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THOW Newsletter | Ausgabe 4 đŸ•Šïž Versöhnte Herzen (Skript und Link)

Kreuzbewegt: Vom Kreuz bewegt – Versöhnte Herzen

Predigt: Alexander Endl | Ichthys Gemeinde Frankfurt | 19.04.2026

10.000. - Diese Zahl hat der Prediger der Baptisten Gemeinde am vergangenen Sonntag an den Anfang seiner Predigt gestellt und da wusste ich schon nach wenigen Worten, dass meine Predigt von seinen Worten inspiriert sein wĂŒrde - das habe ich ihm auch danach gesagt. Und dennoch fiel mir genau das schwer. Ich hatte schon eine fertige Predigt in der Tasche - und jetzt nehme ich die Worte eines anderen? Alex sprach letzte Woche in ihrer Predigt ĂŒber IdentitĂ€t. Und das hier kratzt an meiner IdentitĂ€t, weil ich immer etwas eigenes, etwas besonderes machen will, etwas von Bedeutung. Jetzt trage ich das Wort nur weiter?

Doch als ich die Predigt in eigenen Worten runterschrieb und den Predigtplan von Tabitha daneben hielt: Da war kein Zweifel mehr. Das ist die Botschaft fĂŒr heute. Das passt so gut, das hĂ€tte man nicht besser planen können.

10.000

10.000 Dinge besitzt der moderne Mensch statistisch. Eigentlich schon allein das ein Wahnsinn und noch verrĂŒckter, wenn man vergleicht, dass der Mensch frĂŒher im Schnitt vielleicht 400 Dinge besaß - und die zum Teil sein Leben lang und deshalb hegen und pflegen musste. DarĂŒber sprach der Prediger und legte dabei den Philemonbrief auf eine fĂŒr mich beeindruckende Weise aus. 

Das Handy hier hat noch funktioniert. Aber es wurde zu alt. Zu langsam. Nicht mehr gut genug. Also wurden sie ersetzt. Und wir tun das lÀngst nicht mehr nur mit Dingen.


Habt ihr euch auch je gefragt, warum ein Brief wie der Philemon-Brief ĂŒberhaupt in der Bibel gelandet ist? Neben solchen theologischen Schwergewichten wie den Römerbrief oder HebrĂ€erbrief wirkt er wie ein privater Briefwechsel zwischen Freunden - Paulus schreibt dort an Philemon, einen Freund und Förderer:

Es geht um deinen Sklaven Onesimus, der hier durch mich zum Glauben an Christus gefunden hat und fĂŒr mich deswegen wie ein Sohn geworden ist. 11 Möglich, dass er frĂŒher seinem Namen keine Ehre gemacht hat und fĂŒr dich nicht besonders nĂŒtzlich war. Aber wie viel Nutzen kann er nun dir und mir bringen! 12 Ich schicke ihn jetzt zu dir zurĂŒck und mit ihm mein eigenes Herz. 13 Wie gern hĂ€tte ich ihn noch bei mir behalten, solange ich fĂŒr die rettende Botschaft im GefĂ€ngnis sein muss. Er hĂ€tte mir helfen können, so wie du selbst es tun wĂŒrdest. 14 Aber ich wollte ihn nicht ohne deine Einwilligung hierbehalten. Denn eine gute Tat sollte nicht erzwungen sein, sondern freiwillig geschehen. 15 Vielleicht ist dir Onesimus nur deshalb fĂŒr eine kurze Zeit genommen worden, damit du ihn fĂŒr immer zurĂŒckerhĂ€ltst. 16 Er kommt jetzt nĂ€mlich nicht nur als dein Sklave wieder, du wirst viel mehr an ihm haben: einen geliebten Bruder. Das ist er schon fĂŒr mich gewesen. Wie viel mehr wird er es fĂŒr dich sein; er gehört ja zu dir – als Mensch und nun auch als Christ. 17 Wenn ich also dein Freund und Bruder bin, dann nimm Onesimus auf, als wĂŒrde ich selbst zu dir kommen. 18 Sollte dir durch seine Flucht irgendein Schaden entstanden sein, oder sollte er dir etwas schulden, dann stell es mir in Rechnung. 19 Ich werde es bezahlen. DafĂŒr bĂŒrge ich hier mit meiner Unterschrift.

