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Bin das noch ich? Teil 2

Ich möchte in diesem Modul mit euch darüber sprechen, wie Gefühle, Situationen und vor allem deren Bewertung Leid entstehen lassen.

Nehmen wir einmal folgendes Beispiel: Ihr seid mit eurem besten Freund oder eurer besten Freundin verabredet und die Person sagt kurzfristig ab. In diesem Moment habt ihr die Wahl, wie ihr diese Situation bewertet.

Ihr könnt denken: „Die Person hatte wahrscheinlich gar keine Lust, sich mit mir zu treffen.“ Mit dieser Bewertung entstehen negative Gefühle, die ihr in euer System schickt.

Oder ihr sagt euch: „Eigentlich waren wir verabredet, aber es scheint etwas dazwischengekommen zu sein. Dann treffen wir uns einfach ein anderes Mal.“ In diesem Fall entstehen ganz andere Gefühle – deutlich positivere. Dadurch verändert sich auch euer inneres Erleben. Das Leid, das durch eine negative Bewertung entstanden wäre, bleibt aus.

Oft nehmen wir Absagen oder Kritik persönlich. Wir hören vor allem das Negative und beginnen zu leiden, obwohl der andere es vielleicht gar nicht so gemeint hat.

Gefühle beeinflussen unsere Gedanken – und genau das kannst du für dich nutzen. Du kannst trainieren, deine Bewertungen zu verändern. Es ist wie ein Muskel, den du stärken kannst.

Wenn du sagst: „Ich möchte nicht mehr unnötig leiden. Ich möchte nicht mehr von den Gefühlen oder dem Verhalten anderer Menschen abhängig sein“, dann beginnt Veränderung.

Denn du kannst andere Menschen nicht verändern. Du kannst nur dein eigenes Denken und Handeln beeinflussen. Genau dadurch unterbrichst du den Kreislauf des Leidens.

Leid muss dabei nicht immer etwas Großes oder Dramatisches sein. Es kann schon durch eine abgesagte Verabredung oder eine beiläufige Bemerkung entstehen – einfach deshalb, weil wir unseren Emotionen erlauben, ungefiltert durch unser Denken zu laufen.

Je bewusster du deine Bewertungen wahrnimmst und hinterfragst, desto mehr innere Freiheit gewinnst du.

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