Während des Goldenen Zeitalters von Hollywood macht sich im Jahr 1938 die Dämonin Magda auf, die Menschen von Los Angeles in einen blutigen Krieg zu führen. Dazu nimmt sie die Gestalt dreier Frauen an: die der biederen Stadtratsberaterin Alex, die der bisexuellen Rio, der Anführerin der Pachucos, und die der Exil-Berlinerin Elsa, die sich zur Geliebten eines deutschen Arztes macht. Sie manipuliert mächtige, einflussreiche, benachteiligte und gewaltbereite Menschen und versucht so, in Los Angeles einen Rassenkrieg vom Zaun zu brechen. Doch die Detectives Lewis Michener und Tiago Vega sowie die Haushälterin und Santa Muerte-Verehrerin Maria Vega versuchen alles, damit die Dämonin mit ihrem perfiden Plan scheitert.
Penny Dreadful: City of Angels von John Logan ist eine US-amerikanische Drama-Fantasy-Serie aus dem Jahr 2020. Sie ist ein Spin-Off der aus drei Staffeln bestehenden Serie Penny Dreadful (2014), die ebenfalls von John Logan stammt und in der Eva Green, Josh Hartnett und Timothy Dalton spielen. Inhaltlich besteht aber kein Zusammenhang zwischen Penny Dreadful: City of Angels und der Vorgängerserie, die Gothic-Horror des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu bieten hatte und in der sich allerlei literarische Schwergewichte der Schauerliteratur trafen. Schauspielerisch muss an dieser Stelle Nathan Lane als jüdischer Cop Lewis Michener und Natalie Dormer als Dämonin Magda hervorgehoben werden, ihr Spiel ist wirklich große Klasse. Ansonsten sehen wir noch einige andere recht bekannte Schauspieler, wie Rory Kinnear, Michael Gladis, Kerry Bishé und der deutsche Thomas Kretschmann.
Obwohl Penny Dreadful: City of Angels ein typisches Werk des "neuen magischen Realismus" ist, der mich seit den unsäglichen Verfilmungen von Neil Gaimans Geschichten anödet, konnte die Serie mich überzeugen. Sie bleibt sich zwar treu mit der Verquickung von Mythologie und realistischen Settings, hier überwiegen aber die historisch-realen Elemente. Wo in Logans Vorgängerwerk die Fantasy-Gestalten im Vordergrund standen, da geht es hier primär um amerikanische Geschichte und die angenehm ambivalenten Protagonisten. So lernen wir etwas über die Pachucos, eine mexikanische Jugendkultur dieser Zeit, über den Kampf der Chicanos gegen den Rassismus der Weißen und über mexikanische Folklore, die in Gestalt von Santa Muerte hier in einem positiven Licht gezeigt wird (die katholische Kirche hasst das). Aufgepeppt wird die komplexe Story um den US-amerikanischen Rassismus, die allgegenwärtige Polizeigewalt, die Nazi-Verschwörung um einen Raketenwissenschaftler, eine evangelikale Radio-Sekte, trumpeske Stadtpolitik und den Zwist zweier übernatürlicher Wesen mit ordentlich Gewalt, Splatter, Sex und Homosexualität, den obligatorischen Zutaten für US-amerikanische Serien mit FSK 18.
Wer sich nicht an der konventionellen Machart von derlei Urban-Fantasy-Serien stört, kann mit Penny Dreadful: City of Angels gut unterhalten werden. Mir hat vor allem das Setting um die Chicano-Kultur - incl. der tollen Tanzeinlagen - und die mexikanische Folklore gut gefallen. Die insgesamt zehn Folgen schließen mit einem offenen Ende, weil die Serie abgesetzt wurde.
https://www.imdb.com/de/title/tt10361016/ (Si apre in una nuova finestra)