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“Ich habe kaum noch Kraft, meiner Tochter liebevoll zu begegnen”

Juli* schreibt mir von den vielen Konflikten mit ihrer Tochter und wie sie selbst kaum noch das Beisammensein genießen kann.

In diesem Steady-Format beantworte ich regelmäßig eure Fragen rund um Elternschaft, mentale Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung – einfühlsam, alltagsnah und fachlich fundiert aus meiner Perspektive als studierte Neurowissenschaftlerin, Trageberaterin, Elternkursleiterin – und als Mutter von drei Kindern, die das echte Leben kennt.

Die Frage ist leicht verändert und pseudonymisiert (*), um die Privatsphäre der Fragestellenden zu wahren.

Hallo Anna,

Ich weiß gar nicht so richtig wie ich anfangen soll. Ich komme mit meiner großen Tochter (fast 5) einfach gar nicht mehr klar. Wir streiten jeden Tag, ich hab überhaupt keine Kraft mehr ihr liebevoll zu begegnen. Jede Kleinigkeit bringt mich innerlich auf 180 und es gibt kaum Momente in denen wir ein schönes Beisammensein haben.

Sie war schon immer willensstark, wir haben sie immer in ihren Gefühlsausbrüchen begleitet und sind ganz gut durch die typische Autonomiephase gekommen. Letztes Jahr im Oktober kam ihr kleiner Bruder zur Welt. Sie liebt ihren Bruder und hat sich auch super auf ihn gefreut. Wir haben versucht ihr weiter die Aufmerksamkeit zu schenken die sie braucht. Aber leider macht auch das keinen Spaß mehr, denn sie ist nur noch am meckern und wüten. Wir machen gefühlt alles falsch. Ich kann mich gerade gar nicht entscheiden was ich dir für Beispiele bringe, denn es bestimmt einfach wirklich den gesamten Alltag. Es beginnt morgens beim aufstehen, beim abholen aus der Kita geht es weiter, bei Ausflügen will sie nicht mehr laufen. Aus der Kita höre ich, dass sie immer fröhlich und offen ist. Das tut mir irgendwie weh.

Die Wutanfälle sind so heftig und triggern irgendwas in mir, dass ich dann immer laut werde und sie anschreie. Ich will das nicht aber ich kann nicht anders. Ich habe dann so eine große Wut in mir und will meine Tochter am liebsten nicht mehr sehen. Das schmerzt mich selbst das zu schreiben.

Ich bin mental am Ende meiner Kräfte und weiß nicht wie ich wieder eine Verbindung mit ihr aufbauen soll in der wir beide kooperieren können. Mein Mann arbeitet viel und ist kaum da.

Ich weiß auch dass diese Phase vorbei geht, aber gerade ist einfach alles zu viel.

Viele Grüße, Juli*

Die Antwort kannst du mit einem Kummerkasten- oder Kummerkasten + Deep Dive Paket lesen.

Argomento Elternschaft

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