Es ist Montag, der 18. Mai 2026, und die liest die STOFFKUNDE, meinen wöchentlichen Trikot-Newsletter. Heute erneut mit einer Trikotgeschichte über den ersten deutschen Meister von 1903: 1. FC Lokomotive Leipzig.

Die Bundesliga-Saison 2025/26 ist am Wochenende zu Ende gegangen. Lediglich das Pokalfinale am kommenden Samstag und die Relegationsspiele zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Paderborn 07 (1./2. Liga) und der Spielvereinigung Greuther Fürth gegen Rot-Weiss Essen (2./3. Liga) stehen noch auf der Agenda.
Vor nicht allzu langer Zeit nutzten viele Vereine die Gelegenheit, um am letzten Heimspieltag ihre Spielkleidung für die kommende Saison vorzustellen. Borussia Mönchengladbach ist mittlerweile nur noch einer der sehr wenigen Klubs, die dieses Ritual in schöner Regelmäßigkeit zelebrieren. Am vorletzten Spieltag hatte man beim Spiel in Augsburg sogar schon das neue Auswärtsdress für die neue Saison vorgestellt. Ebenso wie der BVB am zurückliegenden Wochenende in Bremen.
Neben den Gladbachern und Dortmundern trug am zurückliegenden Wochenende nur noch der FC Bayern das Trikot, mit dem man auch in der nächsten Saison auflaufen wird. In Hoffenheim (von Joma zu Macron) und Köln (von Hummel zu Adidas) stehen Ausrüsterwechsel bevor. Bei Freiburg ein Sponsorwechsel (von Jobrad zu Lexware).
Alle anderen Klubs haben sich entschieden, die Vorstellung ihrer neuen Trikots lieber zu einem anderen, exklusiveren Zeitpunkt vorzunehmen. Was sicher immer mehr auch mit den Endplatzierungen in der Liga zu tun hat. Denn für Teams aus der oberen Hälfte der Tabelle kommt zu den drei Standardtrikots eventuell noch ein weiteres, eigenes für den internationalen Wettbewerb hinzu. Und Mannschaften, die abgestiegen sind oder vom Abstieg bedroht sind, präsentieren ihre neuen Leibchen lieber in einem positiveren Kontext. Stichwort: Aufbruchstimmung!
Darüber hinaus kommt die stetig wachsende Anzahl der Sondertrikots während der Saison. Da lässt zum Saisonende die Aufmerksamkeit bei den Fans schon mal etwas nach. Deshalb wäre es für mich wenig verwunderlich, wenn am Ende der kommenden Saison vielleicht kein einziger Klub mehr von seinem Recht Gebrauch macht, an einem der letzten beiden Spieltage die Trikots für die nachfolgende Saison zu präsentieren. Jeder Trend geht halt irgendwann mal zu Ende.
Die STOFFKUNDE am nächsten Montag (Pfingsten) fällt aus. Dafür gibt es am kommenden Mittwoch noch die Sonderausgabe zum Podcast mit Helmut Fischer und Ulrich Planer von Puma. Ich würde mich freuen, wenn ihr da mal reinhört. Die Folge geht Mittwochnacht online.
Bis in zwei Wochen
Herzlichst, euer Steve

In Leipzig liegen die Wurzeln des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der 1900 in der Stadt aus der Taufe gehoben wurde. Unter den Gründungsmitgliedern ist der VfB Leipzig, damals noch VfB Sportbrüder genannt. Im Jahr 1903 wird der VfB erster deutscher Fußballmeister. 1906 und 1913 folgen zwei weitere Titel. Dazu kommen die Vizemeisterschaften. 1904, 1911 und 1914. Immer dabei: der titelmäßig bis heute erfolgreichste Fußballer der Stadt, Adalbert „Bert" Friedrich. Das unten abgebildete blau-weiß gestreifte Trikot wurde von ihm im Meisterjahr 1913 getragen und
zählt zu den ältesten noch erhaltenen Fußballjerseys auf der Welt.

