wird beobachtet dass sie sich nicht untereinander fortpflanzen. (mehr dazu unten in der Link-Sammlung)

Die Southern Residents leben dauerhaft vor der Küste Kanadas und der USA im nordöstlichen Pazifik. Hier ernähren sich die 73 Tiere dieser Orca Population vom Lachs. In diesen Regionen gibt es in Küstennähe große Kelpwälder mit teilweise sehr langen, fleischigen Blättern, die dem Licht an der Oberfläche entgegenstreben. Die Orcas wurden bereits zuvor dabei beobachtet, wie sie diese Blätter mit sich herumtrugen, z.B. an ihren Brust- oder Schwanzflossen. Der Grund dafür könnte einen spielerischen Hintergrund haben oder dazu dienen, lästige Parasiten und Reste abgestorbener Haut abzustreifen.

Dass sie diese Hautpflege gemeinsam betreiben, wurde nun aber dank der Drohnenaufnahmen zum ersten Mal beobachtet und liefert damit die ersten Beweise dafür, dass Meeressäugetiere Werkzeuge herstellen und nutzen. Denn hierfür nutzten die Tiere nicht einfach irgendwelche umherschwimmenden Blätter, sondern pflückten gezielt einzelne Stängel und teilten sie in kleinere Stücke, bevor sie sie zwischen sich rollten. Dabei hatte z.B. ein Tier den Tang an der Schnauze und “kratzte” damit an der Körperseite eines anderen Wals. Die Forschenden vermuten, dass hier vielleicht nicht nur Hautpflege betrieben wird, sondern auch soziale Beziehungen gestärkt werden. Orcas bestehen aus Familienverbänden, die von den ältesten Weibchen angeführt werden. Einzelne Verhaltensweisen ziehen sich oft durch diese Verbände und werden an Verwandte weitergegeben. Diese Wale haben Kultur, die sich von Population zu Population unterscheidet. So teilen sich die Southern Residents ihr Revier mit einer weiteren Population, den Bigg-Orcas, auch Transients (nomadisch lebend) genannt. Bei diesen wurde das Verhalten, gemeinsam Kelp zu nutzen (“Allokelping”) nicht beobachtet.

Sinkende Lachsbestände machen den Southern Residents große Probleme und verhindern, dass diese kleine Gruppe der am besten erforschten Orcas wachsen kann. Das Benutzen der Werkzeuge ist ein weiterer Beweis für die Intelligenz der Tiere und ein weiteres Argument für die Erweiterung des Meeresschutzes. Denn hier geht es nicht nur um die Bedeutung der Tiere im Ökosystem, sondern auch um ihr kulturelles Erbe, das mit ihnen sterben würde.

https://www.youtube.com/watch?v=o78L_I7rk7s (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

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HIER (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) werden die verschiedenen Populationen und die Diskussion um die taxonomische Einordnung beschrieben.

HIER (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) könnt ihr etwas über die Southern Residents und den Lachs lesen.

Sujet Meer-Montag

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