Heute gibt’s Opium fürs Gehirn – aus der Neurowissenschaft.

Bevor es losgeht, wollen wir Dir „Klimadilemma“ empfehlen, ein neues kooperatives Kartenspiel. Wenn Du unseren Podcast „Pod der guten Hoffnung (Si apre in una nuova finestra)“ kennst, kommt Dir das Konzept vielleicht bekannt vor. Im Podcast sprechen wir in jeder Folge über ein Klimadilemma, also eine verzwickte Situation, vor die uns die Klimakrise stellt. Die Heinrich-Böll-Stiftung hat aus der Rubrik jetzt ein Spiel gemacht. Die Spieler*innen tauschen sich bei jedem Dilemma über ihre Werte und Erfahrungen aus – und sie versuchen, die Entscheidungen der anderen einzuschätzen. Unterschiedliche Meinungen sind ausdrücklich erwünscht und machen das Spiel umso spannender.
(Si apre in una nuova finestra)#118 #Hoffnung #Buchauszug
Die Wunderwaffe in unseren Gehirnen
Hoffnung kann in unseren Köpfen einen regelrechten Rauschzustand auslösen, ganz ohne Nebenwirkungen – ein Buchauszug.

Für Maren Urner (Si apre in una nuova finestra) ist Hoffnung in der Klimakrise weder naiv noch verrückt, sondern schlicht alternativlos. Maren ist Neurowissenschaftlerin und Professorin für Nachhaltige Transformation an der FH Münster – und eine der Autor*innen in Juliens neuem Sammelband „Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen (Si apre in una nuova finestra)“. In ihrem Kapitel erklärt sie, wieso unser Gehirn Hoffnung großartig findet.
Marens Essay ist eine wunderbare Inspiration dafür, wie wir trotz des täglichen Krisenstapels zuversichtlich bleiben können, ohne zu verdrängen. Wir veröffentlichen ihren Text hier in voller Länge für Dich und die Treibhauspost-Community.

Von Maren Urner
Es ist einer dieser Tage. Ich schaue erst raus, aus dem Fenster, und dann natürlich wieder rein, ins Netz. Und sehe vor allem: Konflikte, Kriege und Katastrophen. Es fühlt sich an, als könnte ich eine Art Wettlauf der Zerstörung live mitverfolgen. Von Ökosystemen und von demokratischen Strukturen, in der Ukraine und im Nahen Osten. Aber auch digital im Kampf um Macht und Einfluss.
Es ist einer dieser Tage, an denen mir dieser Wettlauf besonders eindringlich und schmerzhaft bewusst wird. Und in meinem Kopf sehe ich uns alle auf einem globalen Sterbebett liegen.
Eine kurze Anamnese der Menschheit
Der Mensch ist die einzige Spezies, die sehenden Auges ihr eigenes Ende herbeiführt. Der Wahnsinn ist so offensichtlich, dass es mein Hirn regelmäßig zum Verzweifeln bringt. Es ist einer dieser Tage, an denen ich mir wünsche, die Truman Show wäre real und ich stünde kurz davor, die Leinwand am Ende des Sets zu erreichen – alles nur Fiktion. Stattdessen schaue ich die Tagesschau und muss mich daran erinnern, dass alles, was ich sehe, Realität ist.
Ich sitze an meinem Schreibtisch und sehe zu, wie die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen global voranschreitet und wir Jahr für Jahr noch einen draufsetzen. Messbar in immer noch wachsenden Treibhausgasemissionen, zunehmenden Extremwetterereignissen und Dürren. Die Kosten für das, was wir Wirtschaften nennen, steigen und steigen und steigen – egal ob wir in Euro oder in Menschenleben rechnen. Wie sehr wir über unsere Verhältnisse leben, zeigen aktuelle Studien zu den natürlichen Grenzen des einzigen Planeten, den wir bewohnen können: Sieben von neun planetaren Belastungsgrenzen sind bereits überschritten.
Gleichzeitig sehe ich, wie alarmierend die Bilanz mit Blick auf unser Zusammenleben ausfällt. Ich sehe Kriege, Folter und Aufrüstungsrekorde, wohin mein digitaler Blick reicht. Und wer Gewalt nur in der Ferne wähnt, kann die Augen auf die jüngsten Statistiken zu Femiziden und Gewalttaten hierzulande richten.
