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Neuer Artikel: 13 und eine exklusive Übersetzung

In der jüngsten Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen, die am Donnerstag den 12. erschien, also einen Tag vor Freitag dem 13. widmete ich mich der Zahl 13, die – vielleicht keine Überraschung – in den jüdischen Quelltexten, keine negative Zahl ist. Der Artikel ist hier zu finden 👉 juedische-allgemeine.de (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre)

Ein paar Worte zum Beitrag für den Deutschlandfunk

Der Beitrag (siehe den letzten Newsletter) hat offensichtlich das geleistet, was er bezwecken sollte: Emotionen hervorgerufen. Ein paar Leute haben, mit/unter Protest, den Newsletter abbestellt. Einigen war er nicht hart genug gegenüber der Festivalleitung, anderen war er zu unverschämt gegenüber den »Free Palestine« Menschen, die auf der Bühne kein gutes Bild abgegeben haben. Zusammenfassend lässt sich eine These teilweise bestätigen: Es ist unangenehm, sich aus der gewohnten Zone zu bewegen. Wir bewegen uns zwar hier in der digitalen Welt (Ein-Aus, Null oder Eins), aber die reale Welt lässt sich so leider nicht abbilden. Bitte hört auf niemanden, der Euch/Ihnen sagt: »Das ist doch ganz einfach!«

Weitere Neuigkeiten und eine Übersetzung

Rabbiner Mendel Itkin über Raw Kook

Rabbiner Igor Mendel Itkin hat aktuell eine Podcast-Folge zu Rabbiner Awraham Jithchak haKohen Kook veröffentlicht »Rav Isaak Kook – Revolutionär oder Rebell?« und sich dem Werk des ersten aschkenasischen Oberrabbiners gewidmet 👉Hier zu finden (S'ouvre dans une nouvelle fenêtre) (oder überall dort, wo man Podcasts hört). In seinen Ausführungen wird klar, wieviel »Sprengpotential« die Gedanken von Raw Kook hatten oder vielleicht noch haben. Also, klarer Hörbefehl!

Und hier eine »exklusive« Vorabübersetzung aus dem Text von Rabbiner Awraham Jitzchak haKohen Kook. Da Rabbiner Itkin nun den großartigen Beitrag dazu veröffentlicht hat, wird es Zeit, die Übersetzung einem größeren Kreis zu öffnen und nicht länger digital zurückzuhalten.

Übersetzung aus »Orot«

(von Chajm)
Aus Orot das Kapitel »Der Durst nach dem lebendigen G-tt!« Eventuell besteht noch Verbesserungspotential. Rückmeldungen gerne erwünscht.

Es ist unmöglich, für den Geist einen wirklich festen Halt zu finden, außer in der göttlichen Sphäre. Wissen, Empfinden, Vorstellungskraft, Wille, die inneren und äußeren Bewegungen des Menschen, sie alle verlangen danach, dass der Mensch göttlich sein müsse. Nur dann finden sie ihre Erfüllung, die in jenem harmonischen Empfinden liegt, das Ruhe verleiht.

Wenn der Mensch etwas sucht, das auch nur wenig geringer ist als diese Größe, so wird er sofort verwirrt wie ein Schiff, das auf hoher See hin- und hergeworfen wird. Stürmische Wellen, die einander entgegenrollen, rauben ihm die Ruhe. Von Welle zu Welle geworfen, findet er keine Stille. Wenn es ihm gelingt, sich in irgendeinen dicken Schlamm grober Geistigkeit und dumpfer Empfindung zu versenken, mag es ihm eine Zeit lang gelingen, das Licht seines Lebens zu dimmen, so dass zu der Meinung gelangt, er habe Ruhe gefunden.

Doch nicht viele Tage vergehen und der Geist bricht aus seinen Fesseln hervor, und die seelische Verwirrung beginnt erneut mit voller Kraft zu wirken.

Unser einziger Ort der Ruhe ist G-tt!

