Hallo zurück nach einer kleinen Auszeit,
die wir uns vom Newsletter gegönnt haben: Wir waren im März anderthalb Wochen im Urlaub (Shout-out an Porto und Lissabon), und dann ist Daniels zweites Buch Die neuen Propheten im S. Fischer Verlag erschienen, total aufregend! Hier erfahrt ihr mehr darüber (Si apre in una nuova finestra). Wir waren auf der Leipziger Buchmesse, außerdem hatte Daniel Lesungen in Frankfurt, Berlin und Düsseldorf, im April und Mai geht‘s weiter.
In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Thema Millennial Nostalgia. Isabella hat die Rohfassung des Texts geschrieben, noch bevor Anfang des Jahres alle auf Social Media ihre Nostalgie fürs Jahr 2016 teilten und vor dem aktuellen „Mom, what were you like in the 90s?“-Trend. Denn gleich, ob die 1990er oder die 2010er – alles, was auch nur annähernd mit Millennial-Kultur assoziiert wird, ist nicht nur ein kurzlebiger Social-Media-Hype, sondern ein nachhaltiges Gefühl, das seit Jahren Millennials und inzwischen immer häufiger auch Gen Z befällt. Worin diese Millennial Nostalgia besteht, analysiert Isabella in ihrem Essay.
Viel Spaß mit TSM #4!
Isabella Caldart (Si apre in una nuova finestra) (@isipeazy (Si apre in una nuova finestra)) und Daniel Stähr (Si apre in una nuova finestra) aka Robbie (@danielstaehr_autor (Si apre in una nuova finestra))
Nostalgie für das Jahr 2012 zu haben ist weird (aber verständlich)
Nachdem Millennial-Kultur jahrelang als cringe galt, sehnt sich jetzt selbst Gen Z nach der vermeintlich einfacheren Y2K-Zeit zurück.
Nostalgie für die Peak-Millennial-Zeit, also die 2000er und 2010er, zu empfinden, ist nicht neu. Nahezu alle populären Fernsehserien dieser Ära (wie auch der 1990er) erleben Reboots, Remakes, Revivals, Reunions, Sequels oder Prequels, diesen Trend gibt es bereits seit Jahren (Si apre in una nuova finestra). Das Buffy-Remake (1997-2003) wurde zwar gecancelt, die neue Staffel von Scrubs (2001-2008) ist inzwischen aber angelaufen, das Revival von Malcolm in the Middle (2000-2006) folgt am 10. April, vor zwei Wochen wurde das „20th Anniversary Special“ von Hannah Montana (2006-2011) veröffentlicht, auf die Fortsetzung von Der Teufel trägt Prada (2006) wartet alle Welt sehnsüchtig. Die Liste der Serien und Filme, die bereits Neuauflagen erfahren haben, würde Seiten füllen.
Neben diesen gibt es noch viele weitere Beispiele, die ein Revival der Millennial-Jugendkultur beweisen, etwa die Eröffnung eines Shops eigens für Tamagotchi (Si apre in una nuova finestra) in London oder die Rückkehr der, nennen wir sie umstrittenen, Diddl-Maus (Si apre in una nuova finestra). Erst vor wenigen Tagen titelte ein Artikel in Business Insider (Si apre in una nuova finestra): „Move over, Gen Z. It's a millennial summer.“ Ist Millennial-Kultur etwa wieder cool? Die Motivation hinter diesen zahllosen Revivals ist klar: Dank eines bereits vorhandenen Publikums ist, ähnlich wie bei Marvel und anderen Franchises, eine breite Aufmerksamkeit gewiss, es entspricht also simplen Marktlogiken, dies auch zu nutzen. Oder um es anders zu sagen: Nostalgia is a hell of a drug, und sie verkauft sich bestens.
