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Das „Golden Girl“ Alysa Liu

Alysa Liu war es nicht wichtig, olympisches Gold zu gewinnen, und genau deshalb hat sie gewonnen. Die US-Amerikanerin lief befreit auf und genoss jeden Moment auf und neben dem Eis in Mailand. Die 20-Jährige ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit und hat eine tolle, inspirierende Geschichte zu erzählen, die nicht nur Eiskunstlauf-Fans fasziniert. Sie hat das Potenzial, sehr viele Menschen für ihren Sport zu begeistern.

Liu hat den Schlüssel für sich gefunden – sie ist so erfolgreich, weil sie für sich läuft und weil es ihr einfach Freude macht. Alles andere ist zweitrangig. Wenn sie morgen keinen Spaß mehr am Eislaufen hat, kann sie jederzeit wieder aufhören. Sie ist frei. Das ist wohl die wichtigste Botschaft der Alysa Liu. Natürlich ist sie eine sehr gute Eiskunstläuferin und beherrscht alle Elemente, sie arbeitet sogar wieder am 3A, den sie aber in Mailand gar nicht brauchte.

Im KP lag sie auf Rang drei, weil sie den 3R in der Kombi mit 3L leicht unterdrehte und in den Komponenten hinter Kaori Sakamoto blieb. Die Führung übernahm Ami Nakai, die mit ihrem 3A punktete. Im KP fällt es ins Gewicht, dass die 17-Jährige für den guten 3A fast fünf Zähler mehr erhielt als Sakamoto für ihren hervorragenden 2A. Für die Kür hatte sich Liu dafür entschieden, wieder die bewährte „MacArthur Park Suite“ von Donna Summer zu laufen. Sie tanzt, sie reißt mit, sie strahlt. Ihr neues Goldkleid war Programm. Liu machte keinen Fehler, die technische Jury, der Claudia Unger aus Stuttgart angehörte, erkannte keine Unterdrehungen, gab nur zwei Kantenwarnungen für den 3F aus und Liu krönte sich zur Olympiasiegerin - zur ersten aus den USA seit Sarah Hughes 2002 Gold gewonnen hatte. Hughes war wie viele andere Stars von früher bei der Kür live dabei.

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