(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)November 2025 - Dieser Newsletter kommt mit Steady (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)❤️ sicher bei Dir an.
Es ist Donnerstag. Du liest #75 ”Post aus Dachau”, den wöchentlichen Kultur-Newsletter von Stadtführung mit Matthias (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) in Dachau & München. Als Gästeführer weiß ich was in der Stadt los ist. Und was sich lohnt.
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Willst Du auch?
Diese Woche: Warum echte Kultur im KI-Brei nicht untergehen darf, offene Ateliers in Dachau, Ruth Geiersberger über das Verschwinden – und was der Kulturpass uns lehrt.
Servus,
das Netz droht zu kippen. Immer mehr Inhalte stammen nicht von Menschen, sondern von Maschinen. Texte, Bilder, Videos – glatt, perfekt, aber ohne Seele. Bald könnten 90 % aller Inhalte KI-generiert sein. Realität verschwimmt, Wahrheit wird verhandelbar. Im digitalen Sumpf sind Fakt, Fiktion und Lüge gleichberechtigt.
Wenn wir nichts tun, verschwindet echte Kultur im KI-Brei. Dann bleibt nur ein Strom aus emotionslosen Algorithmen, der unsere Fähigkeit zu denken und zu urteilen untergräbt. Kultur braucht Menschen – ihre Stimmen, ihre Geschichte(n), ihre Haltung.
Genau deshalb schreibe ich Dir jede Woche die «Post aus Dachau».
Sorgfältig recherchiert, lokal verankert, mit Herz und Verstand geschrieben - und ohne KI. Aber diese Qualität kostet Zeit – und auch Geld.
Wenn Du die finanzielle Möglichkeit hast, brauche ich Deine Unterstützung. Weil Kultur für Alle da sein soll.
Bis Jahresende suche ich 50 neue Starter*innen, die diesen Kulturnewsletter weiterhin möglich machen. Schon ab 3 € im Monat bist Du dabei. Dieses Angebot gilt nur noch bis 31.12.2025.
Damit Du auch 2026 gut informiert bleibst – direkt, ohne Algorithmus und Social-Media-Filterblase.
Für Menschen, die ihre Stadt genauso lieben wie Du und ich.
Schön, dass Du auch diese Woche wieder mit dabei bist – und bleibst.
PS: Am vergangenen Sonntag hat bei der Aktion “Erinnerung pflegen” (siehe #76 Abgekocht (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)) auch die «Süddeutsche Zeitung» bei mir, am Stolperstein von Thomas Bleisteiner, vor der Wieningerstraße 10 vorbeigeschaut. Vielen Dank, an Laura Geigenberger & Toni Heigl, für das sympathische Gespräch und die Erwähnung im SZ-Artikel “Polieren gegen das Vergessen”, «hier nachlesen» (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Eine Performance, die bleibt
Was bedeutet es, wenn Dinge verschwinden? Menschen, Erinnerungen, Orte – oder einfach ein Geräusch, das plötzlich verstummt? Die preisgekrönte Theatermacherin, Autorin und Sprechkünstlerin Ruth Geiersberger stellt diese Fragen nicht theoretisch, sondern sinnlich erfahrbar.
(S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)Am Donnerstag, 13. November, verwandelt sie das Bezirksmuseum Dachau in einen Raum für Poesie und Klang. Ihre Performance „Verrichtung“ ist inspiriert von den einzigartigen Objekten des Museums – einem Ort, an dem Dinge eigentlich vor dem Verschwinden bewahrt werden. Geiersberger erschafft überraschende Verbindungen zwischen Kunst, Alltag und einzelnen Exponaten und öffnet gemeinsam mit dem Publikum neue physische und gedankliche Räume.
Die Münchner Theaterpreisträgerin von 2023 ist bekannt für ihre virtuosen Laut- und Sprachakrobatik-Auftritte, die Grenzen zwischen Bühne und Publikum auflösen. Wer dabei ist, erlebt keine klassische Lesung, sondern eine Atmosphäre, die unter die Haut geht – ein Nachdenken über das Verschwinden, das gleichzeitig ganz präsent ist.
