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Die Faszination des Alltags

Hi! Dennis von Indie Fresse hier.

Zwischen unseren Podcast-Folgen gibt’s kluge Gedanken zu schönen Spielen in eurem Postfach.

Und: Wir planen gerade eine Live-Show. Am 29.11 in Berlin im Computerspielemuseum! Mit GEHEIMGÄSTEN! Mehr Infos gibt’s hier (Si apre in una nuova finestra). Ticket-Infos folgen.

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Ein kluger (?) Gedanke: Warum machen Alltagssimulatoren so viel Spaß?

Wenn ich in den letzten Tagen eine kleine Auszeit von den gemeinen Fallen von Hollow Knight: Silksong (habt ihr schon unsere Folge dazu gehört?) gebraucht habe, dann habe Rechner für LAN-Parties verkabelt.

Leider nicht in echt, sondern in LAN Party Adventures (Si apre in una nuova finestra). Einem neuen Spiel, das ich in Ermangelung einer anderen Beschreibung als “Alltagssimulator” beschreiben möchte.

Zu den Aufgaben im Spiel gehört nämlich vor allem, Rechner zu verkabeln. Ich suche Stromauslässe für Monitor und Tower, muss Adapter benutzen wenn der Stecker nicht in die Dose passt, muss Maus und Tastatur anschließen und am Ende sogar noch das Netzwerk konfigurieren.

Zugegeben: Das klingt weniger wie ein Spiel und mehr wie eine Trainings-Software für Sysadmins in den späten 90ern. Aber glaubt mir: Das macht Spaß.

Denn die Arbeit, der ich im Spiel nachgehe, fühlt sich richtig…griffig an. Tactile, würde man im Englischen sagen. Ich achte auf die Länge der Kabel, überlege wo ich die ganze Hardware abstelle oder bringe erst Stühle aus dem Klassenzimmer weg, um Platz zu haben für die PCs. Mein Lieblings-Moment: VGA-Kabel mit dem Mausrad festzuschrauben.

Es ist mühselig, aber es soll auch mühselig sein. Denn nur dann fühlt sich jeder aufgebaute Rechner wie eine richtige Leistung an.

Das ist als Ansatz natürlich nicht komplett neu. LAN Party Adventures reiht sich ein zwischen Truck-Simulatoren (Si apre in una nuova finestra), Renovierungs-Simulatoren (Si apre in una nuova finestra) und Hochdruckreinigungssimulatoren (Si apre in una nuova finestra).

Der Unterschied: LAN Party Adventures erzählt zusätzlich noch eine Story, über einen verschwundenen Freund. Und das motiviert zum Weiterspielen, wenn der Reiz von VGA-Kabeln etwas abgeklungen hat.

Was ich so spannend finde ist, dass LAN Party Adventures mit genau diesem Ansatz nicht alleine ist.

Weit oben auf meiner Wunschliste steht gerade Ambrosia Sky (Si apre in una nuova finestra). Ein Spiel darüber, eine Raumstation mit einem Dampfdruckreiniger von einem Alien-Pilz zu säubern und nebenbei herauszufinden, warum dieser Fungus alle Bewohner der Station getötet hat.

Ganz neu angekündigt ist The Lift (Si apre in una nuova finestra), ein Spiel über einen Weltraum-Hausmeister, der Neon-Röhren austauscht, herausgebrochene Latten in Sitzbänken ersetzt und auf großen Maschinen rumklopft bis sie wieder funktionieren.

Ich finde das SO faszinierend. Wenn es um Spielmechaniken geht, dann sprechen Entwickler*innen oft von den “Verben” (Si apre in una nuova finestra) eines Spiels. Die Verben beschreiben meine Handlungsmöglichkeiten. Die allermeisten Spiele setzen meistens auf Verben, bei denen es entweder um Kampf, Geschicklichkeit oder Rätsel geht.

Die Alltagssimulatoren dagegen benutzen andere Verben. Man braucht kein besonderes Geschickt, um ein VGA-Kabel anzuschrauben. Das Wegsprühen vom Alien-Pilz stellt kein Rätsel dar und bekämpft wird eigentlich nichts. Und trotzdem macht das Spaß.

Meine These: Weil so viele von uns so selten die tatsächlichen Auswirkungen unserer Arbeit sehen. Versteht mich nicht falsch: Ich bin froh über jede Folge eines Podcasts, an der ich arbeiten darf. Aber die Freude über einen richtig gut verkabelten Computer-Raum oder eine blitzblank geputzte Raumstation — die ist noch mal was anderes.

Schamlose Selbstpromo und anderes Zeug

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