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Ich über mich

Darf in journalistischen Texten das Wort “ich” stehen? In vielen Redaktionen wird das vehement diskutiert, dabei ist es die falsche Frage. Objektive Berichterstattung und vielfältige Perspektiven erkennt man nicht an einem Pronomen. Warum Ich-Texte ihre Berechtigung haben und was einen guten Ich-Text ausmacht.

Dieser Essay erschien zuerst 2022 im Magazin Schweizer Journalist.

Ich habe schon zahlreiche sogenannte Ich-Texte verfasst und die haben alle dieselbe Entstehungsgeschichte, dieser hier eingeschlossen: Ich wurde gefragt, ob ich das so aufschreiben möchte.

Auch Ich-Texte sind Teamarbeit

Der Punkt ist mir wichtig, weil Ich-Texten oft der Ruf anhängt, Alleingänge von egozentrischen Autorinnen und Autoren zu sein, die nichts relevanter finden als die eigenen Erfahrungen und/oder die zu faul für echte Recherche sind. Auch ich stand nach Erscheinen meiner Ich-Geschichten schon im Fahrstuhl des Verlages und musste mich fragen lassen, ob es denn wirklich sein müsse, dass ich andauernd über mich schreibe. Dabei sind den vergangenen 24 Jahren Hunderte Texte von mir erschienen. Nur eine Handvoll davon waren Ich-Texte. Es waren die mit der größten Reichweite, die, über die am meisten gesprochen wurde, und die, für die ich Preise bekommen habe. Das erklärt vielleicht die verzerrte Wahrnehmung der Kollegen. 

Argomento Texte

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