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Bilder statt Debatten

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaargh!!!!

So. Das musste kurz raus. (Gehaltvolleres zur aktuellen politischen Lage bekomme ich heute nicht mehr hin. #stadtbild #töchter)

Ein Comicschriftzug: In großen roten Lettern steht das Wort Boom auf einer an den schwarzen Rändern ausgefransten gelben Sprechblase.
Current Mood: Boom. (Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay)

And now for something completely different: Graphic Novels

In 63 Tagen ist Weihnachten, in 54 der 250. Geburtstag von Jane Austen. Noch grob 1.460 Tage sind’s bis zur nächsten Bundestagswahl. Drei gute Gründe, sich in die Literatur zu flüchten und über Graphic Novels zu schreiben. Ich habe da nämlich ein paar, die ich euch empfehlen kann.

Graphic Novels sind nicht etwa, wie man meinen könnte, Kriminalromane, in denen die Mordszenen besonders drastisch und explizit geschildert sind, sondern gezeichnete Erzählungen. (Wer den Literatur-Nerd-Wortwitz findet, darf ihn behalten.) Man könnte sie auch einfach Comics nennen – aber damit habe ich nicht die besten Erfahrungen gemacht. Grob gesagt gibt es zwei Lager: Menschen, die Graphic Novels niiiiiemals Comics nennen würden, weil sie letzteren die nötige Tiefe absprechen – und Comicfans, die über diese Unterstellung empört sind und Graphic Novels gerade deswegen erst recht Comics nennen. (Ich enthalte mich an dieser Stelle einer Meinung.)

„Jane Austen – Ihr Leben als Graphic Novel“ von Janine Barchas (🔗 Penguin (Si apre in una nuova finestra))

Ganz frisch erschienen, anlässlich des 250. Geburtstages von Jane Austen. In dieser Graphic Novel wird die große Literatin und scharfsinnige Beobachterin zur Hauptfigur ihrer eigenen Geschichte. Ergänzt um ein Glossar am Ende, das akribisch die Faktenspur nachzeichnet.

Doppelseite (Auszug) aus dem Comic über Jane Austen
Auszug aus Jane Austen – Ihr Leben als Graphic Novel von Janine Barchas (Penguin)
„Persepolis“ von Marjane Satrapi (🔗 Edition Moderne (Si apre in una nuova finestra))

Mein allererster Graphic Novel als Jugendliche und ein zeitloser Klassiker: Marjane Satrapi erzählt in klaren Schwarz-Weiß-Bildern von ihrem Aufwachsen im Iran während und nach der Revolution. Zwischen kindlicher Neugier, politischem Aufbruch und Verlust der Heimat entfaltet sich eine zutiefst persönliche Geschichte über Identität, Freiheit und Erinnerung.

„Maus“ von Art Spiegelman (🔗 Fischer Verlage (Si apre in una nuova finestra))

Die ikonische Maus-und-Katze-Metapher ist Literaturgeschichte: Art Spiegelman verarbeitet die Shoah durch das Gespräch mit seinem Vater, einem Auschwitz-Überlebenden. Das Ergebnis ist eine vielschichtige, schmerzhaft ehrliche Graphic Novel über Trauma, Erbe und das Erzählen selbst.

Alles von Liv Strömquist (🔗 Avant-Verlag (Si apre in una nuova finestra))

Nein, Alles ist nicht der Titel von Strömquists neuestem Buch. Ich meine tatsächlich einfach alles von ihr. (#queen)

„Küsse für Jet“ von Joris Bas Backer (🔗 Jaja-Verlag (Si apre in una nuova finestra))

Ende der Neunzigerjahre, zwischen Kurt Cobains Tod und dem vermeintlichen Weltuntergang zur Jahrtausendwende. Und die 15-jährige Jet versucht herauszufinden was mit ihr eigentlich los ist. Eine Coming-of-Age-Geschichte über Geschlechtsidentität, Liebe und Selbstfindung, zart und roh zugleich.

„Der große Reset“ von Ika Sperling (🔗 Reprodukt (Si apre in una nuova finestra))

Während eines Kurzbesuchs in ihrem Heimatdorf muss die Studentin Ika feststellen, dass ihr Vater immer weiter in die Tiefen des Internets abgetaucht ist und sich dabei in Verschwörungsideologien verloren hat. Die bunte Leichtigkeit der Bilder bildet einen geschickten Kontrast zur Tragik der Geschichte.

„Reise nach Rojava“ von Janet Biehl (🔗 Unrast-Verlag (Si apre in una nuova finestra))

In eindrucksvollen Reportage-Bildern begleitet Janet Biehl ihren Besuch in der selbstverwalteten Region Rojava in Nordsyrien. Ihre Graphic Novel verbindet politische Analyse mit persönlicher Beobachtung – ein anschaulicher Einblick in basisdemokratische Utopien im Schatten des Kriegs.

„Die drei Leben der Hannah Arendt“ von Ken Krimstein (🔗 dtv (Si apre in una nuova finestra))

Für mich ein Paradebeispiel dafür, wie Graphic Novels Zugang schaffen zu etwas, das einem mitunter eine Nummer zu groß erscheint. Unterhaltsam, tiefgründig und im Stil ebenso scharfzüngig wie Hannah Arendt selbst.

„Rosa“ von Kate Evans (🔗 Karl-Dietz-Verlag (Si apre in una nuova finestra))

Ein niedrigschwelliger und unterhaltsamer Einstieg in das Leben und Wirken von Rosa Luxemburg. Besonderer Clou: Sowohl Rosa Luxemburg als auch die Autorin Kate Evans durchbrechen die berühmte vierte Wand und sprechen direkt zu den Lesenden.

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Das war’s für heute. Ich geh weiter in mein Kissen schreien.

Alles Liebe

💜💜💜

Laura

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