Millennials wiederum sind für die Zeit ihrer Jugend aus handfesten Gründen nostalgisch: Anders als in vergangenen Zeiten struggelt die Kohorte der etwa zwischen 1980 und 1995 Geborenen viel mehr damit, sich am Arbeitsmarkt zu positionieren; auch mit Mitte, Ende 30 wohnen in Großstädten viele noch in WGs, weil das ihre wirtschaftliche Situation bedingt – selbst das arbeitgebernahe Institut der Wirtschaft hat Haushalte unter fünfzig Jahren deswegen zur „Generation Miete (Si apre in una nuova finestra)“ ernannt, weil ihre Immobilien-Eigentumsquote nur knapp halb so hoch ist wie bei älteren Generationen. Warum Millennials „unfreiwillige Berufsjugendliche“ sind, habe ich vor drei Jahren fürs nd analysiert (Si apre in una nuova finestra): „So sind wir unter anderem wegen unserer ökonomischen Lage eine Generation der ewig Jungen, obwohl wir uns aufs mittlere Alter zubewegen. Und unser finanziell größtes Wagnis scheint es nicht zu sein, uns ein Midlife-Crisis-Auto zu kaufen, sondern uns hin und wieder einen Avocadotoast zu leisten.“
Viele haben gar nicht die finanziellen Möglichkeiten für typische Insignien einer Midlife-Crisis. Wen überrascht da, dass wir uns in die Teenager-Zeit zurückwünschen. Und das, obwohl die ältesten Millennials bereits das kritische Alter von 44 Jahren – laut einer Studie der Stanford University ein Meilenstein, wenn es ums biologische Altern geht (wovon dieser Artikel in The Cut (Si apre in una nuova finestra) ausführlich berichtet) –, überschritten haben. Die New York Times traute sich Ende Dezember 2025 zu schreiben: „This Is the Year Millennials Officially Got Old (Si apre in una nuova finestra)”. Jung oder alt, was sind wir nun? (Bitte nicht antworten.)

Forever Young?
Ich gebe zu, dass ich mich nur so lange 23 fühle, bis ich mit Leuten spreche, die wirklich 23 Jahre alt sind. Aber eins stimmt trotzdem: Wir haben ähnliche (pop-)kulturelle Referenzen und Ausdrücke. Der Zusammenbruch spezifischer (Sub-)Kulturen wegen Social Media ist ein Grund für die Schwierigkeit, Gen Z und Millennials auseinanderzuhalten. Dadurch, dass sich 20- und 45-Jährige auf TikTok, Instagram oder Twitter quasi auf Augenhöhe begegnen, haben sich diese Referenzen, die sonst einer konkreten Altersgruppe vorbehalten waren, vermischt, ebenso wie bestimmte, von der Internetkultur beeinflusste Begriffe, die generationenübergreifend benutzt werden. Natürlich gibt es immer noch viele Redensweisen von Jüngeren, die die Älteren nicht verstehen (siehe die alljährliche, mitunter kuriose Liste mit den Jugendwörtern des Jahres (Si apre in una nuova finestra)). Trotzdem sind diese Grenzen fließender geworden.
„The world doesn’t really treat us like old people anymore”, heißt es im The Cut-Text, und ich nehme das auch so wahr: Weil Millennials seit Anbeginn des populären Internets, also rund um die Jahrtausendwende, die „jungen Leute“ im Netz waren und sich das erst mit der Pandemie und dem Aufkommen von TikTok änderte, als Gen Z erstmals sichtbar wurde, gelten wir in den Augen vieler (sowohl in unserer als auch den Generationen vor uns) oft immer noch als die tonangebende junge Generation. Gut zwanzig Jahre dieser Wahrnehmung lassen sich nicht so einfach auslöschen. Der Witz daran ist, dass die ältesten Vertreter*innen von Gen Z inzwischen selbst dreißig Jahre alt, sprich nicht mehr jung sind – und früher wurde man bereits mit 35 als middle-aged angesehen.
Seit einigen Monaten fühlt sich allerdings etwas anders an. Bisher war die eindeutige Zielgruppe für Millennial Nostalgia: Millennials. Die Generation Z aber, also in etwa die zwischen 1996 und 2010 Geborenen, hatte sich jahrelang über Millennial-Kultur lustig gemacht, über Skinny Jeans, Ankle Socks (Si apre in una nuova finestra) (wenn ihr wüsstet, wie hart die Zeiten ohne waren), die Art, wie wir auf Fotos posieren oder mit den Händen Herzchen formen, über die sogenannte Millennial Pause (Si apre in una nuova finestra) und nicht zuletzt die Harry Potter-Obsession (womit Gen Z absolut recht hat, stop it already, fellow millennials). Seit ein paar Monaten weitet sich die Millennial Nostalgia trotzdem auf ebenjene Generation aus, die die Y2K-Jahre nie erlebt haben.
