Liebe*r Psychoaktiv-Leser*in,
Es ist heute der 1. im Monat und damit ist es Zeit für den psychoaktiven Newsletter - dem begleitenden Newsletter zum Podcast Psychoaktiv. Das bedeutet spannende Denkanstöße und einen Monatsrückblick zu den Themen Drogen & Sucht. Außerdem gibt es die wichtigsten AHA-Erlebnisse aus den zwei Podcast-Folgen, die ich in dem Monat herausgebracht habe.
Liebe GrĂĽĂźe
Stefanie
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Um was geht es heute?
Drogenkonsum als Selbstbestrafung
Ketamin - Dissoziativum im Partykontext
Psychoaktiv Presseschau im Februar
PsychoGRAMM fĂĽr Februar
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1. Drogenkonsum als Selbstbestrafung
Ein Bier zum Abschalten, eine Line um das Leid zu verdrängen, der Joint Entspannung.
Konsum in der Funktion der Mitgestaltung der GefĂĽhlswelt erschlieĂźt sich vielen Sofort. Schon allein, weil die meisten Menschen Erfahrung damit haben.
Doch Konsum ist nicht immer nur dafĂĽr da um unangenehmen GefĂĽhle zu unterdrĂĽcken oder angenehme GefĂĽhle herzustellen. Manchmal ist er dazu da um uns selbst zu bestrafen.
Klar wurde mir das in vielen Gesprächen mit meinem Klienten in denen wir die Ambivalenz rund um den Konsum erkundet haben.
Am Anfang stehen auf der Pro und Contra Seite immer recht ähnliche Aspekte: Gesundheit, Geld, Wunsch nach Kontrolle etc.
Doch umso tiefer wir gemeinsam in die verschiedenen Aspekte der Hin- und Hergerissen-seins eintauche, kam manchmal eine Erkenntnis zum Vorschein, die die eigentliche Tragik der ambivalenten Haltung zum Ausdruck bringt.
Ich weiĂź ehrlich gesagt nicht, ob ich es wert bin nĂĽchtern zu sein.
Der Konsum hatte neben der GefĂĽhlsmodulation also noch eine andere Funktion. Er war der Ausdruck einer Selbstablehnung, manchmal sogar der Ausdruck von Selbsthass.
Hier geht es nicht darum, Gefühle wegzudrücken sondern darum seiner eigenen Geringschätzung Ausdruck zu verleihe.
Sich selbst das Leben zu bescheren, von dem man glaub, dass man es verdient habe.
Und dieses Aspekt ist für die Veränderung des Konsumverhaltens sehr wichtig. Denn bestrafen kann man sich nicht nur mit Konsum und wenn diese Funktion nicht bearbeitet wird, kann sie allzu leicht ersetzt werden.
Auf dieses Thema gehe ich auch genauer in dieser Folge ein:
2 . Ketamin - von der Notfallmedizin zum Rave
Ketamin wurde in den 1960er-Jahren als Anästhetikum entwickelt. Es ist bis heute in der Notfallmedizin relevant, weil es stark schmerzlindernd wirkt, ohne Atmung und Kreislauf in gleichem Maß zu dämpfen wie andere Narkosemittel. Seine besondere Wirkung wird als „dissoziative Anästhesie“ beschrieben: Wahrnehmung, Körpergefühl und Umwelt können sich voneinander entkoppeln.
Genau diese dissoziative Wirkung erklärt auch seine Attraktivität im Freizeitkontext. In niedrigen Dosen berichten Konsumierende von Distanz zu Stress und Emotionen, veränderter Raum- und Zeitwahrnehmung und einem Gefühl, weniger stark „im Körper“ zu sein. Es geht dabei weniger um klassische Euphorie als um Verschiebung und Dämpfung des Erlebens.
Wie wirkt Ketamin im Gehirn? Welche Risiken sind mit regelmäßigem Konsum verbunden? Und warum wird das Abhängigkeitspotenzial häufig unterschätzt? In der aktuellen Psychoaktiv-Folge ordne ich Ketamin differenziert ein:
Ich werte meinen WhatsApp Kanal auf. Jeden zweiten Tag gibt es jetzt kleine Wissensnacks zu den Themen Drogen, Konsum und Sucht. Schau vorbei:
Hier (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) geht es zur Website der medizinischen Rehabilitation für Menschen mit Abhängigkeitserkrankung salus klinik Hürth.
Ich danke fĂĽr die UnterstĂĽtzung des Psychoaktiv Podcasts.