Selbst die Grundfesten unserer Demokratie sind ins Wanken geraten. Die Rechtsextremen sitzen in den Parlamenten. Während ich dieses Kapitel schreibe, führen sie zum ersten Mal bundesweite Wahlumfragen an. Das ist kein Zufall, sondern dem Einfluss und der Macht der milliardenschweren „Techbros“ zu verdanken. Mit ihren Plattformen und deren Inhalten verdrehen sie uns die Köpfe und Gehirne und verhelfen damit bewusst rechtsextremen Parteien und Politiker*innen an die Macht.
Immer mehr Menschen spüren die Auswirkungen der medialen Entwicklungen aber auch ganz persönlich. Bereits 2023 hat die Weltgesundheitsorganisation Einsamkeit als drängendes Gesundheitsproblem benannt und eine internationale Kommission für soziale Verbindung gegründet, die der Thematik weltweit zu Aufmerksamkeit und Ressourcen verhelfen soll. Wir sind – trotz all der „sozialen“ Medien – immer einsamer, zunehmend mehr Menschen leiden an damit verbundenen Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen.
Was werde ich bereuen?
Es ist einer dieser Tage, an denen ich am absurden Verhalten meiner Spezies zu zerschellen drohe. Denn während all das passiert, prosten wir uns auf Firmenfeiern und Aktionärsversammlungen weiter zu, als wäre nichts gewesen. Wir berechnen Jahresbilanzen, planen den nächsten Urlaub und das übernächste Familienfest. Wir machen Dienst nach Vorschrift, bleiben unseren fossilen Gewohnheiten treu und schließen die Augen vor zerstörerischen Machtstrukturen.
Ich bekomme das Bild des Sterbebetts nicht aus dem Kopf und frage mich: Was müsste passieren, damit wir es endlich anders machen? Damit wir genesen und zurück zum Leben finden?
(Si apre in una nuova finestra)Meine Antwort als Neurowissenschaftlerin und natürlich auch als Mensch: indem wir uns vorstellen, wie wir die vielleicht wichtigste Frage kurz vor unserem Tod beantworten würden: Was würden wir bereuen am Ende unseres Lebens? Denn eines ist unumgänglich, allen Longevity-Fantasien von Musk und Konsorten zum Trotz: Wir alle müssen irgendwann sterben. Da kommen wir nicht drum herum.
Ich nehme also Platz. Auf meinem eigenen Sterbebett. Um es nicht bei einem Gedankenspiel zu belassen, habe ich genau das unlängst bei einer Veranstaltung auf großer Bühne getan. Um mich herum wurde es dunkel. Nur das seltsam langsame Ticken einer Uhr war zu hören. Sie schien meine letzten Sekunden zu zählen.
Auf einmal ist alles andere egal, weil es nur noch um mich und das Ende meines Lebens geht. Keine Meetings. Keine Gremien. Keine Steuererklärung. Kein Rentenstreit. Keine Fußballweltmeisterschaft. Keine Weihnachtsfeiern. Nur ich, die tickende Uhr und der Blick auf mein Leben.
Was werde ich bereuen? Dass ich zu viel getan habe, damals, als die Menschheit vor einem entscheidenden Kipppunkt stand? Dass ich alles gegeben habe, als es darum ging, die Demokratie zu verteidigen? Als es darum ging, die eigenen Lebensgrundlagen zu erhalten?
Und vor allem: Was werde ich getan haben werden, damit ich nichts bereue an diesem Tag auf meinem Sterbebett?
Diese Fragen stellte ich mir und dem Publikum – und bekam eine Gänsehaut. Dann erhob ich mich aus dem Bett, um dem Gedankenspiel und Spuk ein spürbares Ende zu setzen.
Denn ich liege nicht auf dem Sterbebett, weder damals auf der Bühne noch jetzt gerade. Trotzdem kann ich hier und heute damit beginnen, meine ganz persönliche Antwort auf die Frage zu finden: Was werde ich getan haben werden, um am Ende nichts zu bereuen? Ich kann zum Beispiel aufhören, Ausreden zu finden. Ich kann aufhören, stets andere oder ganz allgemein „die Politik“, „die Wirtschaft“, „die Medien“ oder „die da oben“ für alles Leid und sämtliche Missstände verantwortlich zu machen. Ich kann beginnen, radikal ehrlich und bedingungslos für einen lebensfreundlichen Kurs einzustehen.