Philemon 1, 10-19

Paulus bittet bei Philemon fĂŒr einen Sklaven namens Onesimus um einen Gefallen. Ja, um mehr als das: Um Vergebung seiner Schuld. Auch wenn wir nie genau erfahren, was Onesimus getan hat, so wirft Paulus, der große Evangelist und Missionar, seinen Namen, seine Finanzen - immerhin bot er an jeden Schaden zu begleichen - und nicht zuletzt seine Freundschaft in die Waagschale, um einem nach damaligen Stand doch eher unbedeutenden Sklaven zu helfen. HĂ€tten wir das getan? Oder hĂ€tten wir im GefĂ€ngnis sitzend wie Paulus, nicht ganz andere Probleme auf der Agenda und hĂ€tten Onesimus sich selbst ĂŒberlassen?

Wir erinnern uns: 10.000 Dinge hat der Mensch. Weil wir gelernt haben, Dinge stĂ€ndig zu kaufen. Wir horten Teller, Tassen, Lampen, Teppiche, Kleidung - oft wissen wir gar nicht mehr wohin damit. Und halten uns fĂŒr besonders modern im Zeitgeist des Ausmistens, wenn wir uns von Dingen trennen, wegwerfen, was nicht mehr passt, ĂŒberflĂŒssig ist oder einfach nicht mehr gefĂ€llt. Wir kaufen und werfen weg. Das hat unser Denken verĂ€ndert und es macht vor unseren Beziehungen lĂ€ngst nicht mehr halt. Was nicht mehr passt, was Schwierigkeiten macht, was einem nicht mehr gut zu Gesicht steht, wird entsorgt. Abgelegt, weggeworfen. Damit wird alles, was wir haben, nicht mehr endgĂŒltig, sondern vorlĂ€ufig. Das entspannt den Entscheidungsprozess - und macht auch das Trennen einfacher. 

Sich nie richtig entscheiden mĂŒssen. Immer ist alles nur auf Zeit. Deshalb haben wir so viele Scheidungen, haben wir den Begriff Lebensabschnittspartner erfunden, deshalb ist Ghosting bei Jugendlichen der Weg, sich von Menschen zu trennen. Einfach beenden, ausblenden, wegwerfen, wenn es unangenehm wird. 

Tabithas Bruder sprach in seiner Predigt vor Ostern von der Kultur der Schuld und Kultur der Scham. Ich spreche heute - wie das Papst Franziskus nannte - ĂŒber die Kultur der VorlĂ€ufigkeit. FĂŒr den modernen Menschen ist alles vorlĂ€ufig geworden, sogar Beziehungen. Doch Gottes Bund mit dir ist nicht vorlĂ€ufig. Was am Kreuz beginnt, soll fĂŒr immer bleiben.

Das hat mich tief berĂŒhrt in seiner Wahrheit.

Das Kreuz war kein Ende,
keine bloße Abrechnung mit dem Alten.
Es war der Anfang von Wiederherstellung.
Der Anfang von Versöhnung. 

THOW 441 ‱ Auftrag


1 Wie kann ich ich sein? 2 Mich finden und entwickeln? 3 Mich abgrenzen und definieren? 4 Was ist meine Rolle im großen Ganzen? 5 Wie kann ich mich einbringen? 6 Meinen Platz finden? 7 Doch du, Herr, gibst mir keine Antwort auf diese Fragen. 8 Wenn ich frage, zeigst du mir nur den Auftrag. 9 Dir zu dienen soll mein Ich sein. 10 So zu werden wie du, ist mein Ziel. 11 Denn du wurdest so wie ich, um mir zu begegnen. 12 Nun werde ich wie du, um mit dir vereint zu sein. 13 Ein Botschafter der Versöhnung.

Und wir fragen uns: Was bedeutet das jetzt genau?

Die billige Gnade

Wir mĂŒssen also noch eine Schleife drehen, aber es ist wichtig, damit wir zum Punkt kommen, an den ich gerne mit euch kĂ€me. Aber behaltet euch den Brief an Philemon im Kopf und unsere heutige Kultur des VorlĂ€ufigen und Wegwerfens. 