4. Psychoaktiv Presseschau im Februar
In dieser Kategorie findest du eine kleine News-RĂĽckschau ĂĽber den letzten Monat. Was wurde zu den Themen Drogen und Sucht berichtet? Finde es heraus!

đź§ Deutschland: Stabiler Konsum, aber riskanter Mischkonsum belastet Gesundheitssystem
Ein aktueller Bericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zeigt, dass die 12-Monats-Prävalenz des illegalen Drogenkonsums in Deutschland 2024 bei rund 3,7 % lag und damit weitgehend stabil ist. Gleichzeitig steigt der Anteil komplexer Mischkonsume bei Drogentodesfällen, verbunden mit neuen hochpotenten synthetischen Opioiden in der illegalen Versorgung – ein wachsendes Risiko für schwere gesundheitliche Folgen. Diese Veränderungen erfordern Anpassungen in Prävention, Notfallversorgung und Risikokommunikation.
Mehr Infos: REITOX-Jahresbericht 2025 Bericht zur Situation illegaler Drogen in Deutschland (S'ouvre dans une nouvelle fenĂŞtre)
đź’¬ Debatte ĂĽber Cannabis-Gesetz in Deutschland: CDU/CSU fordert RĂĽcknahme
In Deutschland hat die CDU jüngst gefordert, das 2024 eingeführte Cannabisgesetz wieder zurückzunehmen und Besitz, Anbau und Vertrieb erneut zu verbieten und zu bestrafen. Gleichzeitig befürworten zahlreiche Sucht- und Drogenexpert:innen grundsätzlich eine Legalisierung als Chance für Gesundheitsschutz und soziale Gerechtigkeit. Die politische Diskussion bleibt damit polarisiert und dürfte auch die Sucht- und Präventionslandschaft beeinflussen.
Mehr Infos: Deutschlandfunk: CDU fordert RĂĽcknahme der Cannabis-Legalisierung (S'ouvre dans une nouvelle fenĂŞtre)
🚓 Boston (USA): Zwang zu Behandlung oder Haft – Expert:innen warnen vor gesundheitlichen Folgen
In Boston berichten Gesundheitsexpert:innen, dass Behörden Menschen im Drogenkontext vermehrt zwischen Haft oder dem Eintritt in eine Entzugsbehandlung stellen. Diese Strategie erhöht laut Kritiker:innen das Risiko für Überdosierungen und Infektionserkrankungen, da sie auf Zwang statt freiwilliger, niedrigschwelliger Versorgung setzt.
Mehr Infos: WBUR: Shift zu Detox oder Jail in Boston (S'ouvre dans une nouvelle fenĂŞtre)
đź§© EU-Rat: Weiterarbeit an EU-Drogenstrategie und Anti-Trafficking-Plan.
Ein Ratsdokument vom 5. Februar 2026 zeigt, dass die EU u. a. die EU Drugs Strategy / Strategic Framework sowie den EU Action Plan against drug trafficking weiterverhandelt und die UN-Suchtstoffkommission (CND) im März 2026 vorbereitet. Für Drug Policy ist das wichtig, weil hier Weichen gestellt werden, wie stark Gesundheitsschutz, Prävention, Schadensminderung versus Kontrolle/Strafverfolgung gewichtet werden. Interessant ist auch der Bezug auf Scheduling-Fragen (Einstufung von Substanzen) und internationale Kooperation – Themen, die später direkt nationale Programme beeinflussen können.
Mehr Infos: Rat der Europäischen Union (Consilium, PDF) (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)
💶 Sucht-Folgekosten: Verbände beziffern wirtschaftlichen Schaden auf >136 Mrd. Euro/Jahr.
Die Süddeutsche Zeitung berichtet am 20. Februar 2026 über eine Stellungnahme mehrerer Suchtverbände und der Bundesärztekammer, die die Folgekosten von Alkohol-, Nikotin- und Glücksspielsucht in Deutschland auf mehr als 136 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Für Politik und Versorgung ist das relevant, weil damit der Fokus auf strukturelle Prävention (Preis-/Werbepolitik, Regulierungen, Behandlungskapazitäten) gelenkt wird – nicht nur auf individuelles Verhalten. Gleichzeitig gilt: Solche Summen hängen stark von Methodik/Annahmen ab (z. B. Produktivitätsverluste, Gesundheitskosten), weshalb Transparenz über Berechnung und Unsicherheiten entscheidend ist.
Mehr Infos: SĂĽddeutsche Zeitung (S'ouvre dans une nouvelle fenĂŞtre)
5. Psychoaktiv im März

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