1936 gewinnt der VfB mit dem Tschammer-Pokal den Vorläufer des heutigen DFB-Pokals. Nach Kriegsende muss sich der Verein auf Direktive des Kontrollrats der Alliierten auflösen und wird als SG Probstheida neu gegründet. Bis 1955 folgen etliche Namensänderungen. Vom BSG Erich Zeigner Leipzig im Jahr 1949 bis zum SC Leipzig 1963. In der DDR nimmt Fußball einen hohen Stellenwert ein, über ihn lässt sich wunderbar Politik betreiben. 1966 entstehen elf Fußball-Clubs, die auf Anordnung des Zentralkomitees aus den bisherigen Stammvereinen herausgelöst wurden. Darunter der am 20. Januar 1966 aus der Fußballabteilung des Sport Club Leipzig gegründete 1. Lokomotive mit der Deutschen Reichsbahn als Trägerbetrieb bzw. offiziellem Arbeitgeber der Spieler.


Einige Monate später, am 30. Mai 1966, gewinnt „Loksche" gegen den IFK Norrköping aus Schweden den International Football Cup, damals „Rappan-Pokal" genannt. Es ist der erste internationale Titel eines DDR-Oberligisten. Kuriosum am Rande: In das Turnier war man noch als SC Leipzig gegangen. Auch das Halbfinal-Hinspiel gegen den städtischen Rivalen BSG Chemie Leipzig spielte man als SC Leipzig, ehe zum Rückspiel nach der Winterpause dann der 1. FC Lokomotive Leipzig auflief.
Die internationalen Auftritte des Klubs nehmen zu und damit auch die Erfolge. In der Saison 1973/74 erreicht man über den AC Turin, die Wolverhampton Wanderers, Fortuna Düsseldorf sowie Ipswich Town das Halbfinale im UEFA-Pokal, scheitert dort jedoch an den Tottenham Hotspur.

Bis ins Finale schafft es der Verein dann in der Saison 1986/87 im Europapokal der Pokalsieger. Auch wenn das Endspiel in Athen mit 0:1 gegen Ajax Amsterdam verloren geht, ist der Finaleinzug bis heute der größte sportliche Erfolg der Klubgeschichte. Nach der Wende spielt man ein Jahr als VfB Leipzig in der Bundesliga, geht pleite und kehrt als 1. FC Lokomotive aus der Kreisklasse in die Regionalliga zurück.


Diese Trikotgeschichte ist erstmals im Zeitspiel-Magazin #23 (Juni 2021) (Si apre in una nuova finestra) erschienen. Die Hintergrundgeschichten zu den Trikots wurden von Andre Göhre (Facebook: @netzwerkblaugelb (Si apre in una nuova finestra)) und Thomas Franke (Facebook: @neunzehn87 (Si apre in una nuova finestra)) zusammengetragen. Thomas Franke ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher über den VfB / 1. FC Lokomotive Leipzig – darunter „125 Jahre – Vom VfB zum 1. FC Lokomotive Leipzig: Die Geschichte des Ersten Deutschen Meisters". (Si apre in una nuova finestra)Die Trikotfotos stammen aus diesem Buch.

Die FIFA hat für jede der 16 Ausrichterstädte der WM auf jeweils 999 Stück limitierte Trikots aufgelegt. Preis pro Stück: 375 US-Dollar. Verkauft wurden nach Bericht von The Athletic noch nicht allzu viele.
https://www.nytimes.com/athletic/7263445/2026/05/08/fifa-world-cup-jerseys-collectibles/ (Si apre in una nuova finestra)Im Jahr 1966 wurde der TSV 1860 München Deutscher Meister. 60 Jahre später, legt der Verein aus diesem Anlass für die Fans ein Sondertrikot auf.
https://sechzger.de/sondertrikot-60-jahre-deutscher-meister-jetzt-online-erhaeltlich/ (Si apre in una nuova finestra)
Der SC Paderborn braucht zur neuen Saison einen neuen Hauptsponsor. Sollte der Klub sich in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durchsetzen und in die Bundesliga aufsteigen, würden sich die Aussichten auf einen lukrativen Deal noch einmal erhöhen.
(Si apre in una nuova finestra)Bei Hannover 96 hatte der aktuelle Hauptsponsor Heise vorm letzten Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg sein Engagement bereits vorzeitig bis 2030 verlängert.
https://www.hannover96.de/newscenter/news/details/36963-starkes-bekenntnis-bis-2030-hauptsponsor-heise-bleibt-auf-der-96-brust.html (Si apre in una nuova finestra)