Was brauche ich – was braucht jeder Mensch – für so einen Weg? Richtig! Hoffnung. Doch wie bekomme ich die angesichts des emotionalen Mix aus Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit? Mithilfe eines kleinen Exkurses in die Neurowissenschaften.
(Si apre in una nuova finestra)Angst hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum
Beginnen wir mit der Angst, die meist am Anfang steht und nach einer Weile gerne noch ihre beiden guten Bekannten Unsicherheit und Hilflosigkeit einlädt. Angst ist eine lebenswichtige Emotion, die uns vor Gefahren schützt und im Ernstfall am Leben hält. Optimalerweise läuft das in unserem Körper so: Wir geraten in eine (potenziell) gefährliche Situation. Etwa im Straßenverkehr, wenn wir ein Auto scheinbar ungebremst auf uns zurasen sehen. Oder bei einer Wanderung, wenn wir viel näher, als uns lieb wäre, Wölfe heulen hören.
Wie von selbst schaltet unser Körper in den Angstmodus, orchestriert durch unser Gehirn, indem wir zwischen drei groben Verhaltensweisen wählen: Kämpfen, Flüchten oder Erstarren. Alle drei Modi sind maximal auf das Hier und Jetzt konzentriert. Wir sind in diesem Zustand nicht in der Lage, komplexe Probleme oder langfristige Herausforderungen zu lösen. Sogar unser IQ sinkt kurzzeitig.
Im Optimalfall hält dieser akute Angstzustand nur kurz an: Der Raser kriegt die Kurve oder bremst doch noch ab, und die Wölfe ziehen weiter, oder wir kommen in der Schutzhütte an. Unser Körper beruhigt sich, und wir sind wieder besser in der Lage, langfristig zu denken und zu entscheiden.
Doch was, wenn die Angst zum Dauerbrenner wird? Etwa, weil die negativen Nachrichten, Krisen und Umbrüche nicht enden wollen? Dann gesellt sich zur Angst die Unsicherheit, und vielleicht betritt auch die Hilflosigkeit die Bühne und wird gar zur Routine.
Die Sache ist nur die: Niemand kann dauerhaft in akuter Angst leben. Unser Körper ist nicht für Dauerangst ausgelegt. Angst war und ist immer als Ausnahmezustand zu verstehen. Sie hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum, nach dem sie ungenießbar wird. In chronischer Angst reagiert unser Körper anders, und wir werden nicht nur hilflos, sondern krank.
So weit die grobe biologische Zusammenfassung. Und nun?
Die Wunderwaffe
„Womit beginnt jede gesellschaftliche Veränderung?“ Diese Frage stelle ich meinen Studierenden immer in der ersten gemeinsamen Veranstaltung eines Semesters, in der wir das Transformationsfeld Soziales und Gesellschaft ergründen. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: „Mit dem Wunsch und Willen nach Veränderung im Kopf mindestens eines Menschen.“ Und womit gehen dieser Wunsch und Wille stets unweigerlich einher?
Mit der Wunderwaffe der Menschheit. Jener Wunderwaffe, die, von außen betrachtet, als außerordentlich irrational bezeichnet werden könnte, weil sie sich häufig auf etwas richtet, das höchst unwahrscheinlich erscheint. Stärker noch: weil sie sich stets auf etwas richtet, das nicht existiert. Noch nicht. Wer die Wunderwaffe nutzt, wird von ihren Kritiker*innen gern als „naiv“ oder gar „verrückt“ abgestempelt. Die Wunderwaffe ist – natürlich – Hoffnung.
Ich sage: Wir können sie nicht nur einsetzen, wir müssen! Alles andere wäre naiv. Denn Hoffnung ist alternativlos geworden. Aus dem einfachen Grund, weil wir für Hoffnungslosigkeit und die damit einhergehende Passivität keine Zeit mehr haben. Angesichts der lebensbedrohlichen Lage können wir uns den Luxus, bei Problembeschreibungen zu verharren, nicht mehr leisten. Wir müssen über Lösungen nicht nur nachdenken, sondern sie auch umsetzen und unsere Blicke unweigerlich nach vorn richten.
