
Liebe Leserinnen und Leser von Cleanthinking.
am 25. Juni 2025 trug dieser Cleanthinking-Newsletter den Titel “Gas, Gas, Gas – Katherina Reiche setzt voll auf Erdgas und ignoriert die Klimakrise”. Heute, im Februar 2026, ist die Aussage berechtigter als jemals zuvor. Gestern Abend hat die schwarz-rote Koalition die Eckpunkte für das Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt. Es soll das Gebäudeenergiegesetz ablösen.
Die geplanten Maßnahmen, die leider auch der erfahrene Umweltpolitiker Matthias Miersch mitträgt, reihen sich ein in die oben skizzierte Strategie von Katherina Reiche. Nach dem verheerenden Zurückdrehen des Verbrenner-Aus, nach einer einseitig auf Gaskraftwerke ausgerichteten Kraftwerksstrategie, nach der tiefergehenden Verunsicherung von Solar- und Wind-Branchen nun also der Schlag gegen die Wende im Heizungskeller.
Die Kurzform ist: Die 65-Prozent-Regel (65 Prozent Anteil erneuerbar bei neu eingebauten Heizungen) ist gestrichen worden. Stattdessen soll es eine Grüngasquote und eine Grünheizölquote geben. Öl- und Gasheizungen dürfen bei entsprechenden Verträgen unbehelligt verbaut werden. Es ist der klimapolitische Offenbarungseid von CDU, CSU und SPD.
Beitrag zur Grüngasquote (Si apre in una nuova finestra) von Cleanthinking.
Beitrag zu den Eckpunkten des GMG (Si apre in una nuova finestra)
Beitrag zur 65-Prozent-Regel (Si apre in una nuova finestra)
Verbraucher werden in Kostenfallen gejagt. Fortschrittliche Installationsbetriebe werden Schwierigkeiten bekommen. Der Klimaschutz wird - mal wieder - mit Füßen getreten. Es wird Chaos geschürt zwischen Kommunaler Wärmeplanung und Gebäudemodernisierungsgesetz.
Die große Frage ist nun, ob ein solches Gesetz verfassungskonform ausgestaltet werden kann. Daran gibt es erhebliche Zweifel. Aber Verunsicherung und Verzögerung nehmen weiter zu. Deutschland wird zur lahmen Wärmewende-Ente in Europa. Als Nächstes werden die EU-Gebäuderichtlinie und der EU-Emissionshandel II geschreddert.
Ich habe eine zehnjährige Tochter. Für sie werde ich mich dafür einsetzen, dass diese verrückten Vorhaben nicht in die Tat umgesetzt werden.
Besorgte Grüße,
Martin Jendrischik