Hello Everyone!
Ich hoffe, dass ihr mir auch heute wieder meine Rechtschreibfehler verzeiht (Gruss raus an Chocooks!), denn ich bin jetzt in diesem Moment noch nicht so ganz frisch in der Birne.
In Korea gibt es eine sehr interessante und auch Code-behaftete Trinkkultur. Man nennt es “술자리(Sul Jari)”, übersetzt “Alkohol-Platz”. Die Regeln sind eigentlich ganz klar: Es wird getrunken! Zu Beginn wird wahrscheinlich der Jüngste der Bande alle Getränke und Speisen bestellen, den Soju-Bomb mixen, an die Runde verteilen und dann kann es losgehen. Je später es wird und betrunkener man ist, um sie egaler werden die Regeln.
Die traditionellen Regeln, wie “mit beiden Händen einschenken und mit beiden Händen entgegen nehmen” oder “sich von den Älteren wegdrehen und trinken” erspare ich euch jetzt - Das haben schon viele vor mir zu Hauf erzählt.
Jeder der mich kennt, sollte wissen, dass ich wirklich selten bis gar kein Alkohol trinke. Ich mache allerdings bei solchen Sul-Jaris eine Ausnahme und ich glaube tatsächlich, dass es Kulturbedingt ist. Solche Sul-Jaris in Korea, sei es mit Mitarbeitern, Freunden oder mit Geschäftspartnern, sind oft dazu da, um mit der Gruppe zu bonden. Als ich das erste Mal in Korea bei einem Sul-Jari war und nicht getrunken hatte, hatte ich zwar Spass, aber die Gruppe gab mir manchmal das Gefühl nicht dazu zu gehören. Das gemeinsame Auffüllen der Gläser, das Anstossen, manchmal auch Laut werden, hat bei mir gefehlt. Dadruch habe ich mit der Gruppe am Ende auch weniger gebondet und beim nächsten Sul-Jari wurde mir auch nicht mehr Bescheid gesagt.
Das habe ich nicht wirklich verstanden. Ich war sogar ein bisschen sauer, habe mich ausgegrenzt gefühlt und dachte, “Warum muss ich denn trinken, um denen zu gefallen? Mache ich nicht!”. Find ich doof sowas und es gehört sich nicht!
Einige Monate später wurde ich von einem potentiellen Kunden zu einem Sul-Jari eingeladen. Ich war sehr gut gelaunt und dachte vielleicht trinke ich heute doch was. nicht weil ich gedrängt wurde dazu, sondern weil ich einfach Lust hatte. Zum Glück war ich nicht der Jüngste, von daher wurde mir immer einschenkt. Es wurde angestossen und ich war wirklich sehr betrunken. Dann passierte etwas ganz interessantes.
Der potentielle Kunde, den ich bisher nur mit seinem Rang (사장님 / Herr Geschäftsführer) angesprochen hatte, hielt mir sein leeres Glass entgegen. Ich nahm es an, er schenkte mir ein und sagte zu mir: “Hey! Wir prosten jetzt auf Freundschaft. Da du jünger bist als ich, spreche ich ab sofort mit dem Namen an, wenn du nichts dagegen hast!”
Seitdem (bis heute) spricht er mich mit meinem Namen an und ich nenne ihn “형 (älterer Bruder)”. Der Kunde, der damals nur als potentieller Kunde galt, ermöglichte uns den Einstieg in die koreanische Kreativ-Industrie.
An dem Abend verstand ich, dass ich eine Kultur nicht ändern kann. Ich mich nur entscheiden, ob ich ein Teil davon sein möchte oder eben nicht und ich hab mich entschieden ein Teil davon zu sein, in Korea etwas flexibler zu sein und auch wenn mein angebliches “Deutsches Ich” kein Alkohol trinkt, würde mein “Koreanisches Ich” es wommöglich doch tun.
Warum ich das alles erzähle?
Gestern ist ein “Dongseng (kleiner Bruder)” nach seinem Kolloquium direkt in die Bahn gestiegen und ist aus Berlin nach Frankfurt angereist, um mit Freunden seinen Abschluss zu feiern. Er wollte mich gerne sehen, also bin ich dazu gestoßen und wir haben alle feucht fröhlich in koreanischer Sul-Jari Manier Bande geschlossen.
Glückwunsch nochmal zu Abschluss und alles Gute auf all deinen Wegen!
Diese Woche im Podcast: Bon & Lam
🎙️ Neue Folge, neue Gäste!
Diese Woche haben wir Bon und Lam bei uns – und ja, es wird DEEP. 🫠
Wir reden über Gefühle, Eltern und Dating, aber auch über die kleinen und großen Missverständnisse zwischen den Generationen. 💭 Obwohl Bon und Lam Mitte/Ende 20 sind, bringen sie ihre Gedanken auf den Punkt – ehrlich, reflektiert und richtig stark.
Dazu geht’s um Situationships 👀 … und wir sind uns einig:
Uns passiert das nicht! Warum? Tja, das erfahrt ihr nur in der Folge.
👉 Also reinhören, mitfühlen, vielleicht auch ein bisschen mitlachen – es lohnt sich!
Folgt Bon und Lam auf Tiktok: https://www.tiktok.com/@bonundlam (Si apre in una nuova finestra)

Ungefiltert. Exklusiv. Nur für Steady-Supporter. 🔥
Extra Material, die es nicht ganz in die offizielle Folge schaffen – zu persönlich, zu wild oder einfach „Off The Record“.
🎁 Was erwartet dich?
OFF THE RECORD-Material – Dieses Mal mit Bon&Lam über die Zeit vor dem Content & über Feelings und Lifehack
Early Access: Hör die neuen Folgen bereits am Samstag – also vor allen anderen! Der Early Access endet allerdings, sobald die Folge auf Premiere eingestellt ist .
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