Silke Denk hilft hauptberuflich Menschen, sich zu verlieben ‒ und richtig gute Dates zu haben. Wer Single ist und sich verloren fühlt in Apps, Profilen und Chats, kann von ihr was lernen.
Ein Interview von Barbara Vorsamer
Zuerst erschienen am 24. August 2025 auf Spiegel Online (Si apre in una nuova finestra)
Frau Denk, als ich das letzte Mal Single war, lernten sich die meisten Paare auf der Arbeit oder über gemeinsame Freunde kennen. Kann man darauf immer noch hoffen?
Silke Denk: Kann man, wäre aber schön blöd. Nehmen wir mal eine 60-jährige Frau, die noch mitten im Leben steht und einen Tangokurs macht. Da lernt sie vielleicht zwei Männer kennen. Was, wenn die nicht passen? Onlinedating vergrößert den Pool ungemein.

Ursprünglich arbeitete Silke Denk als Werbetexterin für international tätige Agenturen und als Autorin. Seit ihrer Ausbildung zum Beziehungs- und Singlecoach unterstützt sie Klienten aus ganz Deutschland beim Dating, online wie offline.
Was Fluch und Segen gleichzeitig ist, oder?
Wieso Fluch?
Ist es nicht so, dass Dating-Apps unendliche Möglichkeiten suggerieren, weswegen man sich nie festlegt? Wohingegen die Dame im Tangokurs vielleicht nach zwei Monaten merkt, dass einer der Männer doch ganz nett ist.
Das stimmt, so kann es laufen. Aber die meisten Menschen beginnen mit Onlinedating, weil sie in ihrem Umfeld niemanden finden. Die Bekannten sind alle verheiratet, die Kollegen kennt man ewig und im Tangokurs war man auch schon. Irgendwann führt an den Apps kein Weg mehr vorbei. Dating-Burnout entsteht nur, wenn man es falsch angeht. Menschen, die schon eine Beziehung hinter sich haben, sind hier im Vorteil.
Wirklich? Warum?