Unsere Wegwerfkultur hat auch die Gnade infiziert. Wenn alles vorlĂ€ufig ist, warum nicht auch die Vergebung? Einmal bereuen, Gnade empfangen, weitermachen wie bisher. Genau diese Einstellung nannte Dietrich Bonhoeffer – hingerichtet vor 81 Jahren im KZ FlossenbĂŒrg – die billige Gnade.

Warum spreche ich nun ĂŒber Gnade? Und warum kann Gnade billig sein? Und was macht Gnade dann teuer? 

Bitte, haltet mit mir durch, es fĂŒgt sich am Ende zusammen.

Es geht um die Frage: Was genau passiert da am Kreuz? 

Es ist das eine, zu erkennen, dass am Kreuz die SĂŒnde durch Jesu getragen wurde. Und das ist eine gute Erkenntnis - und sie ist teuer erkauft, von Jesus. Aber was ist wirklich am Kreuz geschehen? 

Manche sehen am Kreuz die Stellvertretung – Christus trĂ€gt unsere Strafe. Andere sehen den Sieg ĂŒber den Tod. Wieder andere die Offenbarung der Liebe Gottes. Acht solcher Deutungen zĂ€hlt die Theologie – und keine ist falsch, keine ist vollstĂ€ndig. Das Kreuz ist grĂ¶ĂŸer als jeder Versuch, es zu fassen.

 Warum betone ich das so? Weil das Kreuz nicht so banal und einfach zu verstehen ist, wie es vielleicht scheint. Schon in frĂŒhchristlicher Zeit soll es Splittergruppen gegeben haben, die durch Ausschweifung und ZĂŒgellosigkeit auffielen, weil sie meinten, dass SĂŒnde nicht mehr existent sei. Ich sprech darĂŒber, weil es keinen billigen Weg gibt, indem ich mich irgendwann einmal segnen oder taufen lasse. Oder weil ich einmal auf die Knie fiel und bereute, danach aber weiter machte wie bisher. Weil ich meine, dass es schon “gut genug” ist, wenn man ein bisschen besser wĂ€re wie die anderen.

“Billige Gnade ist der Todfeind unserer Kirche. Unser Kampf heute geht um die teure Gnade. Billige Gnade heißt Gnade als Schleuderware, verschleuderte Vergebung, verschleuderter Trost, verschleudertes Sakrament; Gnade als unerschöpfliche Vorratskammer der Kirche, aus der mit leichtfertigen HĂ€nden bedenkenlos und grenzenlos ausgeschĂŒttet wird; Gnade ohne Preis, ohne Kosten.”

Dietrich Bonhoeffer - Nachfolge

Ja, am Kreuz wurde getan, was der Mensch nicht tun konnte - die Versöhnung. Der Weg zum Vater ist frei! Halleluja! Und ein guter Grund an der Stelle “Amen” zu sagen.

Und nichts - ich betone - “Nichts!” kann der Mensch dazu tun oder mĂŒsste noch tun, um diese Gnade, die uns Gott erwies, indem er seinen Sohn ans Kreuz gehen ließ, zu erlangen. Alles lag in seiner Hand und er vollbrachte es. Wir können nur staunen und es annehmen. Und dĂŒrfen sagen 'Abba, lieber Vater'.

Und doch ist es damit nicht getan - fĂŒr dich und mich persönlich.

Am Kreuz

Denn wer glaubt, dass er deswegen schon fertig sei, irrt genau so, wie der, der meint, nun etwas besseres zu sein. Glaubt ihr, dass wir Lieblinge Gottes sind? Das sind wir! Aber sind wir es mehr als die, die nicht glauben, in Schuld leben und sich nicht um Gott kĂŒmmern? 

Hand aufs Herz! Glauben wir nicht so ein ganz kleines bisschen, dass wir besser sind, mehr geliebt? Erinnert euch an den Bruder, der fassungslos ansah, wie der Vater den verlorenen Sohn in die Arme nahm und sich dachte: Jahrelang war ich treu gewesen! Bin ich nicht mehr wert als er?! - Hatte er nichts vom Vater gelernt? Nicht verstanden, dass aller Besitz schon sein war und nichts bedeutet, weil nur die Beziehung alles ist?

