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“Wie begleite ich mein Kind durch unangenehme medizinische Behandlungen?”

Bild: Chiara Doveri

Hier auf Steady teile ich anonymisiert einige eurer langen E-Mails und meine ausführlichen, empathischen und recherchierten Antworten. Ich bin kein Coach und keine Psychotherapeutin und würde euch bei entsprechenden Fragen bitten, Fachpersonal zu konsultieren. Wenn es bei euch im Alltag an kleinen Dingen hakt und ihr gern meine Einschätzung hättet, schreibt mir gern an anna [punkt] brachetti [at] posteo [punkt| de.

Liebe Anna,

Unsere Tochter kam  Ende Januar 2020 zur Welt, gesund, aber mit dem Zytomegalievirus, mit dem ich mich während der Schwangerschaft infiziert hatte. Dieses Virus kann aber wohl auch später noch Schäden auf den Augen oder in den Ohren verursachen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dafür recht gering ist. Die offiziellen medizinischen Leitlinien empfehlen im Verlauf der Jahre entsprechende Nachuntersuchungen. Nach der Geburt wurde bei unserer Tochter u.a. der Augenhintergrund untersucht. Bei dieser Untersuchung (in der Klinik) durften wir Eltern nicht im Raum anwesend sein und unser Baby hat fürchterlich gebrüllt. Nach langem Überlegen haben wir nun in einer größeren Augenarztpraxis wieder einen Termin für diese Untersuchung vereinbart, dort bin ich nun wohl während des ganzen Termins dabei. Ich habe jedoch immer noch große Sorge, dass es für mein Kleinkind mit seinen 17 Monaten sehr beängstigend und möglicherweise sogar traumatisierend sein wird. Natürlich versteht sie das alles ja gar nicht. Zudem ist sie ein eher zurückhaltendes Mädchen, das einfach viel Zeit braucht, um in neuen Situationen anzukommen. Sie ist eine genaue Beobachterin und alles Ablenken, Spielsachen z.B. interessieren sie in solchen Momenten überhaupt nicht. Die letzten Besuche beim Kinderarzt waren sehr nervenaufreibend. Ich bin total hin und her gerissen. Eigentlich würde ich meiner Tochter diese Tortur sehr gerne ersparen, aber wenn doch irgendwas mit den Augen sein sollte, ist eine frühstmögliche Therapie natürlich das Beste. Mein Mann versteht meine Sorgen total, ist aber schon eher dafür, die Untersuchung zu machen. Falls ich es aber nicht wollte, würde er die Entscheidung ebenso mittragen.

Wie siehst Du das? Ich wünsche mir einfach noch eine Einschätzung aus bedürfnisorientierter Perspektive.

Der Termin ist nun schon in zehn Tagen und jetzt bin ich gerade wieder sehr unsicher.

Ganz liebe Grüße

Mila*

Argomento Starke Gefühle

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