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Fokus und innere Ausrichtung im Hundetraining

Heyho! Hier ist er also, der erste Blogbeitrag. Whoop whoop! ^^

Wer mich kennt, weiß, dass ich zusätzlich zum Hundetraining auch die Themen Mentaltraining, Mindset und Persönlichkeitsentwicklung sehr spannend finde. Ich glaube nicht, dass sich jedes Hundetrainingsthema damit erledigt, dass der Mensch „einfach“ das richtige Mindset entwickelt, aber ich bin überzeugt davon, dass je nach Mensch-Hund-Team ein wenig Mentaltraining den Trainingsprozess enorm unterstützen kann. Für diesen Blogbeitrag nutze ich noch einmal Folge 63 des Podcasts zum Thema Fokus.

Fokus

Je nachdem, welche Themen das Zusammenleben mit unserem Hund bestimmen, kann die gute Laune schon mal verloren gehen. Damit sie wieder kommen kann, ist es unfassbar entscheidend, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten.

Wir können bewusst nur einen Bruchteil der Reize verarbeiten, die sekündlich auf uns einströmen. Damit wir wenigstens das mitbekommen, was wichtig ist, sortiert unser Retikuläres Aktivierungssystem (RAS) schon mal vor, und wir „übersehen“ unfassbar viele Dinge einfach. Weil es sonst zu viel wäre. Wie bei einer guten Suchmaschine, können wir für dieses Aussortieren bzw. Filtern unbewusst oder bewusst Vorgaben machen. Wahrscheinlich kennst du das: Du schaust dir zwei, drei Seiten zu einem bestimmten Thema an, zack, zeigen dir Google, Facebook und Co. (ganz zufällig natürlich ;-) ) mehr Inhalte oder Werbung dazu an.

Das gleiche im Leben: Du denkst darüber nach, ein bestimmtes Auto zu kaufen, und plötzlich siehst du ständig dieses Modell. Warum? Weil dein Gehirn den Filter so gesetzt hat. Mein jüngstes Beispiel: Ich habe mich mit einer Kollegin über ein Hochzeitsgeschenk unterhalten. Sie war auf einer Hochzeit eingeladen und wusste nicht so recht, was sie schenken sollte. Durch das Gespräch hat mein RAS also “gedacht”: ok, sie reden über Hochzeitsgeschenke, das scheint gerade relevant. In der Folge sind mir dann auf Social Media Reels aufgefallen, die ich normalerweise einfach überscrollt hätte und ich habe zufällig (?) eine coole Idee für ein Hochzeitsgeschenk gesehen und direkt mit der Kollegin geteilt. Danach hat das Thema für mich wieder an relevanz verloren und ich achte nicht mehr darauf.

Zurück zum Hundetraining: Haben wir ein Thema mit unserem Hund, zum Beispiel an der Leine pöbeln, dann richten wir mit jedem Spaziergang mehr und mehr unseren Fokus darauf. Mehr und mehr wird unser RAS alles drumherum wegfiltern, denn genau das Pöbeln scheint uns ja sehr wichtig zu sein. Dadurch passieren verschiedene Dinge: Wir werden aufmerksamer für die Anzeichen des Pöbelns, verkrampfen schon bevor es losgeht, werden oftmals selbst zum Auslöser, können auch die restliche Zeit des Spaziergangs nicht mehr so genießen, wie wir es gerne hätten, weil wir gedanklich nur bei diesem verdammten „Fehlverhalten“ sind und irgendwie überschattet das alles. Wir haben keinen Raum mehr für all die Dinge, die dafür gut funktionieren, übersehen diese ganz einfach.

Wir können das Thema, damit es etwas übersichtlicher wird, in 4 grobe Überschriften packen. Unsere Erwartungen, unsere Wahrnehmung, unsere inneren Dialoge und unsere Energie.

Fangen wir also an...

Das “Gesetz” der Erwartung

Das sogenannte "Gesetz der Erwartung" besagt, dass unsere Erwartungen einen starken Einfluss auf unsere Wahrnehmung und unser Verhalten haben. Wenn wir positive Erwartungen haben, neigen wir dazu, positive Ergebnisse zu erzielen, und umgekehrt. Dieses Konzept ist eng mit der Selbsterfüllenden Prophezeiung verbunden.

Wenn du erwartest, dass dein Hund ein neues Kommando schnell lernt, wirst du wahrscheinlich geduldiger und positiver im Training sein. Dein Hund wird deine positive Einstellung spüren und sich entspannter und aufnahmefähiger zeigen. Wenn du hingegen skeptisch bist und erwartest, dass das Training schwierig wird, könntest du unbewusst angespannt und ungeduldig sein, was deinen Hund nervös machen und das Lernen erschweren kann. Was hilft, ist sich realistische Ziele zu setzen und auch kleine Erfolge zu feiern! Dadurch stärkst du deine positive Erwartungshaltung!

Unsere Wahrnehmung

Unser Fokus bestimmt, was wir wahrnehmen. Wenn wir uns auf negative Aspekte konzentrieren, neigen wir dazu, mehr Negatives in unserer Umgebung zu sehen. Umgekehrt, wenn wir uns auf positive Aspekte konzentrieren, nehmen wir mehr Positives wahr. Dies kann durch Übungen wie Meditation und Achtsamkeit gestärkt werden.