Und danach? Ausklang bei einem Glas Wein, Gespräche, Eindrücke teilen – ein Abend, der nicht nur Kunst zeigt, sondern Begegnung schafft.
Achtung: Die Plätze sind begrenzt, Anmeldung ist Pflicht. Wer dabei sein will, sollte nicht lange zögern.
📅 Veranstaltungs-Facts
📍 Bezirksmuseum Dachau
🗓 Donnerstag, 13. November 2025
⏰ 19:00 – 20:00 Uhr (Ausklang bis ca. 21 Uhr)
💶 12 € (inkl. Eintritt & Getränk)
🍷 Glas Wein inklusive
✅ Anmeldung erforderlich – begrenzte Plätze!
Du willst auch auf alle offenen “Stadtführungen mit Matthias” und Gutscheine einen exklusiven 10% Rabatt?
Den gibt´s nur für alle Subscriber der «Post aus Dachau» !
Kunst im November
Vor einem Jahr ist Herbert Plahl gestorben. Sein Atelier in der Stockmann-Villa steht leer – und doch ist er in diesen Tagen überall. Denn Plahl war es, der 1985 die erste Atelierausstellung in Dachau organisierte. Sein Gedanke war einfach und genial:
„Spontan vorbeischauen, Kunst genießen, ratschen, feiern mit einem Glas Wein.“
Was damals begann, ist heute eine feste Tradition. Für Besucher ein Fest, für Künstler oft überlebenswichtig. Plahl wusste das:
„Dieser Tag entscheidet mit darüber, ob man im nächsten Jahr noch Kunst machen kann oder nicht.“

Was Dich erwartet
Die Türen stehen offen – und dahinter warten Geschichten, Farben, Formen und Menschen, die ihre Leidenschaft teilen.
Tadeusz Stupka kämpft mit Platz, aber nicht mit Ideen: große Formate, Stadtansichten, Porträts, mal gegenständlich, mal abstrakt.
Ralf Hanrieder baut seine Welt aus dem „Magischen Quadrat“ – diesmal in Landschaften.
Lilly Karsten reduziert ihre Fotografie auf Schwarzweiß, um das Wesentliche sichtbar zu machen – ein Querschnitt aus 25 Jahren.
Florian Marschall zeigt Porträts, die in der Volksbank keinen Platz fanden – jetzt in seinem Atelier.
Margot Krottenthaler & Karin Schuff präsentieren Acrylgemälde und Druckgrafiken, dazu eine Premiere: Schuffs kreisrundes Tondo.
Alfred Ullrich thematisiert in seinen Druckgrafiken das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft zu Sinti und Roma – geprägt von seiner eigenen Geschichte.
Claudia Flach bringt Keramik zum Leben: Tierfiguren, Vasen, Dosen mit Namen wie „Betthupferls Freuden“ – und neue Glasur-Experimente.
Warum Du kommen solltest
Weil Kunst hier nicht anonym ist. Weil Du die Menschen triffst, die sie erschaffen. Weil diese Tage für viele Künstler über ihre Zukunft entscheiden. Und weil es einfach schön ist, mit einem Glas Wein durch Ateliers zu schlendern und sich inspirieren zu lassen.
📅 Veranstaltungs-Facts
Stockmann-Villa
📍 Münchner Straße 38
🗓 14. November (Fr) ab 19 Uhr
🗓 15. November (Sa) 15–21 Uhr
🗓 16. November (So) 13–18 Uhr
Kleine Moosschwaige
📍 St.-Peter-Straße 1
🗓 28. November (Fr) ab 19 Uhr
🗓 29. & 30. November (Sa & So) 14–18 Uhr
🍷 Kunst, Gespräche & ein Glas Wein inklusive!
Hier könnte Deine «Werbung» stehen
Stark, Du hast bis hier her gelesen. Das spricht für Dich und diesen Newsletter. Wenn Du künftig mehr als 500 Menschen aus der Region Dachau, München und darüber hinaus erreichen willst, kannst Du in diesem Newsletter eine Anzeige für Dein Geschäft, Dein Produkt, Deine Dienstleistung oder Dein Kultur-Event schalten. Die steht dann weiter oben.
