Es ist 2026 und während ich noch die Gleiche bin und das Gleiche machen möchte, fühlt sich trotzdem alles anders an. Denn nun bin ich solo unterwegs und zeige meine Kunst nicht mehr unter dem Namen wildwasserfarben. Ich habe stattdessen angefangen, meine Fotografie, meine Kunst und meine Texte, die ihr hier bei Steady lest, in ein Gesamtkonzept zu gießen. Auf meiner neuen Website (Si apre in una nuova finestra) könnt ihr euch anschauen, wie mir das gelungen ist. Bald öffnet dort auch mein eigener Online-Shop. Vorher müssen aber noch dreitausend bürokratische Dinge geklärt und ähnlich viele Produktfotos gemacht werden. Einiges konnte ich bereits in den Tagen rund um die Feiertage erledigen aber ein bisschen Familienzeit musste natürlich auch sein. Wir haben viele Filmabende hinter uns und einer dieser Filme inspirierte mich zum heutigen Meer-Montag. Ihr könnt ja in den Kommentaren mal raten, welchen Film wir gesehen haben. Also tauchen wir ein in ein Land vor unserer Zeit. (Nein, der gleichnamige Film war es nicht, das wäre zu leicht.) Steady-Mitglieder können sich den Artikel auch als Audio anhören. Den Player findet ihr am Ende des Artikels.

Die Meere, wie wir sie heute kennen, sahen vor Millionen von Jahren ganz anders aus. Ebenso anders waren die Lebewesen, die in ihnen lebten. Eines von ihnen war der Mosasaurus, der im späten Abschnitt der Kreidezeit vor etwa 82 bis 66 Millionen Jahren lebte. Er war ein vollständig an das Leben im Meer angepasstes Reptil mit einem langgestreckten und kräftigen Körper. Seine Gliedmaßen hatten sich zu vier starken paddelartigen Flossen entwickelt und auch sein Schwanz glich einer Flosse. Seine Vorfahren waren an Land lebende Echsen, die den heutigen Waranen ähnlich gesehen haben könnten. Sie waren nur etwa einen Meter lang und suchten am Spülsaum der Küsten nach Nahrung. Dort waren sie jedoch ungeschützt und wurden von größeren Räubern schnell entdeckt und gejagt. Dieser Druck könnte sie dazu gebracht haben, sich immer weiter ins Meer zurückzuziehen. Denn hier gab es bessere Bedingungen: keine Konkurrenz, viel Nahrung und keine riesigen Dinosaurier, auf deren Speiseplan die Echsen standen. Nach etwa 10 Millionen Jahren Evolution, also Anpassungen an diesen neuen Lebensraum herrschte der Mosasaurus über den Ozean. Nun an der Spitze der Nahrungskette und ohne natürliche Feinde .
Es gab etwa 5 Arten von ihnen und manche Fossilien belegen Größen von bis zu 17 Metern Länge. Wie seine Vorfahren atmete er durch Lungen und musste somit zum Atmen an die Oberfläche. Forschende gehen davon aus, dass er bis zu einer Stunde die Luft anhalten und damit in große Tiefen tauchen konnte. Sein Schädel war groß und voller scharfer, kegelförmiger Zähne. Perfekt, um auch große Beutetiere zu packen und festzuhalten. Er jagte Fische, die er im Ganzen verschlang, andere Paddelechsen oder auch Ammoniten. Von ihnen wurden Fossilien gefunden, die Löcher von Zähnen des Mosasaurus in ihren Gehäusen aufwiesen. Wissenschaftler*innen erklären sie sich so: Ammoniten bewegten sich fort, indem sie den Druck aus ihrem Inneren stoßweise abließen. So konnten sie einem von vorn angreifenden Mosasaurus leicht entkommen. Wenn er jedoch von hinten unbemerkt im toten Winkel des Ammoniten-Sichtfelds erschien und ein Loch in die Schale biss, konnte die Beute keinen Druck mehr im Inneren aufbauen. Nun war es ein Leichtes für den Mosasaurus, das weiche Innere des Ammoniten zu packen und zu fressen. Übrig bleib ein schneckenförmiges, durchlöchertes Gehäuse, das auf den Meeresgrund sank.
Auch andere spannende Versteinerungen erzählen uns vom Leben vor so vielen Millionen Jahren. So wurde ein Fossil eines Mosasaurus gefunden, in dessen Bauchhöhle Embryos zu erkennen waren. Auch andere Echsen aus den Urzeitmeeren legten keine Eier wie ihre Verwandten an Land sondern bekamen ihren Nachwuchs lebend. Bei der Geburtsgröße der Jungtiere vom Mosasaurus geht man sogar davon aus, dass ein plazenta-artiges Organ die Embryos versorgte, damit sie möglichst groß zu Welt kamen. Das bedeutete weniger Gefahr, gefressen zu werden. Vielleicht hatten die Nachkommen sogar eine Bindung zur Mutter und konnten nach der Geburt noch von ihrer Nähe und ihrem Schutz profitieren. Als Beispiel wird hierfür die heute in Australien lebende Tannenzapfenechse erforscht. Auch sie bringt ihre Jungtiere lebend zu Welt und kümmert sich noch etwa ein Jahr lang um sie.
Der Mosasaurus verschwand am Ende der Kreidezeit von unserer Erde. Ein riesiger Asteroid prallte auf die Erde, enorme Mengen Staub und Ruß gelangten in die Atmosphäre und das Sonnenlicht wurde stark reduziert. Hierdurch konnte das Plankton an der Meeresoberfläche nicht mehr genügend Photosynthese betreiben und die Nahrungskette, die auch heute noch auf diesem Plankton basiert, brach zusammen. Somit fehlte auch den Mosasauriern die Nahrungsgrundlage. Zurück blieben ihre Skelette, die von Gesteinen und Ablagerungen zugedeckt wurden und Millionen Jahre später zurück an die Oberfläche kamen, um uns Teile ihrer Geschichte zu erzählen.
__________________________________________
Wenn du häufiger als einmal im Monat den Meer-Montag in diesem Jahr lesen möchtest, werde gern Mitglied bei Steady. Schon ab 4€ monatlich kannst du meine Kunst unterstützen.
_____________________________________________