Wenn du dich während des Trainings auf die Fehler deines Hundes konzentrierst, wirst du wahrscheinlich mehr Fehler bemerken und frustriert sein. Wenn du dich jedoch auf die Fortschritte und Erfolge deines Hundes konzentrierst, wirst du mehr positive Veränderungen wahrnehmen und motivierter sein.
Achtsamkeitsübungen können dir nicht nur helfen, deinen Fokus auf das Positive zu lenken und das Training angenehmer zu gestalten, sondern dich mit etwas Übung auch aus beginnenden Negativschleifen heraus holen. Wenn wir lernen, den Zeitraum zwischen Reiz und Reaktion bewusst zu nutzen und uns dann für eine bestimmte Reaktion zu entscheiden, ist das enorm hilfreich. Allein ein kurzes, innerliches: „Moment!“ und dann die Fragen: „Will ich mich jetzt wirklich gerade darüber aufregen? Ist es wirklich so wichtig, dass ich mich jetzt für den Rest des Tages stressen lassen möchte? Oder möchte ich lieber eine Lösung suchen oder mich bewusst dazu entschließen, mich jetzt wieder auf etwas zu konzentrieren, was mir gute Laune macht?“ gibt uns sehr viel Handlungsfähigkeit zurück.

Die Wirkung unseres inneren Dialoges

Die Worte, die wir verwenden, haben eine starke innere Wirkung. Positive Affirmationen können unser Selbstbewusstsein stärken und uns motivieren, während negative Selbstgespräche uns demotivieren und stressen können. Positive Sprache aktiviert nachweisbar das limbische System im Gehirn und reduziert Stresshormone. Es ist daher wichtig, bewusst positive und unterstützende Worte zu wählen.

Anstatt zu sagen: "Mein Hund wird das nie lernen", kannst du positive Affirmationen verwenden wie: "Mein Hund lernt jeden Tag dazu und wird dieses Kommando bald beherrschen.", "Jede Trainingseinheit bringt uns einen Schritt weiter." oder „Ich kann den Raum für meinen Hund halten.“ Solche positiven Worte stärken dein Selbstbewusstsein und deine Geduld, was sich auch auf deinen Hund überträgt.

Deine Energie und die Resonanz, also die Antwort darauf

Die Idee von Energie und Resonanz besagt, dass wir Energien anziehen, die unserer eigenen entsprechen. Wenn wir positive Energie ausstrahlen, ziehen wir positive Menschen und Situationen an. Umgekehrt ziehen negative Energien negative Erfahrungen an. Dies liegt unter anderem an unseren Spiegelneuronen, die sowohl Mensch, als auch Hund besitzen und die es uns ermöglichen, auf unser Gegenüber empathisch einzugehen. Das kann dann aber eben auch zu einer Stimmungsübertragung führen.

Wenn du mit positiver Energie und Freude ins Training gehst, wird dein Hund diese Energie spüren und wenn es ihm möglich ist, ebenfalls positiv und aufgeschlossen reagieren. Visualisiere erfolgreiche Trainingseinheiten und verwende positive Affirmationen, um eine positive Energie zu erzeugen.

Was können wir also zusammengefasst tun? Ein Beispiel: Ich empfehle einigen Kunden, jeden Spaziergang und auch jede Trainingseinheit mental vorzubereiten. Wir erwarten vom Hund so viel: Er soll brav sein, mitarbeiten, lernen, sich konzentrieren usw. Dann ist es nur fair, sich die drei Minuten Zeit vor dem Spaziergang zu nehmen, um sich kurz zu sammeln und eine positive Absicht für den folgenden Spaziergang zu formulieren. Wie möchte ich sein? Worauf möchte ich achten? Was möchte ich beim Hund belohnen? Welche Zeichen möchte ich dazu wahrnehmen? Welche Punkte sind mir fürs Training wichtig und wie kann ich Hund und mich dabei unterstützen?

Sich also selbst beispielsweise einmal sagen: „Ich bin beim Spaziergang achtsam, aufmerksames Verhalten meines Hundes mir gegenüber bemerke und belohne ich. Ich richte den Fokus außerdem darauf, was er alles macht, wenn er entspannt ist, mich mit ihm darüber freuen, wenn er sich z.B. entspannt im Gras wälzt. Ich bin gedanklich beim Hund und unserer gemeinsamen freien Zeit. Wenn uns jemand begegnet, handle ich gelassen, ruhig und vorausschauend und wenn möglich, nehme ich mir den Platz, den ich brauche, um die Begegnung gut zu meistern. Was auch immer passiert, nach der Begegnung atme ich tief durch, lasse den Stress wieder gehen und lenke den Fokus wieder auf etwas Schönes!“

Das kann auch prima auf einem Zettel neben der Haustür liegen und nochmal gelesen werden, bevor es raus geht. Positiver Nebeneffekt: der Hund darf nochmal kurz an der Tür runterfahren.

Das ist ein bisschen Trainingssache und erfordert bewusste Entscheidungen dafür, was ich mehr wahrnehmen möchte. Es führt dann aber dazu, dass wir insgesamt wieder entspannter und besser gelaunt sein können, unseren Hund nicht mehr nur genervt als Problem sehen und somit das Training ganz oft auch besser voranschreitet, da auch hier die Stimmungsübertragung für uns arbeitet. Je gelassener (statt endlos genervt) wir mit dem Hund arbeiten können, desto fruchtbarer wird es. Das eigene Mindset mit ins Boot zu holen und auch ein bisschen an sich selbst und nicht nur am Hund zu schrauben, kann je nach Thematik Gold wert sein...

Habt nen schönen Abend! Oder Tag... oder wann auch immer ihr das lest ^^

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