Zurück ins Brooklyn der 2010er
Als ich anfing, dieses Essay zu schreiben, gab es auf Social Media gerade einen Frühe-2010er-Hype. Einige Wochen darauf folgte Anfang 2026 der 2016-Nostalgie-Trend, derzeit gibt es „Mom, what were you like in the 90s?“-Videos. Für mich beweist diese enge Abfolge an Trends vor allem, dass sich das Sehnen nach der Prä-Smartphone-Zeit in leichten Abweichungen einfach wiederholt. In ein paar Wochen wird es einen 2000er-Trend geben, wartet’s nur ab, und 2027 wird ein 2017-Nostalgie-Trend folgen. Was mich hier aber interessiert, ist ein größeres Gefühl, nicht nur ein kurzlebiger Hype. Denn Millennial Nostalgia ist mehr, als nur ein kurzes „millennial hope core edit“-Video hochzuladen.
Deswegen lohnt es sich, sich einen dieser Social-Media-Trends genauer anzuschauen, um zu analysieren, was es eigentlich ist, das wir vermissen (und Gen Z glaubt zu vermissen): Ein TikTok, hochgeladen Ende November, mit der Aufschrift „What I imagine being a millennial living in Williamsburg in 2012 felt like“ zeigt einen jungen Typen, der mit ausgestreckten Armen durch eine Brooklyner Straße tanzt, unterlegt mit dem Song „Blood“ von der Indie-Folk-Band The Middle East. Das Video ist bis zu einem gewissen Punkt ironisch gemeint, klar, es hat zugleich aber auch einen starken Sehnsuchtscharakter.
Dieses Video eines Accounts, dem kaum 2.000 Menschen folgen, hat über 2,2 Millionen Aufrufe und fast 400.000 Likes, dazu tausende Kommentare, die bestätigen, dass sich die 2000er und frühen 2010er in Brooklyn wirklich so angefühlt, oder die lamentieren, diese Zeit nicht miterlebt zu haben. Begründet wird die Nostalgie vor allem mit günstigen Mieten, Prä-Gentrifizierung, der fröhlichen Hipster-Ära. (Dass Williamsburg im Jahr 2012 schon längst wieder „vorbei“ war, ist nochmal ein anderes Thema, wer mehr dazu wissen möchte, dem sei diese Doku (Si apre in una nuova finestra) beziehungsweise dieses Buch (Si apre in una nuova finestra) empfohlen.) Girls, die Serie schlechthin, die diese Hipster-Zeit der 2010er in Brooklyn darstellt, hat nur wenige Jahre nach ihrem Ende 2017 ein zweites Leben erhalten (Si apre in una nuova finestra).
https://www.tiktok.com/@souvenirmusic/video/7576402057804942647 (Si apre in una nuova finestra)Sehnsucht nach einer unbekannten Vergangenheit: Anemoia
Nun ist es nichts Ungewöhnliches, Nostalgie zu empfinden, auch oder gerade für Zeiten, die man nicht selbst miterlebt hat. Für Letzteres gibt es sogar einen Begriff: Anemoia (Si apre in una nuova finestra). „Diese Art von Nostalgie, die auf der eigenen Fantasie beruht, wird von Erzählungen und Propaganda über die Vergangenheit beeinflusst“, erläutert das BBC-Magazin Science Focus. „Auf Grundlage dieser Schilderungen erzeugt der eigene Geist eine Vorstellung davon, wie diese Orte oder Zeiten wohl waren, und dann empfindet man die Sehnsucht, diese selbst zu erleben.“ Vermutlich, so Science Focus, ist dies auch ein Treiber von rechtspopulistischen Bewegungen wie dem Brexit oder MAGA. Dieser Wunsch, eine vermeintlich simplere, bessere Vergangenheit wieder zu beschwören, kann etwas zutiefst Reaktionäres haben.
