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Midi-Bericht über das Kollaps-Camp

OK Doomer – Warum der Kollaps nicht gleich das Ende der Welt bedeuten muss

So die humorige Überschrift von der Berliner MiDI-Zentrale in ihrem Rundmailing.
Nein. Doch. Och. Würde ich mal hinzufügen. Schön, dass es eine ausführliche Analyse dieses ersten Kollapscamps im AUG 25 gibt – mit diakonisch-kirchliche Lesart.

Viel Stoff und viel Aufschluss vom Midi-Referenten Walter Lechner (Si apre in una nuova finestra), der in die Thematik einführt und der Seelsorgerin Gabriela Hund widmet sich den Themen emotionale Arbeit und Seelsorge im Rahmen des Camps.

Hier eins von vielen BLITZ-LEARNINGs:

Bei den Campteilnehmenden nicht immer im Blick, aber für mich mit Händen zu greifen ist die Rolle, die Kirche in diesem Vielklang an Kriseninfrastrukturen zumindest theoretisch zukommen kann: als quasi staatsanaloge Institution, die jedoch nicht Staat ist, aber mit ihrem Filialsystem in fast allen Dörfern und Städten im Land vertreten ist; gleichzeitig als Nichtregierungsorganisation mit Vereins- und (zumindest zum Teil) Bewegungslogik, die in Krisen teils schneller vor Ort sein kann als zentral koordinierte staatliche Hilfen.

Kirche und Diakonie können gerade aufgrund dieses Hybridcharakters in Krisen- und Kollapsszenarien als Mittlerorganisation, Mittlerstruktur beziehungsweise Intermediär zwischen den großen staatlichen Strukturen und kleinen agilen Organisationsformen dienen. Schließlich bieten Kirche und Diakonie (noch) ein fast flächendeckendes System mit Personalressourcen (Haupt- und Ehrenamtliche), Fachkompetenzen (sozialdiakonische Expertise, seelsorglich geschultes Personal), Infrastruktur (u. a. Gebäude, Freiflächen und öffentliche Küchen – letztere potenziell wichtig für kleinteilige Versorgung von Menschen im Katastrophenfall!), zivilgesellschaftlicher und sozialräumlicher Vernetzung sowie – nicht zu unterschätzen – einer landes- und bundesweiten Koordinations- und Kommunikationsstruktur. So gehörten bei jeder Flutkatastrophe in den letzten Jahren kirchliche und diakonische Akteur:innen zu den ersten vor Ort, die Unterstützung, Gespräche, Seelsorge und Hilfsvermittlung zur Verfügung stellten. Diese Position „in der Mitte“ können Kirche und Diakonie in Kollapsen und akuten Krisen in den Dienst der Vermittlung zwischen staatlichen und bewegungsförmigen Hilfsangeboten stellen.

https://www.mi-di.de/magazin/warum-der-kollaps-nicht-gleich-das-ende-der-welt-bedeuten-muss (Si apre in una nuova finestra)
Argomento Metakrise

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