Gedanken…
Im April begann meine Almkurszeit, inzwischen im 13. Jahr. So früh wie in diesem Jahr bin ich selten auf 1.200 Höhenmeter gewesen. Der letzte Schnee taute gerade. Der Frühling war dort oben noch nicht richtig angekommen. Eigentlich ist es eher eine “Alm-Saison”, denn in diesem Jahr gebe ich nicht nur Backkurse, sondern nutze den stillen und inspirierenden Ort auch für verschiedene Workshops mit Menschen, die mit mir zusammenarbeiten oder sich austauschen möchten.
So kamen als Auftakt rund 30 Bäckerinnen und Bäcker vom Netzwerk “Echtes Brot” (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) auf die Kalchkendlalm, die diesen Beruf im “zweiten Bildungsweg” eingeschlagen haben, also Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind. Damit kamen sie an den Ort, an dem drei Jahre zuvor die Idee für dieses Netzwerk im Rahmen des damaligen Brotfests (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) entstand. Fünf Tage lang diskutierten, sinnierten, entwickelten, backten, erholten, lernten, lachten, entdeckten, organisierten und kochten wir dort oben gemeinsam. Der Austausch, das voneinander Lernen und das gemeinsame Lieblingsthema “gutes Brot” standen im Mittelpunkt.
In einer Diskussion über Kundenerwartungen und Kundengespräche in der Bäckerei berichteten alle unisono, wie sehr sich bestimmte Fehlinformationen in den Köpfen der Menschen breitgemacht haben und hartnäckig dort halten. Es ging um Irrtümer wie “Weizen ist ungesund”, “Dinkel enthält weniger Gluten als Weizen”, “dunkle Krusten sind giftig” oder ganz profane Dinge wie “alle Bäcker backen mit Zusatzstoffen”.