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Traumnovelle (2024)

Jakob und Amelia sind ein High-Society-Paar wie aus dem Bilderbuch. Sie reden gerne und viel über ihre sexuellen Fantasien. Jakob begegnet auf einer nächtlichen Odyssee durch die Berliner Kinky-Clubs, Bordelle, Burlesque-Theater und Sex-Shops einer ganzen Reihe von seltsamen und geilen Personen. Der Trip endet auf der erotischen Party einer obskuren Geheimgesellschaft in einer Villa am Wannsee. Das verändert am nächsten Tag das perfekte Leben des Paares für immer.

Florian Frerichs´ Erotikfilm aus dem Jahr 2024 ist eine lose Adaption von Arthur Schnitzlers gleichnamiger Novelle. In den Hauptrollen sehen wir Nikolai Kinski als Jakob und Laurine Price als Amelia, in weiteren Rollen u.a. Nora Islei, Detlev Buck, Katharina Gerhardt und Nicole Nagel.

Die "Traumnovelle" ins heutige sexpositive Berlin zu verlegen macht durchaus Sinn, geht es in Schnitzlers Buch doch um erotische Fantasien und psychologische Hintergründe einer Paarbeziehung. Das Zitat von Sigmund Freud am Ende des Films sagt alles, das Werk sollte psychoanalytisch betrachtet werden.

Traumnovelle ist ein prätentiöser Kunstfilm mit sehr artifiziellen Momenten. Die Opern-Szenen mit extrem lautem klassischen Gesang, die lyrischen Ergüsse aus dem Off, die deplatziert wirkende KI-Morph-Trickfilmszene und viele surreale Story-Elemente, wenn z.B. ein Kind in die Oper will oder ein nudelarmiger Akademiker vier Berliner Assis verkloppt, fordern die Zuschauer heraus. Doch es will hier einfach keine Langeweile aufkommen, im Gegenteil, Traumnovelle ist mit seinen Reminiszenzen ans erotische Berlin der Fetisch- und BDSM-Szene als Gesamtkunstwerk wirklich schön anzusehen und muss sich vor Stanley Kubricks Traumnovelle-Adaption Eyes Wide Shut (1999) nicht verstecken. So macht Kunstkino Spaß.

https://www.imdb.com/de/title/tt27011374/ (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Film