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Stein um Stein ins Verderben

Achtung: Spoilerwarnung Folge 14!
Bei Tales off the Script kennt ihr mich eigentlich nur hinter der Kamera bzw. hinter dem Mikro – und das ist auch mein absoluter Safe Space.
Ich liebe es, den Content zu planen, Sessions vorzubereiten und unsere Social Media-Posts rauszuhauen. Aber dieses Mal... hat es mich gepackt. Ich wollte mit Toni einen Moment erschaffen, der unsere Gruppe überrascht. Und zwar richtig.

Was dabei herauskam?
Ein verhängnisvoller Jenga-Turm, eine selbstbemalte Puppenmaske – und ein Auftritt, bei dem ich selbst ins Spielgeschehen eingegriffen habe.

Teil I: Der (verfluchte?) Jenga-Turm

Ich habe mir ein unbedrucktes, ganz schlichtes Jenga-Set besorgt.
Ziel: Jeder einzelne Stein sollte einen Effekt bekommen, der sich direkt auf den laufenden Kampf auswirkt. Der Clou: Der Effekt steht unten auf dem Stein – man weiß also erst, nachdem man ihn gezogen hat, was passiert.

Meine erste Idee: Ich male die Steine mit Acrylfarbe an – die habe ich sowieso noch in sämtlichen Varianten zuhause. Gesagt, getan – bis ich feststellte: Acryl trocknet zwar irgendwann… aber nicht so, dass man Jenga damit spielen kann. Die Steine wurden klebrig, ließen sich schlecht ziehen und blieben aneinander hängen. Aber hey..es sah schön aus. Yay.

Die Steine nehmen Farbe an. Whee.

Also auf zu meinem besten Freund Google und siehe da: Ich war offensichtlich nicht die Erste, die auf diese Idee gekommen ist. Diverse Foreneinträge durchforstet später, folgende Tipps:

abschleifen und Bienenwachs – das macht die Oberfläche geschmeidiger.

Ich also zum Baumarkt, mit dem festen Willen, das hinzukriegen. Schleifen – buttern – warten.
Ergebnis: Besser, aber nicht gut genug. Die Steine waren immer noch leicht klebrig. Dedüm.

Abgeschliffen, eingeschmiert und immer noch leicht klebrig - ich bin nur ein bisschen verzweifelt.

Mit dem Aufnahmetermin im Nacken habe ich dann schweren Herzens beschlossen:
👉 Neues Set kaufen.
👉 Dieses Mal: Copic Marker statt Acrylfarbe.

Die Marker habe ich auch zu Hause, ich wollte aber im ersten Schritt nicht riskieren, dass sie dadurch vielleicht Schaden nehmen. Mittlerweile war es aber schon Freitagabend vor dem Aufnahmewochenende, also musste eine Lösung her.

Und siehe da: Trocknet sofort, sieht super aus, kein Kleben, kein Fluchen.
Wäre ich mal gleich diesen Weg gegangen. Aber hey – jetzt weiß ich immerhin, wie man Holzbutter verwendet – oder dass sie generell existiert.

Endlich geschafft! Ich bin's auch.

Teil II: Die Maske hinter dem Turm

Zu der Überraschung gehörte aber nicht nur bemaltes Holz. Die Grundidee mit dem Jenga Turm, dass das Spiel den Kampf beeinflusst, stammte natürlich von Toni, aber es war komplett mir überlassen, welchen Charakter ich spielen möchte. Ich habe lange hin und her überlegt und mich letztendlich dafür entschieden, was ihr letzte Woche gesehen habt.
Eine Spielfigur, die aus dem Nichts auftaucht – eine Marionette (am Ende wurde doch etwas leicht anderes draus), seltsam und bedrohlich, in der stillen Hoffnung, es würde sich vielleicht jemand gruseln. Hihi.

Also: Recherche. Etsy durchwühlt. Und gefunden:
Eine 3D-gedruckte Maske mit beweglichem Kiefer – perfekt für diesen porzellan-puppenhaften Look, den ich im Kopf hatte. Eine Maske selbst zu gestalten, dafür fehlte einfach die Zeit (und es gibt so viel schönen Kram auf etsy).

My precious.

Ich habe sie in einem elfenbeinfarbenen Ton bemalt, damit sie wie sprödes, altes Porzellan wirkt. Danach kamen mit Copic Markern die feinen Risse dazu.

Ich wollte aber nicht nur „ein Mensch mit Maske“ sein – ich wollte, dass man sich beim Hinschauen fragt:

Ist da überhaupt noch jemand drunter? Und wenn ja, wer?

Also habe ich zusätzlich:

  • eine blonde Perücke besorgt

  • schwarze Sclera-Kontaktlinsen getragen – dadurch wirkten meine Augen wie verschwunden

  • im beweglichen Kiefer der Maske die langen, spitzen Zähne leicht vergilbt und mit Rot bemalt – subtil, aber gruselig, wenn der Mund sich plötzlich öffnet

Kurzer Selfie Check, ob es so aussieht, wie ich mir das vorgestellt habe.