Wir sind nicht besser - aber wir haben erkannt. Doch nur dabei sein reicht trotzdem nicht aus, wir mĂŒssen unser ganzes Leben von Christus lernen, mehr wie der Vater zu werden. Und Christus hat uns gezeigt, was damit gemeint ist. Christus hat uns vorgemacht, was das bedeutet. 

Wenn es nun allein die Gnade ist, die uns errettet hat, und wir nichts tun können, außer sie anzunehmen. Was bleibt uns dann als anzuerkennen, dass wir eh nichts tun können außer zu glauben und dies genĂŒgt?! Dann kann man auch im Grunde einfach so weitermachen und ist errettet. Man muss nur glauben und immer alle Nase lang Schuld bekennen. Dann ist das genug. Das ist, was Bonhoeffer die “Billige Gnade” nennt. Und ich stimme ihm zu. Die Gnade allein ist genug, aber sie bleibt folgenlos, wenn wir sie nicht wirklich annehmen - und so verfehlen wir das Ziel. Man muss die Gnade annehmen, indem man sie lebt. Und das kostet uns etwas: NĂ€mlich unser Leben. 

Was wir auch tun, wir tun es aus der Liebe, die Christus uns geschenkt hat – sie lĂ€sst uns keine andere Wahl. Wir sind davon ĂŒberzeugt: Weil einer fĂŒr alle Menschen starb, sind sie alle gestorben. 15 Und Christus ist deshalb fĂŒr alle gestorben, damit alle, die leben, nicht lĂ€nger fĂŒr sich selbst leben, sondern fĂŒr Christus, der fĂŒr sie gestorben und auferstanden ist. 

2. Korinther 5,14-15

Am Kreuz eröffnete Christus den Weg der Wiederherstellung auch fĂŒr uns. Die Welt bleibt gefallen und wartet auf ihre Vollendung, aber deine Beziehung zwischen dem Vater und dir wurde wiederhergestellt. Und du kannst nun selbst zum Boten der Versöhnung werden. 

Wiederherstellung

Wir leben also in einer Welt, die wegwirft, was nicht mehr funktioniert. Dinge. Beziehungen. Menschen. Aber Gott tat das nicht. Er warf die Menschen dieser Welt nicht weg. Auch nicht am Kreuz. Mehr noch: Das Kreuz ist Gottes Antwort auf eine kaputte Schöpfung: Doch er reagiert nicht mit Entsorgung, nicht mit Neustart – sondern mit Wiederherstellung. Er ließ seinen Sohn leiden und auferstehen, weil er dich nicht wegwerfen wollte. Er will dich wiederherstellen. Nicht einmal, sondern dein Leben lang.

Was Paulus an Onesimus tat, war ein Spiegel dessen, was Jesus fĂŒr uns tat. Übrigens: Wir wissen nicht, wie Philemon reagiert hat. Der Brief endet, ohne uns die Antwort zu geben. Versöhnung verlangt, dass wir im Glauben handeln – ohne das Ergebnis sofort in der Hand zu halten. Genau das tat Paulus. Genau das tat Christus. Er gab sein eigenes Leben in die Waagschale zur Versöhnung mit Philemon, wie Christus sein Leben gab zur Versöhnung mit dem Vater. Paulus hatte Christus so sehr verinnerlicht, dass er gar nicht anders konnte als zu handeln wie Jesus.

All dies verdanken wir Gott, der uns durch Christus mit sich selbst versöhnt hat. Er hat uns beauftragt, diese Botschaft ĂŒberall zu verkĂŒnden. 19 Und so lautet sie: Gott ist durch Christus selbst in diese Welt gekommen und hat Frieden mit ihr geschlossen, indem er den Menschen ihre SĂŒnden nicht lĂ€nger anrechnet. Gott hat uns dazu bestimmt, diese Botschaft der Versöhnung in der ganzen Welt zu verbreiten. 20 Als Botschafter von Christus fordern wir euch deshalb im Namen Gottes auf: Lasst euch mit Gott versöhnen! Wir bitten euch darum im Auftrag von Christus. 21 Denn Gott hat Christus, der ohne jede SĂŒnde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir freigesprochen sind und vor ihm bestehen können.

