Starten will ich mit einem ersten kurzen Ausblick auf das, was logische Fortsetzung meiner politischen Arbeit dieses Jahres und m(ein) konkretes politisches Projekt für 2026 und vermutlich darüber hinaus ist.
Let’s LARP
Der Begriff Kollaps - LARP schwirrt bereits umher und genau das ist es, wozu am letzten Wochenende der offizielle Startschuss gefallen ist. Wir haben ein Konzept, die nächsten Schritte sind klar, ebenso wie die Personen, die wir auf dem Weg der Umsetzung im kommenden Spätsommer an Bord haben wollen. Nach dem absehbaren Loch im Anschluss an das Kollapscamp, nach Diskussionen, der ein oder anderen Enttäuschung in nach-Camp-Prozessen ist der Beginn der Arbeit am Folgeprojekt nicht nur nächster logischer Schritt, sondern auch (Vor-)Freude und Neuanfang, zum Glück mit bekannten Gesichtern, die inzwischen längst zu Freund:innen und Familie geworden sind. Das Kollaps – LARP wird intensives Weiterarbeiten und Vertiefen von praktischen Themenschwerpunkten, die bereits im Kollapscamp präsent waren, verbunden mit LARP – Elementen, die den gemeinsamen Abschluss dieser mehrtägigen Praxisarbeit bilden. Es wird der von uns so oft zitierte Beginn des Aufbaus handlungsfähiger Strukturen in zunächst fünf thematischen Schwerpunkten. Es wird um einiges kleiner als das Kollapscamp, denn Strukturen bilden bedeutet auch, dass Beziehungen zwischen Individuen entstehen müssen. Das Kribbeln und die Energie, die der Start der Kollapscamp – Orga in sich hatte, sind wieder da und wir sind heiß auf unseren Schritt 2 in der sich gerade findenden Kollapsbewegung, die auch außerhalb Deutschlands Fahrt aufnimmt und einiges für das kommende Jahr verspricht.
praktisches Soli - Prepping

Die Idee eines Kollaps – LARPs verfolgt dabei ganz klar die praktische Ausrichtung des solidarischen Preppens weiter. Das war bereits beim Camp der Aufhänger unserer Arbeit und das, was uns – neben der emotionalen Arbeit – herausgehoben hat aus der Vielzahl anderer Camps und was dazu geführt hat, dass das Interesse alle Erwartungen überstiegen hat. Praktisches Handeln ist auch das, was für mich direkte Überschneidungen zwischen einer wieder erstarkenden, ungehorsamen Klimagerechtigkeitsbewegung und einem Teil der Kollapsbewegung aufzeigt und somit gute Möglichkeiten der Zusammenarbeit und der gegenseitigen Unterstützung eröffnet, ohne die jeweilige (wichtige) Eigenständigkeit zu verlieren. Dazu habe ich im Text der letzten Woche bereits etwas mehr geschrieben (Klimabewegung und Kollapsbewegung (Si apre in una nuova finestra)).
Solidarisches Preppen umfasst für mich alles, was in ganz unterschiedlichen Bereichen mit „Machen“ verbunden ist und somit für mich Ohnmacht überwindet und Wirkmacht spürbar werden lässt. Seien wir ehrlich – Jahr für Jahr wieder Kraft für Tagebau- und Baggerblockaden zu finden, sich trotz Trauma doch wieder in eine Waldbesetzung zu begeben, aber auch kraftvolle Demos und Proteste – das tun viele von uns einerseits natürlich aus Überzeugung und weil es richtig ist, aber eben auch weil der Moment, wenn ein Kohlebagger stoppt, eine Polizeikette durchbrochen, eine Rodung gestoppt oder ein Naziaufmarsch blockiert wird, genau das ist: Überwindung von Ohnmacht und Spüren der eigenen Wirkmacht, angesichts oft übermächtiger Gegner und angesichts dessen, was in der Welt alles immer schneller und immer katastrophaler falsch läuft. Diese Momente sind unbeschreiblich, kostbar und unfassbar wichtig, auch wenn sie oft nur von kurzer Dauer sind und leider viel zu oft eben doch (noch?) nicht „den einen großen Kipppunkt“ in unsere Richtung darstellen. Hier ließe sich nur zu gut einmal mehr eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Klimaaktivismus und verschiedenen Aktionsformen anschließen, die ich durchaus immer wieder für notwendig halte, auch wenn sie manchmal - ehrlich geführt - schmerzhaft ist.
Emotionen anzapfen

Heute aber keine Diskussion, denn heute soll die Erinnerung an diese Momente, die viele von uns im Klimaaktivismus erlebt haben, dazu dienen zu verdeutlichen, was solidarisches Preppen mit uns machen kann: genau das! Positive Emotionen auslösen, diese aber im besten Fall nicht nur kurzfristig im Rahmen einer Aktion, sondern langfristig, weil vorbereitet sein ja bleibt, während der Kohlebagger sich irgendwann leider doch wieder in Bewegung setzt. Emotionen sind oft Zünglein an der Waage und Schlüssel für Entscheidungen, die wir treffen und Dinge, die wir tun. Wir brauchen angesichts der aktuellen Lage und der stetig wachsenden Zahl diverser Katastrophen ganz dringend positive Emotionen und Erfolgserlebnisse, die uns durchhalten und weitermachen lassen, in denen wir Kraft und Stärke finden. Durch das Erlernen von praktischen Fertigkeiten, durch neues Wissen und im besten Fall auch durch das in-der-Lage-Sein diese Fähigkeiten und das Wissen weiterzugeben und/oder es für andere nutzen zu können, sollten also jede Menge positive Emotionen ausgelöst werden, die man immer wieder anzapfen kann. Gleichzeitig bedeutet das Wissen um die eigene Handlungsfähigkeit und Wirkmacht ebenso wie das Eingebunden-Sein in handlungsfähige Strukturen wieder ein gestiegenes Gefühl von Sicherheit für sich selbst und das eigene Umfeld in einer zunehmend unsicheren Welt.
Solidarisches Preppen ist für mich ohne Zweifel mein Weg in und mit der Kollapsbewegung, weil es für mich wie auch im Klimaaktivismus bei jeglicher Form politischer Arbeit darum geht, in der Lage zu sein aktiv zu handeln und nicht nur reaktiv antworten zu können. Und gegen ein paar Erfolgserlebnisse habe ich ebenfalls nichts einzuwenden, Rückschläge liefern die täglichen Nachrichten schließlich zur Genüge und von ganz allein.