Schreib mir gerne eine Mail an servus@dachau-tour.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre).
Für (gemeinnützige) Vereine gibt es auch kostengünstige Werbemöglichkeiten.
Kultur-kritischer Kommentar
Nur Sonntagsreden
Der Kulturpass ist Geschichte. Ein Projekt, das jungen Menschen nach den stillen Corona-Jahren Türen zur Kultur geöffnet hat, wird einfach zugeschlagen. Die Begründung: zu teuer, zu kompliziert, rechtlich bedenklich. Aber was steckt dahinter – und was bedeutet das für die Zukunft?
Die Idee war stark: 200 Euro Kulturgeld für alle 18-Jährigen, um Bücher, Konzerte, Theater oder Instrumente zu entdecken. Für viele war das der erste bewusste Kontakt mit Kultur. Fabian Simion aus dem Allgäu sagt:
„Erst durch den Kulturpass habe ich mich damit auseinandergesetzt, was es für Kulturangebote gibt.“
Genau darum ging es: Neugier wecken, Schwellen senken, Kultur erlebbar machen.
Ja, die Bilanz ist gemischt. Viele Kultureinrichtungen berichten von kaum spürbarer Nutzung. München Ticket kam in zwei Jahren auf eine dreistellige Zahl an Buchungen, selbst große Kinos wie Cinemaxx auf nur 15.000. Die Jagd nach den Gewinnern des Kulturpasses wirkt wie die Suche nach dem Monster von Loch Ness: Alle kennen die Idee, kaum jemand hat sie gesehen. Aber vielleicht war das nie der Punkt. Der Pass sollte nicht die Branche retten, sondern eine Generation erreichen.
Und das hat er getan: Laut Staatsministerium besuchten fast 60 % der Nutzer Veranstaltungen, die sie sonst nicht besucht hätten. Fast jeder Zweite entdeckte neue kulturelle Interessen. Für manche war es ein Rockkonzert, für andere ein juristisches Fachbuch. Nicht jede Nutzung entsprach der Idealvorstellung – aber Freiheit war Teil des Konzepts. Noch wichtiger: Der Pass war ein Signal. Ein Stück Anerkennung für eine Generation, die in der Pandemie viel geopfert hat.
Jetzt ist dieses Signal weg. Statt weiterzuentwickeln, wird gestrichen. Die Ampel hat die Mittel auf null gesetzt, Kulturstaatsminister Weimer erklärt das Projekt für beendet – trotz Rekordkulturetat. Offiziell wegen Kosten und Zuständigkeiten. Inoffiziell, so vermuten Kritiker, weil die Jugend „zu viel für Comics und zu wenig für Opern“ ausgab. Wenn das stimmt, ist es nicht nur kulturpolitisch kurzsichtig, sondern arrogant.
Denn die Frage ist größer: Wie viel ist uns der Zugang zur Kultur wert? Wenn wir jungen Menschen die Hand nicht reichen, verlieren wir sie an Netflix, TikTok und KI-Brei. Kultur braucht nicht nur Applaus, sondern verlässliche Strukturen – und den politischen Willen, sie zu erhalten. Sonst bleibt sie ein Luxusgut für die, die ohnehin schon drin sind.
Vielleicht braucht Kultur auch Dich: als Stimme, als Unterstützer*in, als jemand, der nicht hinnimmt, dass Kulturförderung zum Spielball wird. Denn wenn wir Zugänge schließen, schließen wir Zukunft.
Offene Touren 2025

(KI-generiert)
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Meins
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Die nächste «Post aus Dachau» erscheint am 20. November 2025 - wir sehen uns, in Dachau und München 👋
Freundliche Grüße aus dem ❤️ von Dachau,
Dein Matthias
Matthias Schüßler
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Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. (BVGD)
und Vorstandsmitglied des Dachauer Gästeführer e.V.
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