2. Korinther 5,18-21;

Wir sollen nicht nur “Herr, Herr!” rufen und sonst weitermachen wie bisher, sondern wollen unser Leben in seine HĂ€nde geben. Ihn zum Herrn unseres Lebens werden lassen. Damit wir werden wie Christus. Damit auch wir reparieren, statt wegzuwerfen. Weil Gott die Welt nicht wegwarf, weil Christus die kaputte Beziehung wiederhergestellt hat. Paulus hatte dies verinnerlicht und wirkte in Beziehungen, so, wie Christus es getan hĂ€tte, und ist uns so zum Vorbild geworden: Werden wie Christus selbst. Gerade deshalb bewahrte der Heilige Geist selbst diesen scheinbar unscheinbaren Brief. Weil es Gott um Beziehung geht und Versöhnung, um ein Leben, das Christus selbst uns vorgelebt hat. Und deshalb bewahrte Gott ihn im Kanon der Schrift, die bleibt.

Noch einmal: Es gibt nichts mehr zu verdienen, seine Gnade reicht aus. Aber wenn wir nicht ihm nacheifern, ihm nachfolgen, haben wir es nicht verstanden. Weil wir es dann ernst meinen mit: ,Jesus ist unser Herr.‘

Die ersten Christen wurden als AnhĂ€nger ‚des Weges‘ in der Bibel bezeichnet. Wohl weil es allen klar war: Die Erlösung ist kein Stempel in deinem Pass, keine Staatszugehörigkeit, kein Freifahrtschein in den Himmel. Es ist der Beginn deines Weges durch das ganze Leben in Christus. Es beginnt bei der Gnade und endet im Himmel. Doch den Lauf, wie Paulus es beschrieb, muss jeder das ganze Leben laufen. Und wĂ€hrend wir ihm nachlaufen, werden wir ihm immer Ă€hnlicher. Und eines der Zeichen davon, vielleicht eines der markantesten, ist die Versöhnung. 

Das Kreuz war kein Ende. Es war der Anfang. 

Es war der Anfang der Versöhnung, die mit Vergebung beginnt. 

War das Jesus denn wichtig?

Er rief es am Kreuz:

“Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun“ Lukas 23,34

Er gab es uns mit auf dem Weg:

“So wird auch mein himmlischer Vater an euch tun, wenn ihr nicht von Herzen vergebt, ein jeder seinem Bruder.” MatthĂ€us 18,35

Er lehrte uns so zu beten:

„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ MatthĂ€us 6,12

Die Erkenntnis vom Kreuz, dass ich schuldig war und Vergebung brauchte, war mein Anfang gewesen. Und heute weiß ich mehr denn je, dass ich immer noch weit gehen muss, um wirklich anzukommen, um den Lauf zu vollenden. Weil ich Christus immer Ă€hnlicher werden will, werden muss. Weil ich immer noch Konflikten lieber aus dem Weg gehe, als mich im Dienst der Versöhnung dazwischen zu stellen. Weil mir Harmonie viel zu wichtig ist – und ich deshalb bereit bin, vieles unter den Teppich zu kehren, statt fĂŒr echte Vergebung einzutreten. Ich erkenne meinen Auftrag, erkenne meinen Anfang. Kennst du den deinen? 

Christus trat fĂŒr uns in den Riss. Paulus stellte sich fĂŒr Onesimus zwischen ihn und Philemon. Wo stehen wir uns lieber auf eine Seite, statt in die Mitte zu treten - um die Vergebung zu ermöglichen, indem wir uns hingeben. Unsere GefĂŒhle, unseren Stolz, unser Standing, unser GerechtigkeitsgefĂŒhl. 

Wenn du Jesus kennst, aber noch nicht nachfolgst, dann mach heute einen Punkt hinter der Gnade und fang an ihm nachzufolgen. Wenn du Jesus noch nicht als Herr deines Lebens hast, dann mach einen Anfang am Kreuz - und nimm die Gnade der Vergebung fĂŒr dein Leben heute an. Es kostet nichts, aber es bleibt nicht ohne Folgen. Wenn du ihm nachfolgst, wirst du Botschafter an Christi statt, du wirst ihm immer Ă€hnlicher werden, man wird ihn erkennen, wenn man dich reden hört, man wird dich Dinge tun sehen, die Christus getan hĂ€tte: Versöhnen. Vergeben. Heilen. Wiederherstellen. Zum Vater bringen. 