Die notwendige Zutat, die es dafür in unseren Köpfen braucht, ist Hoffnung. Wir alle brauchen sie, um jetzt jede*r für sich die Frage vom hypothetischen Sterbebett zu beantworten. Die Frage, was wir getan haben werden. Denn nur wer hofft, kann handeln. Um nichts zu bereuen.
(Si apre in una nuova finestra)Hoffnung ist aktiv
Das wohl häufigste Missverständnis über die Hoffnung besteht darin, sie als passiven Zustand zu verstehen. Zugegebenermaßen wurde und wird diese Vorstellung der Hoffnung durch zahlreiche Geschichten der Menschheit bedient. Dazu gehören etwa religiöse Praktiken wie das Gebet. Im Rahmen der planetaren Krisen ist es vor allem moderner Technik- und Hoheitsglaube, frei nach dem Motto: „Irgendwer wird’s schon richten! Spätestens dann, wenn es richtig dringlich wird!“
Die einfache Rückmeldung, die ich allen passiv auf die Erlösung wartenden Menschen in einer Art Sammelnachricht gern senden möchte: „Nein! Es wird nicht jemand oder etwas kommen und alles richten. Hört endlich auf, zu warten und das auch noch Hoffnung zu nennen.“ Ich denke, Menschen dürfen sich nur als hoffend bezeichnen, wenn sie selbst aktiv werden und sich für die von ihnen erhofften Veränderungen einsetzen.
Um dem Missverständnis über die Hoffnung als möglicherweise passiven Zustand entgegenzuwirken, wurde vor einigen Jahren in der Psychologie sogar der Begriff der „aktiven Hoffnung“ eingeführt. Ich selbst habe mich teilweise auf diese aktive Hoffnung bezogen, um sie der „passiven Hoffnung“ in Form von Warten gegenüberzustellen. Mittlerweile sehe ich das kritisch und verstehe Hoffnung immer als aktiv. Ich bin davon überzeugt, dass
sie stets auf der Überzeugung beruht, dass das, was ich tue, tatsächlich zu Veränderungen führt. Dieses Gefühl beschrieb Václav Havel, der letzte Präsident der Tschechoslowakei, in seinen Gesprächen mit dem Journalisten Karel Hvížďala: „Hoffnung ist nicht das Gleiche wie Optimismus. Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht. Hoffnung ist die Gewissheit, dass etwas Sinn ergibt – egal wie es ausgeht.“
Unbedenkliches Opium fürs Gehirn
Hoffnung ist nicht nur eine Wunderwaffe, sondern kann – ganz im Gegensatz zur Angst – langfristig wirken. Denn unser Körper ist sehr wohl für dauerhafte Hoffnung ausgelegt. Stärker noch: Unser Gehirn findet Hoffnung großartig und kommt unter bestimmten Hoffnungsbedingungen sogar in einen regelrechten Rauschzustand, weil unser neuronales Belohnungssystem anspringt. Im Gegensatz zu vielen anderen Rauschzuständen sind die Risiken und Nebenwirkungen des legalen Rauschmittels Hoffnung sehr gering bis nicht vorhanden.
Um die Wirkung ein wenig besser zu verstehen, hilft ein Blick auf drei zentrale Erkenntnisse aus den Neuro- und Verhaltenswissenschaften:
1. Wir wollen Sinnvolles tun:
Das Belohnungssystem in unseren Köpfen ist dann so richtig on fire, wenn wir etwas tun, das von Bedeutung ist – am besten gemeinsam mit anderen und für andere Menschen. Das beginnt mit vermeintlich kleinen Gesten, wie jemandem die Tür aufzuhalten oder gemeinsam zu kochen, und reicht bis zu den großen gesellschaftlichen Bewegungen, die Geschichte schreiben. Weil Menschen das schier Unmögliche und Verrückte tun. Es sind die Momente, in denen wir scheinbar über uns hinauswachsen.
Hinzu kommt: Der Mensch ist von Natur aus neugierig und möchte die Welt entdecken. Lassen wir diese Neugier zu und fördern sie, führt sie, gepaart mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, zu Entdeckungen und dem, was wir gemeinhin als „Innovation“ bezeichnen.