Jahrelang galten Millennials in den Augen der Gen Z als cringe, vor allem wegen des oft beschworenen Millennial-Optimismus. Und es stimmt: Im Vergleich zu unserer hyperironischen bis zynischen Nachfolgegeneration strahlen Millennials eine ungestüme Hoffnung und naive Aufrichtigkeit aus, wovon besagtes TikTok das absolute Sinnbild ist. Genau das ist, was jetzt vermisst wird. Es geht bei Anemoia also nicht nur um die Nostalgie für eine vergangene Zeit, sondern auch darum, gewisse Ideen oder Werte wiederzuentdecken, die heute verloren scheinen. Dass Gen Z inzwischen dieses Gefühl empfindet, überrascht nicht. Auch ich verstehe es (surprise!) sehr gut, gerade in einer Gegenwart, wo viele männliche Gen-Zler von einer Brainrot-Incel-Looksmaxxing-Ideologie gehirngewaschen sind, während jüngere Frauen vom konservativen Trad-Wife-Phänomen angezogen werden.
Kein Wunder also, dass sich, wer in dieser Generation noch nicht blackpilled (Si apre in una nuova finestra) ist, in eine andere Zeit zurücksehnt. Einer Zeit nicht einmal unbedingt vor dem Internet, sondern vor übermächtigen Algorithmen, die unsere Aufmerksamkeitsspanne zerstört haben (auch eine Erklärung für den 2016-Trend: 2016 wurden Social-Media-Plattformen von standardmäßig chronologischen zu algorithmusbasierten Timelines umgebaut), und vor Smartphones, die dafür sorgen, dass wir immer und überall erreichbar sind. Einer Zeit, als man sich grob auf eine Monokultur einigen konnte, dadurch alle die gleichen popkulturellen Referenzen hatten und Sub- und Jugendkulturen somit auch klare Marker, wovon sie sich abgrenzen konnten. Einer Zeit, die durchaus auch eine des Optimismus war, zumindest rückblickend: vor Trump, vor Covid, vor Trump 2.0, vor einer AfD auf Höhenflug, vor Ukraine, Gaza, Iran, vor der Angst wegen der Klimakrise, unbezahlbaren Mieten, dem Aufstieg der Neuen Rechten und vor den vielen anderen Katastrophen, die uns in den vergangenen zehn Jahren heimgesucht haben.
Es ist angesichts der vielen „once in a lifetime“-Momente beziehungsweise „unprecedented times“ (ein Begriff, der so oft verwendet wurde, dass er inzwischen ein zynisches Meme (Si apre in una nuova finestra) ist), in denen wir leben, also logisch, dass Millennials verdrängen, dass auch die 2010er-Jahre nicht ultra geil waren – weder 2012 noch 2016 –, und dass Gen Z diese vermeintlich einfachere Zeit romantisiert. Dabei waren die 2010er die Hochphase der durch die Finanzkrise 2007/2008 verursachten Weltwirtschaftskrise, aus der Deutschland im globalen Vergleich zwar glimpflich davonkam, mit deren Folgen aber zahlreiche Länder wie beispielsweise Griechenland (Si apre in una nuova finestra) oder Spanien (Si apre in una nuova finestra) jahrelang zu kämpfen hatten. In den 2010er-Jahren wurde gerade Europa von zahlreichen Terrorattentaten (Bataclan 2015, Brüssel 2016, Berlin 2016, um nur ein paar zu nennen) erschüttert. Schaut man in die USA, nahm ab den 2010ern die Zahl der Massenschießereien (Si apre in una nuova finestra) alarmierend zu. Und auch wenn Obama (Si apre in una nuova finestra) und Merkel (Si apre in una nuova finestra) Stabilität versprachen, ist das Erbe von beiden Regierungschef*innen ungleich kritischer, als es viele (damals wie heute) wahrhaben wollen.

So toll waren die 1980er dann doch nicht
Look, ich verstehe, dass spätere Generationen für Zeiten, die sie nicht selbst miterlebt haben, Anemoia empfinden. Mir geht es so mit den 1980er-Jahren, was meinem Gefühl nach eine Epoche von wirklich niedrigen Mieten, von authentischer Musik und vor allem großer Freiheit war. Aber bei all der Romantisierung für diese Zeit weiß ich rational, dass vieles in den 1980ern auch schrecklich war; die Aids-Panik, in der mit HIV infizierte oder an Aids erkrankte Menschen wie Aussätzige behandelt wurden, die neoliberale Wende unter Thatcher und Reagan und die Angst vor einem Atomkrieg, um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn ich mir das vor Augen führe, kann ich meine Anemoia zügeln, und das sollten auch jene tun, die sich ins Jahr 2012 zurückwünschen.
