Die magische Zeit dazwischen +++ Liminalräume, Rituale, Rauhnächte
Dieses Jahr ist schneller vorbei gegangen als alle anderen Jahre. Es war das erste Lebensjahr von Rausch und Klarheit. Das Feedback war überwältigend. Es hat mich aber auch ein bisschen schockiert, wie schnell es normal war, einen so großen Lebenstraum verwirklicht zu haben. Erst neulich hat es mich so richtig erwischt: Ich war in der Bibliothek, in die ich schon als Kind immer gegangen bin—eine kleine, unscheinbare Kiez-Bib, in der sich seit 1996 praktisch nichts verändert hat (außer, dass es leider keinen Getränkeautomaten mehr gibt, in dem man sich heiße Gemüsebrühe ziehen kann)—und die hatten mein Buch. Still stand es da, in einem kleinen Regalabschnitt neben Nathalies, und es war krasser, es dort zu sehen, als in jeder Buchhandlung.
2025 war das Jahr des Unterwegsseins. Ich habe in 20 unterschiedlichen Hotels geschlafen. Ich hatte im Schnitt 1,25 Lesungen im Monat. Ich bin im Mittelmeer geschwommen! Im Juli und im Oktober!
Ich habe den ZEIT Artikel, den ich schon zugesagt habe, ein Jahr lang vor mir hergeschoben. Noch so eine Sache, die noch vor 4 Jahren absolut unvorstellbar war (Einen ZEIT Artikel. Zu verschieben!)
Ich habe mein zweites Buch angefangen. Und erlebt, dass jedes Buch genauso ein wilder, unbekannter und unwägbarer Dschungel ist wie das Buch davor, wahrscheinlich total egal, wie viele man schon geschrieben hat.
Ich habe weiterhin jede Woche SodaKlub produziert. Mika bemerkte neulich, dass sie nie einen Job so lange hatte. Ich auch nicht!
Ich habe den besten Song für die frühe Nüchternheit (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) entdeckt und kann ihn immer noch on repeat hören, obwohl meine Nüchternheit nicht mehr sooo jung ist.
Ich habe eine langjährige Freundschaft verloren, was ich mir immer noch nicht so richtig erklären kann.