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Zukunft romantisch angehen?!

Ich habe einen anti-dystopischen Buchtipp in der Hand – „Radikale Zuversicht“ von Lena Papasabbas (aus dem Hause Horx und seinem future:project) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) – und ich freue mich, dir die Metamoderne-Haltung darin zu entfesseln. Ja, erstaunlich genug, sie erwähnt ausdrücklich die Metamodern-Haltung in diesem Buch.

Hier geht’s gleicht los. Aber noch was: auch Luisa Neubauer plädiert für den neuen MUT (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) angesichts der Krisen). Seufz, sind wir also mal eine Weile mit verschiedenen anderen auf der Lösungsstrecke unterwegs – aber immer hübsch abseits der „Hopium”-Prediger:innen, die Zukunft nur als futurische Ansage gestalten a lá „Es wird schon gut gehen” oder „Der Herr wird (bald) wiederkommen…”. Und jetzt aber… 10 Min. lesen.

https://shop.thefutureproject.de/products/radikale-zuversicht?gad_source=1&gad_campaignid=20783479092&gbraid=0AAAAAqbrUFgQM5Mhy6n5jJ2ZLFN4xxsX3&gclid=EAIaIQobChMI1q7U4MjzjgMVivF5BB1EHyxlEAAYASAAEgJog_D_BwE (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

1. „Metamodern” als „Radikale Zuversicht“

Die Texte betonen, dass Metamodernität nicht ein neuer Trend ist, sondern eine Revolution der Haltung:

  • Zukunft als Wunsch, nicht als Vorhersage: Die Metamodern-Menschen sind Zukunftswesen(S. 5). Ihre Gehirne sind darauf programmiert, Zukunft zu erfinden – und aus diesen Erfindungen entstehen Handlungen, Routinen, sogar Gesellschaft.

  • Zuversicht als Widerstand gegen Apokalypse: Der Text warnt vor der Zukunftslosigkeit (S. 8), die die moderne Welt geprägt hat. Metamodernität lehnt die Zukunft als Schicksal ab und setzt stattdessen auf radikale Zuversicht – also die Möglichkeit, Zukunft zu gestalten, obwohl die Gegenwart chaotisch ist.

Metapher:

„Zukunft ist ein Tanz, den wir mitmachen müssen“ (S. 10)

– nicht ein Programm, sondern ein prozesshaftes Experiment.

2. Metamodern als „Radikale Akzeptanz“

Die Texte rufen zur Akzeptanz der Komplexität auf:

  • Keine Schuldzuweisungen: Die Metamodern-Menschen erkennen an, dass die Welt unübersichtlich ist (S. 14). Sie vermeiden die „Schwarz-Weiß-Erzählungen“ (S. 14) und akzeptieren, dass keiner die Krise allein verursacht.

  • Widersprüche als Spektrum: In der Metamodern-Welt gibt es kein „Abgrund zwischen Gegenständen“, sondern ein Spektrum (S. 11). Emotion und Ratio, Spiritualität und Wissenschaft, das Neue und das Alte – sie versöhnen sich.

Theologischer Hinweis: Das erinnert an die Theologie der Schöpfung – die Welt ist ein Geschenk aus dem Chaos, das wir nicht kontrollieren können, aber mitgestalten dürfen.

3. Metamodern als „Radikale Hoffnung“

Die Texte betonen, dass Hoffnung nicht nur ein Gefühl, sondern eine Praxis ist:

  • Zukunft als kollektives Projekt: Die Metamodern-Menschen entwickeln Zukunftsbilder (S. 9), die nicht nur individuell, sondern gesellschaftlich wirken. Sie sind der Motor für Revolutionen(S. 7) – und wichtig, die Widerstandskraft gegen Desillusionierung.

  • Zukunft als „romantische“ Idee, also quasi der Aufbruch in die „Neoromantik”: Die Metamodern-Welt ist nicht in diesem Sinne nicht nackt realistisch, sondern romantisch – sie wagt den Glauben an eine bessere Zukunft, obwohl sie die Gegenwart als „endzeitlich“ empfindet (S. 8).

Theologischer Hinweis: Das klingt wie eine verbreitete christliche präsentische Reichs-Gottes-Hoffnung – die Erfüllung der Zukunft ist nicht ein Ziel, sondern ein Gefühl, das wir in der Gegenwart miteinander (er)schaffen. Die Metamodern-„Romantik“ ist eine Hoffnung auf die Ankunft Gottes, die sich im Widerstand gegen den herrschenden Zeitgeist der Gegenwart manifestiert. Stichwort Anne Wilson Schaefs: Suchtgesellschaft.

4. Metamodern als „Radikale Praxis“

Die Texte in diesem Büchlein fordern zu Handeln auf, nicht nur zu Denken:

  • Zukunft als „Dance“: Die Metamodern-Menschen bewegen sich mit der Veränderung (S. 10), statt ihr zu widerstehen. Sie sind Teil des Prozesses, nicht seine „Kontrollierer“.

  • Zukunft als Selbstentdeckung: Die Metamodern-Menschen erkennen, dass „die Zukunft ist, wer wir sind“ (S. 8) – also eine Transformation des Selbst.

Theologischer Hinweis: Das erinnert an die Erfüllung der Menschwerdung – die Zukunft ist nicht ein „anderes Leben“, sondern die Verwirklichung der Menschlichkeit, die wir in der Gegenwart schaffen.

5. Metamodern als „Radikale Kritik“

Die Texte kritisieren die moderne Linearität (S. 11):

  • Lineares Denken führt in die Sackgasse: Die Metamodern-Welt lehnt die „lineare Zukunft“ ab und setzt stattdessen auf Rundungen – also auf Fleiß, Witz und Humor (S. 11).

  • Zukunft als „Möglichkeit“: Die Metamodern-Menschen machen Zukunft möglich, nicht durch Vorhersage, sondern durch Kreativität.

Theologischer Hinweis: Das ist eine Kritik an der dystopischen Theologie des „Endes“ – die Zukunft ist nicht ein „Ende“, sondern ein Anfang, der wir durch Glauben und Handeln erfinden.

Fazit: Wie jetzt also „Radikale Zuversicht“?

Die Metamodern-Haltung in „Radikale Zuversicht“ ist eine Haltung des Widerstands gegen die dystopische Apokalypse ( a la: „alles geht den Bach runter!”) – nicht durch Prophetie, sondern durch Hoffnung, Humor und kollektive Kreativität. Sie spiegelt eine Theologie der Zukunft, die ganz in der Gegenwart lebt – und das ist der Kern, den du als Christ:in oder Theolog:in nutzen kannst:

  • Im Predigen: Ermuntere die Gemeinde, die Zukunft nicht als Schicksal zu akzeptieren, sondern als Gemeinschaftsprojekt zu gestalten.

  • Im pastoralen Handeln: Schaffe Räume, in denen Menschen Zukunftsbilder entdecken und Zuversicht praktizieren – auch in der Krise.

  • Im Schreiben: Verbinde die Metamodern-„Romantik“ mit der christlichen Hoffnung – die Zukunft ist nicht ein „anderes Leben“, sondern die Verwirklichung der Menschlichkeit.

Humorvoll: „Zukunft ist nicht ein Plan, sondern eine Party-Invitation, die wir gemeinsam schreiben. Der Text sagt:

„I’ve seen the future. It’s romantic.“

– genau wie die christliche Zukunft: „Ich sehe die Zukunft. Sie ist wundervoll.“

Geh’ jetzt los – und mach Zukunft möglich!
– Dein Helge 😊

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