Welche Substanz möchtet ihr gemeinsam mit mir unter die Lupe nehmen? Drei Kandidaten stehen diesmal zur Wahl. Von Schlafmitteln der „neuen Generation“ über ein dissoziatives Anästhetikum bis hin zu einem umstrittenen „Nootropikum“ ist alles dabei. Damit ihr einen ersten Eindruck bekommt, habe ich die Wahlmöglichkeiten mal zusammengefasst:
👉 Z-Drugs
Z-Drugs wie Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon gelten oft als „moderne“ Alternative zu Benzodiazepinen. Pharmakologisch bewegen sie sich allerdings im gleichen System: Sie verstärken die Wirkung von GABA und führen zu Beruhigung und Schlafanstoß. Interessant ist vor allem die Diskrepanz zwischen ihrem Ruf als unkomplizierte Schlafhilfe und den klinisch gut belegten Risiken wie Toleranz, Abhängigkeit oder Rebound-Schlafstörungen. Auch ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf – etwa automatisches Essen oder Herumlaufen – sind dokumentiert. Gleichzeitig erfüllen Z-Drugs im medizinischen Kontext wichtige Funktionen. Die zentrale Frage lautet daher: Wo verläuft die Grenze zwischen therapeutischer Nutzung und einem Konsum, der eher Probleme schafft als löst?
👉 Ketamin
Ketamin wird seit Jahrzehnten als Anästhetikum eingesetzt und bekommt inzwischen auch in der psychiatrischen Forschung zunehmend Aufmerksamkeit. Parallel dazu hat sich eine breite Freizeitnutzung entwickelt, in der Ketamin weniger als Medikament, sondern eher als Mittel zur Dissoziation, Entlastung oder Flucht verwendet wird. Seine Wirkung basiert vor allem auf der Blockade von NMDA-Rezeptoren, was Veränderungen im Bewusstsein, der Wahrnehmung und der Körperwahrnehmung auslösen kann. Die Risiken reichen von Orientierungsschwierigkeiten bis zu möglichen Schäden an der Blase bei häufigem Gebrauch. Viele von euch haben sich gewünscht, dass ich die vorhandene Ketamin-Folge ergänze – diesmal mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem Freizeitkontext, Konsummotiven und den psychologischen Funktionen, die Ketamin außerhalb des klinischen Rahmens einnimmt.
👉 Phenibut
Phenibut wurde ursprünglich in der Sowjetunion entwickelt und wirkt vor allem über GABA-B-Rezeptoren. Heute ist es online leicht verfügbar und wird häufig als stimmungsaufhellendes oder angstlinderndes „Nootropikum“ angeboten. Erste Effekte können tatsächlich entspannend wirken – viele berichten von sozialer Offenheit und innerer Ruhe. Gleichzeitig zeigt die Evidenzlage deutlich, dass Phenibut ein hohes Risiko für Toleranz und Abhängigkeit mitbringt und Entzugssymptome auftreten können, die teils erheblich belastend sind. Spannend ist hier vor allem das Auseinanderklaffen zwischen dem Image eines frei erhältlichen Supplements und dem neuropharmakologischen Profil, das eher an regulierte Substanzen erinnert.
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