Heimlich, still und leise

All das musste ich komplett geheim vorbereiten – denn Vincent durfte natürlich absolut nichts davon wissen.
Die Maske? Versteckt im Schrank hinter meinen alten Xbox Spielen.
Die Kontaktlinsen? Im Rucksack in einer Kamera-Tasche.
Die Vorbereitungen? Immer dann, wenn er gerade außer Haus war oder mit Vorwarnung, bitte nicht das Wohnzimmer zu betreten.

Das Spiel beginnt

Bis zu diesem Zeitpunkt wussten nur zwei Personen von meiner kleinen
Sidequest: unser Spielleiter und der Meister der Technik.
Alle anderen ahnten nichts. Und genau so sollte es sein.

Vor dem Aufnahmewochenende hatten Eyke und ich noch einen separaten Aufnahmebereich aufgebaut.
Einen zweiten Schauplatz für den zweiten Kampf.
Denn das Jenga Duell sollte nicht am Tisch, sondern in einer eigenen Szenerie stattfinden.

Teil III: Der Drehtag

Der Tag begann ganz harmlos: gemeinsames Frühstück mit dem Team, lockeres Geplauder, niemand misstrauisch. Innerlich sah das etwas anders aus bei mir, aber ich habe mein bestes Pokerface aufgesetzt.

Und kaum war die Kamera an, bin ich verschwunden.
Umziehen. Schnell.

  • Ein Kleid, so gar nicht der Stil, den ich normalerweise trage

  • Gesicht abdecken, mit schwarzer Schminke und den Kontaktlinsen

  • Maske auf, sitzt das bezaubernde Lächeln?

  • Perücke zurechtrücken, die mir in der Hitze fast die Stirn runtergeschwommen ist

Denn natürlich waren es an diesem Wochenende 30 Grad – und das Studio war so aufgeheizt, dass ich mich fühlte wie ein Käsekuchen im Backofen.
Aber selbst Schuld, das habe ich mir ja ausgesucht.

Letztes Spiegelselfie – finaler Check –kann man so Jenga spielen?

Ich saß nun also in einem separatem Büroraum bei toneworx, verkleidet als Marionette und wartete.

Und wartete.

Und wartete.

Denn der Moment, in dem ich auftreten sollte, ließ auf sich warten.
Die Gruppe spielte sich langsam, aber sicher Richtung "Grande Finale".
Eyke hielt mich freundlicherweise über Whatsapp auf dem Laufenden – und ich war bereit, jederzeit auf mein Zeichen zu reagieren.

Dank Ehrenmann Eyke immer auf dem neuesten Stand

Fun Fact: Ein Mitarbeiter von toneworx kam kurz rein, um etwas aus dem Büro zu holen. Ausgerechnet aus dem Raum, in dem ich als Marionette verkleidet saß. Es tut mir sehr leid, es war nicht meine Absicht, dich zu erschrecken. 😂

Das Jenga-Duell des Jahrhunderts

Hallo. Ich möchte ein Spiel mit dir spielen.

Wer sich noch an das Ende von Folge 13 erinnern kann, weiß, dass sowohl Kaya als auch Flemming nicht sehr begeistert davon waren, als Toni etwas puppenartiges erwähnte. Um ehrlich zu sein, war das der Moment, in dem ich mir insgeheim gewünscht habe, dass einer der beiden gegen mich antreten wird. (Sorry not sorry.)

Aber wie immer kommt alles anders als man denkt und das war auch gut so. Denn Alex und ich haben uns ein wirklich spannendes Jenga-Duell geliefert, wie ihr ja hoffentlich gesehen habt.
Es war sehr interessant, zu beobachten, wie Alex gegen Ende immer öfter zwischendurch aufgestanden und unruhig von links nach rechts gelaufen ist (was man in der Kamera nicht gesehen hat). Hehe.

Ehrlich gesagt, wurde es natürlich auch für mich immer anstrengender, gerade mit Maske und Perücke, gefühlt ist mir langsam wirklich alles vom Kopf gerutscht.
Aber ich habe mir nichts anmerken lassen (hoffe ich), bin standhaft geblieben und habe auch die ca. 2 Stunden, die ich dort saß, kein Wort gesagt.

Danke Alex, du warst mir ein würdiger Gegner! Nochmal? 🎭

Wir haben uns wirklich nichts geschenkt und der Turm ist nicht umgefallen, obwohl er am Ende schon stark gewackelt hat.
Respekt, Alex, dass du so durchgezogen hast!

Ich hatte Spaß, ich hoffe, du und ihr da draußen vor allem auch! Lasst mich gerne wissen, wie ihr das Spiel fandet und ob ihr sowas vielleicht nochmal sehen wollen würdet?

Eure Lizzy
Sujet Hinter den Kulissen

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