Versöhnung beginnt selten im Großen. Sie beginnt dort, wo Schweigen gebrochen wird. Manchmal ist der erste Schritt: Bitterkeit benennen – vor Gott, nicht vor dem anderen. Dann: Das GesprĂ€ch suchen, ohne zu wissen, wie es ausgeht. Und dann: Vergeben, bevor das GefĂŒhl mitspielt – weil Vergebung eine Entscheidung ist, kein GefĂŒhl.

Wo Bitterkeit losgelassen wird. Wo Vergebung den Stolz ĂŒberwindet. Da wo wir unsere vermeintliche moralische Überlegenheit aufgeben, um zu begegnen. Dort, wo vergeben wird, obwohl das eigene GefĂŒhl Recht zu haben protestiert. - Vergebung fĂŒhlt sich selten gut an, fĂ€llt nie leicht und kostet immer etwas. Genau darum leidet die Welt so sehr: weil kaum einer diesen Preis bezahlen will – und sie Vergebung doch so dringend braucht. Weil niemand es konnte, hat Christus den Preis gezahlt - und lĂ€dt dich nun ein ihm nachzufolgen.

Mach heute den Anfang, wenn du noch keinen gemacht hast. Und mach heute den nĂ€chsten Schritt, wenn du ihm schon nachfolgst. Gibt es einen Namen in deinem Herzen, bei dem du weißt: Da ist noch etwas offen? Ruf heute an. Schreib heute. Nicht weil es leicht ist – sondern weil Christus es zuerst getan hat.

Doch das ist vorbei! Jetzt gehört ihr zu Jesus Christus, der am Kreuz sein Blut fĂŒr euch vergossen hat. Ihr seid Gott jetzt nahe, obwohl ihr vorher so weit von ihm entfernt lebtet. 14 Durch Christus haben wir Frieden. Er hat Juden und Nichtjuden in seiner Gemeinde vereint, die Mauer zwischen ihnen niedergerissen und ihre Feindschaft beendet. Durch sein Sterben 15 hat er das jĂŒdische Gesetz mit seinen zahlreichen Geboten und Forderungen außer Kraft gesetzt. Durch Christus leben wir nicht lĂ€nger voneinander getrennt, der eine als Jude, der andere als Nichtjude. Als Christen sind wir eins.[2] So hat er zwischen uns Frieden gestiftet. 16 Christus ist fĂŒr alle Menschen am Kreuz gestorben, damit wir alle Frieden mit Gott haben. In seinem neuen Leib, der Gemeinde von Christus, können wir nun als Versöhnte miteinander leben. 

Epheser 2,13-16

Selbst mit Gott versöhnt und als Versöhnte miteinander leben. Wer selbst erkannt hat, dass er Schuld auf sich geladen hat und ohne Verdienst, allein aus Gnade, versöhnt wurde 
 wer könnte dann anders, als selbst zu vergeben, zu versöhnen und im Dienst der Versöhnung in die Beziehungen anderer hineinzuwirken? Und dabei geht es nicht nur um deine Konflikte, sondern auch wo du andere in Konflikten siehst. Bist du bereit, dort mit Christus in die Mitte zu treten? 

Warum? Weil es Christus wichtig war. Weil wir Christus anziehen. Weil wir ihm Àhnlicher werden.

So folgen wir Christus nach, wenn wir den Weg einschlagen, auf dem er uns vorausging.

Weil wir 10.000 Dinge aufgeben, um den einen zu erwÀhlen: Christus.

Lass dich versöhnen mit Gott.

Und werde zum Boten der Versöhnung.

Das ist der Weg vom Kreuz.

Das ist der Weg Christi.

Ein Gebet


Herr Jesus.

Danke, dass Du am Kreuz fĂŒr uns gestorben bist!

Danke, dass Du in den Riss getreten bist.
Danke, dass du uns versöhnt hast.
Und uns zu Boten deiner Versöhnung machst.
Ich will lernen, wie ich vergeben kann,
wie du mir vergeben hast.

Ich will werden wie du,
weil du dich fĂŒr mich hingegeben hast. 

Ich will dir mein Herz schenken, 
denn du hast mir deines zuerst geschenkt.

Herr Jesus, sei Du mein Herr und Retter!
Ich will dir nachfolgen.

Amen

Sujet Predigt

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