Deswegen sehe ich die Millennial-Optimismus (Si apre in una nuova finestra)-Trends, laut denen vor zehn, fünfzehn Jahren die Welt noch heile war, auch teilweise kritisch. Einerseits muss ich täglich selbst gegen meine eigene Nostalgie und Romantisierung dieser Ära kämpfen, denn auch ich bin tired of living through unprecedented times und auch ich habe die Befürchtung, dass es erstmal nicht besser wird.
Das Problem bei diesen Rückschauen ist: Sie bringen uns nicht weiter, weder kulturell noch politisch oder gesellschaftlich. Werden die ganzen 2000er-Serien und -Filme remaket und rebootet und ist in der Mode Y2K-Fashion wieder da, ist die popkulturelle Stagnation, in der wir uns derzeit befinden, die logische Konsequenz. Und vor allem politisch ist das heikel, denn wer nur in der Vergangenheit lebt, hat wenig Energie, Kraft und Hoffnung, die Gegenwart und vor allem die Zukunft zu verändern.
Trotz der schrecklichen Zeiten, die wir gerade durchleben, wage ich folgende Prognose: In zehn Jahren wird es eine Form der Nostalgie für die 2020er geben, trust me, das wird kommen. Ich bin auch gespannt, wie dann die Pandemiezeit oder aber das Jahr 2026 romantisiert werden. Irgendeinen positiven Spin auf unsere heutige Gegenwart, zumindest auf einzelne Aspekte, wird sich schon finden lassen, während man die negativen Erlebnisse und Entwicklungen ignoriert. Das alles wird vor allem dann passieren, wenn das Leben immer unerträglicher wird. Um das zu verhindern, müssen wir unsere Nostalgie bekämpfen und den Hintern hochkriegen, um heute eine positivere Zukunft zu gestalten.
Isabella Caldart
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Ich liebe women in male dominated fields. Dazu gehört die dänische Autorin Asta Olivia Nordenhof, die, noch bevor sie ein einziges Buch auch nur fertiggeschrieben hatte, eine siebenteilige Roman-Reihe verkauft hat (diese Septologie steht nicht zufällig in der Tradition skandinavischer (sehr männlicher) Autoren wie Jon Fosse und Karl Ove Knausgård). Der erste Teil dieser Scandinavian-Star-Reihe, benannt nach einer Fähre, auf der weit über hundert Menschen bei einem Brand starben, heißt Geld in der Tasche (Si apre in una nuova finestra) und ist kürzlich auf Deutsch bei Claassen erschienen. Auf gerade einmal 170 Seiten verbindet Nordenhof das Schicksal eines Ehepaars mit der Tragödie des Brandes, der gelegt wurde, um die Versicherung zu kassieren, zu einer fundamentalen Kapitalismuskritik. Wirklich herausragend.
Sirāt ist ein Film, wie ich ihn noch nie gesehen habe. In einer nicht näher bestimmten Zukunft suchen Vater und Sohn auf einem Elektro-Festival in Marokko ihre Tochter bzw. Schwester. Es entwickelt sich ein dramatischer Road-Trip, bei dem der Soundtrack der eigentliche Star ist. – Daniel
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Du kriegst nicht genug? Mehr von uns!
Daniel hat, wie bereits erwähnt, ein neues Buch veröffentlicht! Die neuen Propheten. Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen (Si apre in una nuova finestra) ist Anfang März bei S. Fischer erschienen. Gesprochen hat er darüber unter anderem in der „Lesart“ von DLF Kultur (Si apre in una nuova finestra), im HR (mit Johannes Franzen) (Si apre in una nuova finestra) und bei Perspective Daily.
Isabella hat im Freitag über Jeffrey Epstein (Si apre in una nuova finestra) [und Daniel für Surplus (Si apre in una nuova finestra)] und den Kristi-Noem-Nachfolger Markwayne Mullin (Si apre in una nuova finestra) geschrieben, in der ak ist eine Rezension über ein Buch erschienen, das Pop und Politik in Frankfurt (Si apre in una nuova finestra) beleuchtet, und in der FAS eine weitere Rezension über die Wiederentdeckung von David Wojnarowiczs Waterfront Journals (Si apre in una nuova finestra). Außerdem hat sie einen Buchvertrag unterschrieben, dazu bald mehr!