Passa al contenuto principale

Das Erfolgsrezept von Hidden Brain 🧠

Hidden Brain ist einer der erfolgreichsten Podcasts in den USA. 2-3 Mio. Downloads pro Woche und das als Wissenschaftspodcast - wie kann das sein? Ganz viel Storytelling-Magie! Ich habe die Show auseinandergenommen, sauviel gelernt und für dich die wichtigsten 3 Erkenntnisse aus dem Super-Format aufgeschrieben.

Walnüsse auf dunkelblauem Hintergrund.
Foto von Priyanka Singh auf Unsplash.

Hidden Brain (Si apre in una nuova finestra)verbindet Wissenschaft mit dem Alltag. Was macht Menschen charismatisch? Warum haben wir einen so starken Sinn für Schönheit? Wie treffen wir Entscheidungen? Wie arbeiten Teams besser zusammen?

Das Kino im Kopf ist so stark, dass es mir schwer gefallen ist, die Show mit analytischem Auftrag zu hören. Ich musste immer wieder zurückspulen, weil ich so mitgerissen wurde und vergessen habe, Notizen zu machen.

Der Aufbau ist simpel: Ein Gespräch zwischen Host und Wissenschaftler*in, zwischendurch Einschübe von Shankar Vedantam (Host) und ein subtiler Einsatz von Musik. Die Magie liegt im Storytelling.

🧠 3 Storytelling Hacks zum Abschauen

1️⃣ Die Verbindung von Wissenschaft und Leben

A significant portion of what we do (…) is asking the question, how can we (…) make it relevant? So that as people are hearing the research, they're hearing echoes of the implications of that research in their own lives

-Shanker Vedantam, Host von Hidden Brain

Das ist das ❤️ der Show. Shankar Vedantam gibt sich zu Beginn besonders Mühe, die Hörer im Alltag abzuholen, um dann zur wissenschaftlichen Fragestellung überzuleiten. So klingt der Anfang von “Coming Clean” (Si apre in una nuova finestra):

“Growing up, I attended a Jesuit high school. I noticed that every weekend, my Catholic classmates and their families would line up and confess their sins to a priest. (…) Nearly every religious and spiritual tradition has some version of the Catholic confessional. Everyone keeps secrets, but nearly everyone wants to share their secrets too. Turns out, we don't just want to be admired and loved, we also want to be seen.

(…) We all keep secrets, and most of us know what it feels like to share a secret. It feels scary. It feels risky. It can also feel liberating, honest, courageous. At Harvard University, psychologist Leslie John studies the psychology of secret keeping and the consequences of self-disclosure. Leslie John, welcome to Hidden Brain.”

Weitere Bezüge zum Leben stellen sowohl der Host als auch der Gast immer und immer wieder im Verlauf her. Mit Beispielen, Vergleichen, “stell dir vor”-Szenarien. Ein Beispiel aus der neusten Episode, Group Think (Si apre in una nuova finestra):

“Group identities can influence the beer we drink, the cars we drive, the clothes we wear. But they can also do something even more significant. They can shape our basic perceptions. What we see, hear, even smell. I asked Jay about a study out of the University of Sussex involving a very stinky t-shirt.”

Kurz und knapp:

➡️ Die Relevanz des Forschungsthemas zu Beginn der Show bildlich/szenisch oder anekdotisch verankert

➡️ Im Verlauf immer wieder Querverweise zum Alltagsleben

❓ Orientierungsfragen: Warum ist das wichtig? Wo begegnet mir das Thema im Alltag? Woher kennt man das Phänomen noch?


2️⃣ Story: der beschwerliche Weg zur Spitze


In jeder Folge erzählt der Gast seine Geschichte, wie er zum Forschungsgebiet und zu seinen bahnbrechenden Erkenntnissen kam. Das Besondere - und darauf liegt das Team Interviews zu Folge viel Wert - ist der Fokus auf die Hürden. Shankar Vedantam:

“It’s important not just to tell people about the insight you have when you’ve reached the top of the mountain. It’s really important to communicate to people the struggle it takes to get to the top of the mountain”

Die Hörer lassen sich dort abholen, wo die meisten Herausforderungen liegen, wo der Aufstieg zum Gipfel knochenhart ist.

“What you’re doing with laying out the challenges is really engaging people in the problem, not just engaging people in the solution. I think this is a really important insight that a lot of people in science communication forget.”

- Shankar Vedantam, Host von Hidden Brain.

Kurz und Knapp

➡️ Den Fokus auf die Probleme und den Umgang damit legen, nicht auf die Lösung. Das zieht die Leute in den Bann.

➡️ Wenn das Publikum das Problem richtig geschildert bekommt, dann lässt es sich viel mehr auf die Lösungsvorschläge ein.

Orientierungsfragen: Wie kam die oder der Wissenschaftler/ sonstiger Experte auf das Forschungsthema? Warum ist es ihr/ihm wichtig? Welche Probleme musste die Person auf dem Weg zur Erkenntnis lösen? Wie haben sich diese Probleme gezeigt? Was hat er oder sie daraus gelernt?

3️⃣ Wissenschaftler*innen auf Augenhöhe

Das ist der größte Unterschied zum Journalismus in Deutschland. Hier treten Wissenschaftler in Sendungen als Experten auf. Hosts nehmen eine ehrfürchtige Haltung ein und bitten die Eminenz, uns die Welt zu erklären.

https://www.youtube.com/watch?v=Ty77ODhwDnc (Si apre in una nuova finestra)

Bei Hidden Brain gibt es dieses Gefälle, diese Distanz nicht. Vedantam fragt die Wissenschaftler*innen nach der persönlichen Erfahrung mit dem Forschungsthema, nach den Problemen, die sie bewältigen mussten und stellt die Verbindung zum Alltagsleben der Hörer her.

Es wird sofort klar, der Gast ist einer von uns. Wir können uns mit ihm*ihr und seinen Problemen identifizieren.

“This feels so right to us today, when authority comes from directness and authenticity, not distance and formality”

– Jessica Abel, in “Out on the Wire”


Kurz und Knapp

➡️ Bei Hidden Brain sind die Wissenschaftler die Protagonisten. Sie machen Fehler, sie hadern mit dem Leben und der Forschung, sie sind Menschen.

➡️ Das Publikum fiebert mit und identifiziert sich mit dem*der Wissenschaftler*in

Orientierungsfragen: Welche Rolle nehmen Moderator & Wissenschaftler oder sonstiger “Experte” ein? Mit welcher Haltung will ich dieser Person begegnen?

Quellen:

🔗 Interview für American Psychological Association: Revealing the hidden brain, with Shankar Vedantam (Si apre in una nuova finestra)

🔗 Central Valley Daily: Exploring Our Own “Hidden Brain” With the Writer Shankar Vedantam (Si apre in una nuova finestra)

🧠 & Meine eigenen Gedanken


In diesem Sinne, bis bald!
Teodora

Bock, mehr Storytelling-Hacks aus meiner Hidden Brain Analyse zu lesen? ↪️ Schreibe mir, ich habe noch mehr! Kennst du Leute, die diese Mail lesen sollten? Klick auf ⏩ Weiterleiten!