Doch G-tt steht über aller Wirklichkeit, sodass kein Gefühl und kein Gedanke aus uns Ihn wirklich fassen kann. Und je mehr Er über allem Gefühl und allem Gedanken steht, desto mehr ist Er verglichen mit uns ein Nichts – und in einem Nichts kann der Verstand keine Ruhe finden. Darum findet man oft, dass gelehrte Schüler, die G-tt suchen, innerlich müde und erschöpft sind. Wenn die Seele nach dem allerhellsten Licht verlangt, genügt ihr das Licht der Gerechtigkeit selbst in den besten Taten nicht, nicht das Licht der Wahrheit selbst in den klarsten Lehren, auch nicht das Licht der Schönheit selbst in den prächtigsten Erscheinungen.

Dann erscheint ihr die Welt eng: Sie wird in sich so weit, dass die ganze Welt, mit all ihrer Materialität und Spiritualität, mit all ihren Offenbarungen – körperlich wie geistig, ihr wie ein enger Kerker erscheint, dessen Luft ihr zur Erstickung wird. Sie sucht etwas, das über ihre Kraft hinausgeht, etwas, das verglichen mit ihr „Nichts“ ist; und gleichzeitig kann auch das „Nichts“ nicht zur Existenz werden – selbst nicht als Wille. Daher wird manchmal der Wille schwach, und die Lebenskraft selbst wird gering in Menschen, deren innerstes Streben die Suche nach G-tt ist.

Man muss ihnen zeigen, wie man in den Festsaal eintritt, nämlich durch das Tor. Das Tor ist die Göttlichkeit, die sich in der Welt offenbart: in allem Schönen und Erhabenen der Welt, in jeder Seele und jedem Geist, in jedem Lebewesen, kriechend oder schreitend, in jedem Gewächs und jeder Blume, in jedem Volk und jeder Nation, im Meer und seinen Wellen, in der Klarheit des Himmels und im Glanz der Gestirne, in jeder Begabung, in den Gedanken jedes Schriftstellers, in den Bildern jedes Dichters, in den Überlegungen jedes Denkers, in den Gefühlen jedes Empfindenden und in der Kraft jedes Helden.

Die höhere Göttlichkeit, nach der wir verlangen, in die wir uns versenken und in deren Licht wir aufgenommen werden möchten. Deren vollkommenes Erreichen uns verwehrt ist, wird selbst herabsteigen in die Welt für uns, in sie und durch sie. Und wir finden sie und erfreuen uns an ihrer Liebe; wir finden Beruhigung und Frieden in ihrer Ruhe. Und mitunter besucht sie uns mit einem hohen Blitz von oben, einem Licht, das über jede Vorstellung hinausgeht.

Der Himmel öffnet sich, und wir sehen göttliche Gesichte.

Doch wir wissen: Dies ist für uns nur ein vorübergehender Zustand; der Blitz vergeht, und wir kehren zurück – nicht in das Innere des Heiligtums, sondern in die Höfe G-ttes. Und wenn das Verlangen nach dem Licht den höchsten Punkt erreicht, beginnt es, großen Lichtfluss aus dem innersten verborgenen Licht zu schöpfen, das in ihm selbst liegt. Dann offenbart sich ihm von innen heraus, dass alles Licht aus derselben höchsten Quelle strömt und dass die Welten und alles, was in ihnen ist, nichts anderes sind als Offenbarungen, die uns wie einzelne Funken des oberen Lichtes erscheinen.

Doch in Wahrheit sind sie alle eine Einheit, eine einzige Offenbarung, in der alle Schönheit, alles Licht, alle Wahrheit und alles Gute enthalten sind. Diese Offenbarungen gehen ihren Weg und erheben sich, werden immer deutlicher als Offenbarungen des ganzen Guten. Und der Strom des vollkommenen Guten, der die Wurzel der Seele zu seiner Höhe erhebt, der für sie die materielle und geistige Welt mit all ihrer Pracht klein erscheinen lässt. Dieser gleiche Strom erneuert alle Welten für sie: alle Geschöpfe gewinnen neue Gestalt, jedes Lebensbild ruft Freude hervor, jede gute Tat erfreut das Herz, jedes Lernen erweitert den Geist. Die engen Grenzen all dessen drücken die Seele nicht mehr; sie schaut sofort und sieht, wie all diese kleinen Funken aufsteigen, sich verbinden und gebündelt werden im Bündel des erfüllten, lebendigen Lebens.

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