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Birdwatching auf Balkonien: Wie geht es den Vögeln im Stadtgebiet?

Von Allerweltsvögeln und dem Mut, einmal nicht aufzuräumen.

Den Kaffee in der einen Hand, das Fernglas in der anderen. Es ist schön, Vögel von Balkonien aus zu beobachten. Einige Arten nehmen in den letzten Jahren jedoch zahlenmäßig ab. Wie können wir unseren gefiederten Mitbewohnern helfen? Eine kurze Übersicht.

Bannerbild mit dunkelgrünem Hintergrund. Links eine hellgrüne Eulen-Grafik mit dem Text: Biodiversität im Fokus. Rechts steht in Weiß: Tierisch Vielfältig! Der Newsletter.

Noch im Frühsommer 2025 tummelte sich das gefiederte Leben auf und vor Balkonien. Vögel sangen, trällerten und schnatterten durch den Tag. Nach der letzten Hitzewelle im August hat sich dies geändert: Es ist still geworden. Hin und wieder eine menschliche Stimme, ein Rasenmäher, viele vorbeifahrende Autos. Typische Balkon-Insekten sind selten zu sehen (siehe Teil 1 dieser Reihe Welches Insekt fliegt denn da? (Si apre in una nuova finestra)). Für Vögel gilt das Gleiche, sogar die häufigen Arten zeigen sich kaum. Noch weniger sind sie zu hören.

Einen gewissen Anteil daran hat sicherlich das berühmte Sommerloch: Amsel, Meise und Co. haben die Paarungs- und Fortpflanzungszeit für dieses Jahr abgeschlossen und müssen ihre Reviere nicht mehr akustisch verteidigen. Dennoch: Etwas ist anders.

Gefühlt nimmt die Zahl der Vögel ab. Ein Trend, der sich seit einigen Jahren mit den Beobachtungen vieler Experten deckt. Laut Roter Liste gilt fast die Hälfte der fast 260 heimischen Brutvogelarten zumindest als bedroht (Quelle: Rote Liste 1). Die Ursachen waren vielfältig und gelten auch heute noch.

Zahlreiche Arten in Gefahr

Besonders betroffen sind Feldlerche, Rebhuhn, Turteltaube oder Kiebitz, allesamt Arten, die im Offenland vorkommen. Im Siedlungsraum wurden von Vogelfreunden vor allem „Allerweltsvögel“ wie Amseln (seit kurzem), Mauerseglern, Spatzen oder Buchfinken seltener gezählt (Quelle: Nabu 2). Allgemein betrachtet, gehen wohl besonders die Bestände von Insektenfressern und Zugvögeln zurück.

Schwarz-gefiederte Amsel auf einer grünen Wiese mit weißen Gänseblümchen. Der Schnabel ist orangefarben.

Es gibt allerdings auch positive Entwicklungen: So konnten sich Kranich, Weißstorch und einige Greifvogelarten durch gezielte Schutzmaßnahmen zahlenmäßig wieder erholen. Eigentlich im Wald vorkommende Arten wie Eichelhäher oder Buntspecht scheint es in Siedlungen mit älterem Baumbestand ebenfalls häufiger zu geben.

Was kann ich im Garten tun?

Doch nicht jeder hat einen Garten, in dem ältere Baumriesen stehen. Kein Problem, auch fruchttragende Gehölze helfen der heimischen Vogelwelt. „Die Vogelbeere zum Beispiel ernährt bis zu 63, der eingriffelige Weißdorn bis zu 32 Vogelarten“, schreibt Stefanie Bernhardt auf meine Anfrage an den Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (Lbv) hin. Gerade im Winter seien „Gehölze wie Holunder ideale Futterquellen für Vögel“, so die Pressereferentin. Bei einem großen Garten könne man außerdem Hecken aus Brombeeren pflanzen.

Wie wird Balkonien vogelfreundlich?

Da gibt es eine einfache Regel: Ab Oktober möglichst viele ausgereifte Samen- und Fruchtstände stehen lassen und den Balkon nicht zu sehr aufräumen. Ein gewisses Durcheinander tut der Tierwelt gut. Auch wenn die NachbarInnen vielleicht anders vorgehen würden.

Besonders gerne mögen unsere Stadt-Vögel ein Menü aus Stauden und Wildkräutern: Dazu gehören etwa Sonnenblumen, Königskerze, Wilde Möhre oder Kornblumen. Gewürzt wird mit Dill, Salbei oder Thymian.

Pflanzentipps vom Lbv, links für den Garten, rechts für den Balkon. Vogelfreundliche Gartengehölze sind etwa: Obstbäume, Weißdorn, Kornelkirsche, Holunder. Beispiele für Balkonien sind Wild- und Gartenkräuter und Stauden wie Königskerze, Wilde Möhre, Johanniskraut.
Weitere Informationen: (1) https://www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-garten/voegel-fuettern/vogelfutter-selbst-anbauen/ UND (2) https://ingolstadt.lbv.de/ratgeber/geh%C3%B6lze-f%C3%BCr-v%C3%B6gel-und-andere-tiere/

Spinnen und Insekten, die sich zwischen dem Blattwerk tummeln oder dort überwintern, sind für viele Vögel ebenfalls eine Leckerei. Andere Arten bevorzugen Mehlwürmer. Und selbst die guten, alten Meisenknödel haben ihre Fans. Die Reste allerdings bitte nicht auf den Kompost werfen, auch Waschbären (Si apre in una nuova finestra) scheinen den Fett-Sonnenblumenkern-Haferflocken-Mix durchaus zu mögen.

Doch welche Vogelarten lassen sich nun von Balkonien aus beobachten, und welches Winterfutter bevorzugen sie? Darum geht es im Hauptartikel Tierisch viel los auf Balkonien! #2 Welcher Vogel besucht mich da? (Si apre in una nuova finestra).

Viel Spaß mit Amsel, Meise, Stieglitz, Elster, Grünspecht und Co.!

Wir lesen uns.

Ausblick

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Referenzen

  1. Quelle: Neue Rote Liste der Brutvögel Deutschlands (Si apre in una nuova finestra), aktuelle 6. Fassung vom 23. Juni 2021, Datensammlung im Artikel von 2011 bis 2016.

  2. Quelle: 20 Jahre Vogelzählung (Si apre in una nuova finestra), Nabu, Datensammlung im Artikel bis 2023.

Argomento Lebensräume

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