2. Wir sind sozial-emotionale Wesen:
Das Erfolgsrezept der menschlichen Spezies besteht nicht darin, fliegen zu können, scharfe Krallen zu haben oder besonders schnell laufen oder schwimmen zu können. Es besteht darin, zu kollaborieren und dadurch immer wieder neue Ideen – also Hoffnungen – in die Realität umzusetzen. Tatsächlich hat unsere Spezies im Laufe der Evolution Muskelmasse verloren und Hirnmasse gewonnen.
Vor allem, um sich zu merken, wer mit wem gerade was ausheckt. Oder anders formuliert: wer mit wem gerade auf etwas hofft. So steckt in jeder menschlichen Beziehung die Hoffnung auf ein gutes Miteinander und eine gute gemeinsame Zeit. Menschliche Beziehungen basieren auf dem Vertrauen darin – und damit die Hoffnung darauf –, sich auf andere Menschen verlassen zu können, von ihnen zu lernen und vielleicht sogar von ihnen inspiriert zu werden, um gemeinsam eine gute Zukunft zu gestalten.
3. Wir brauchen andere Menschen:
Was ist die wichtigste Zutat für ein gesundes, glückliches Leben? Diese Frage untersucht die weltweit längste Studie über ein erfülltes Leben an der Harvard University seit mehreren Generationen. Die zentrale Erkenntnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Es sind nicht Besitztümer, Errungenschaften oder Titel, die am stärksten darüber bestimmen, ob wir am Ende eines langen Lebens zufrieden sterben, sondern die Qualität unserer sozialen Beziehungen.
Unser Gehirn und Dasein sind also darauf ausgelegt, gut zueinander zu sein. Wir müssen es nur endlich tun. Dafür müssen wir unseren Geschichten von dem, was „normal“ und „erfolgreich“ ist, ein Update verpassen, sodass sie nicht länger die Mär vom egoistischen Menschen verbreiten. Genau darauf hoffe ich. Mit diesem Kapitel, in meiner Arbeit und meinem Alltag. Im Kleinen und im Großen.
„Einer dieser Tage“ kann mich mal!
Was mache ich also, wenn wieder einer dieser Tage vor der Tür steht? Einer dieser Tage, an denen ich zu verzweifeln drohe?
Dann setze ich mich gedanklich auf mein Sterbebett und frage mich: Was werde ich getan haben werden? Und ich denke an all die hoffenden Menschen, denen ich in den letzten Jahren begegnen durfte. All die wunderbaren Menschen, die mir Hoffnung geben. Durch das, was sie täglich tun. Ich denke an die Menschen, die vor mir durch ihre Hoffnung gesellschaftlichen Wandel gestaltet haben, von dem ich jetzt profitiere. Die auf die Demokratie, auf das Frauenwahlrecht, auf Umweltschutz und auf globale Zusammenarbeit gehofft haben.
Ich denke an die US-amerikanische Kulturanthropologin Margaret Mead und das ihr zugeschriebene Zitat: „Zweifelt niemals daran, dass eine kleine Gruppe umsichtiger und engagierter Menschen die Welt verändern kann. Tatsächlich ist es das Einzige, was sie jemals verändert hat.
Und dann stehe ich wieder auf – weil ich noch nicht in meinem Sterbebett liegen will. Weil ich nicht passiv sein, nicht einfach nur zuschauen will. Sondern aktiv zur Veränderung beitragen will: weg vom zerstörerischen Kurs hin zu einem, der Leben gedeihen lässt.
Warum? Weil es sich gut anfühlt. Und weil es alternativlos ist. Das meine ich, wenn ich Hoffnung sage.
Vielen Dank fürs Lesen!
Unser Klimasong kommt heute von der Kölner Band Querbeat. Sänger Jojo Berger hat im Buch (Si apre in una nuova finestra) ein Essay zu Hoffnung und Musik geschrieben – und diesen wunderbaren Song über Bunte Pyramiden (Si apre in una nuova finestra).
Wir bauen bunte Pyramiden
Und jeder soll sie sehen
Es sind die ersten von ganz vielen
Und sie sollen für immer stehen
Und wir singen
Oh Oh Oh
Von unseren bunten Pyramiden
Oh Oh Oh
Vom höchsten Dach der Welt
Die nächste Treibhauspost bekommst Du am 20. Juni.
Herzlich
Manuel & Julien
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